Wirtschaftliche Lage : Erfreuliches 1. Quartal für Wienerberger

Fertigteilwerk Wienerberger Bausysteme

Ein Einblick in die Welt von Wienerberger. Trotz widrigem Umfeld verzeichnete man 2024 das 3. beste Jahr der Unternehmensgeschichte.

- © Dieter Steinbach

Der erwirtschaftete Gewinn beträgt 4,5 Millionen Euro.. Vor einem Jahr gab es hier  Verluste in Höhe von 37 Millionen Euro. Während der Wohnbau nach wie vor schwächle, sei die Nachfrage im Sanierungsbereich - vor allem auf Schlüsselmärkten in Europa - solide gewesen. Der Umsatz legte im Jahresabstand um 15 Prozent von 953 Millionen auf 1,1 Milliarde Euro zu.

Die 2024 durchgezogene Übernahme des französischen Dach- und Solaranbieters Terreal habe "positiv zum Umsatz und zum Ertrag beigetragen", erklärte die seit 1. März neue Finanzvorständin Dagmar Steinert in einer Telefonkonferenz. Dabei handelte es sich laut Konzernangaben um die größte Akquisition der Unternehmensgeschichte. Als Ertragsstütze hätten sich aber auch die starke Nachfrage aus den Niederlanden und Belgien und weitere Kostensenkungen erwiesen. Im ersten Quartal wurden 13 Mio. Euro eingespart - halb so viel wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres (26 Mio. Euro).

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"Alles in allem ist die geopolitische und wirtschaftliche Lage sehr volatil", betonte Konzernchef Heimo Scheuch via Zuschaltung aus den USA. Der Start ins Jahr sei sehr turbulent gewesen. Die Diskussion über Zölle habe die Finanzmärkte, aber auch die Märkte insgesamt massiv beeinflusst.

Von globalen Lieferkettenstörungen oder Zöllen sieht sich Wienerberger selbst nicht direkt betroffen. Im Gesamtjahr strebt der weltgrößte Ziegelkonzern den Angaben zufolge einen operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von rund 800 Mio. Euro an - eine unveränderte Marktsituation und weiteren Leitzinssenkungen vorausgesetzt. 2024 lag der Wert bei 760 Mio. Euro.

Dividende wird erhöht

Schwieriges Marktumfeld im Baubereich und dennoch stieg der Umsatz bei Wienerberger  um 7 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Dadurch soll auch die Dividende um 5,6 Prozent auf 0,95 Euro je Aktie steigen.

Bei Wienerberger reagierte mann "rasch und konsequent" auf die Lage der Bauwirtschaft und auf den Rückgang im Neubausektor. Und zwar mit Kapazitätsanpassungen, Restrukturierungsmaßnahmen und einem striktem Kostenmanagement. Das trug letztendlich  100 Millionen Euro zum Ergebnis bei und sicherte eine EBITDA-Marge von 17 Prozent. Heuer soll die Marge auf 17,5 Prozent gesteigert werden.

Und so freut man sich beim Konzern, über das drittbeste Jahr der Unternehmensgeschichte seit der Gründung 1819 durch Alois Miesbach. Schon die Jahre davor waren herausragend: 2022 war das erfolgreichste Geschäftsjahr und 2023 das Zweitbeste.

Unter der Annahme, dass sich die relevanten Endmärkte in diesem Jahr stabil entwickeln und die Zinsen im Jahresverlauf weiter sinken, soll das EBITDA im laufenden Geschäftsjahr 2025 auf rund 800 Millionen Euro steigen. Im Vorjahr betrug das operative EBITDA  760 Millionen Euro (minus 6 %).

Gewinn brach ein

Dennoch gingen die Herausforderungen für die Baubranche auch am börsennotierten Baustoffkonzern Wienerberger nicht spurlos vorbei: Der Gewinn nach Steuern brach gegenüber dem Jahr davor um 76 Prozent auf 79,8 Millionen Euro ein. Das Unternehmen habe zudem einen einmaligen Gewinnrückgang aufgrund von Negativeffekten verzeichnet, so der Konzern am Mittwoch unter Verweis auf einen Verkauf in Russland und Restrukturierungsmaßnahmen. 

Die Bauindustrie merkte insbesondere den starken Rückgang im Ein- und Mehrfamilienhausbau von teilweise über 25 Prozent. Steigende Zinsen, steigende Baukosten und politische Unsicherheiten erschwerten die Marktentwicklung zusätzlich. Durch einen starken Fokus auf Working Capital Management und Lageroptimierung konnte ein Free Cashflow von knapp 420 Millionen Euro erwirtschaftet werden. 
Ergänzt wurden diese Maßnahmen durch gezielte Portfoliobereinigungen, die die finanzielle Stabilität des Unternehmens sichern und weiteres Wachstum ermöglichen.

Der vollständige Geschäftsbericht 2024 wird am 31. März 2025 veröffentlicht.

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Sehen Sie hier ein SOLID-Interview mit Wienerberger CEO Heimo Scheuch.

Nachhaltigkeit als zentrale Strategie

Bereits heute wird ein Drittel des Umsatzes mit innovativen Produkten erwirtschaftet, bis 2026 sollen es 35 % sein. Ein wichtiger Schritt war die Gründung von Wioniq, die vier innovative Unternehmen - Inter Act, I-Real, Wideco und Slatek - zusammenführt und eine neue Plattform für  Wasser- und Energiemanagementlösungen mit großem Wachstumspotenzial schafft.

Innovation und Nachhaltigkeit gehen beim Baukonzern Hand in Hand. Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie und treibt sowohl den Fortschritt als auch den positiven Einfluss auf Umwelt und Gesellschaft voran. wienerberger setzt unter anderem verstärkt auf Kreislaufwirtschaft, indem Recyclingkapazitäten ausgebaut und ressourcenschonende Materialien verstärkt in die Produktion integriert werden. Die Eröffnung des modernisierten CO₂-neutralen Ziegelwerks in Uttendorf,  wo man den weltweit größten elektrischen Industrieofen installiert hat, ist hier zu erwähnen.

>> Heimo Scheuch wird diesen Weg als CEO weiter mitbegleiten.