Immobilien : Investitionen auf Rekordniveau schmälern BIG-Gewinn für 2024

BIG-Geschäftsführung Christine Dornaus und Gerald Beck vor dem Wiener Headquarter.

BIG-Geschäftsführung Christine Dornaus und Gerald Beck vor dem Wiener Headquarter.

- © Hinterramskogler

Über 1 Milliarde investiert

Die staatliche Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat 2024 weniger verdient als im Jahr davor – allerdings nicht, weil das Geschäft schlecht lief, sondern weil kräftig investiert wurde. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 884,5 Millionen Euro, knapp 190 Millionen Euro weniger als 2023. Der Umsatz legte hingegen um fast 8 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro zu.

„Wir haben vergangenes Jahr rund 1,08 Milliarden Euro in unsere Immobilien gesteckt“, erklärte BIG-Geschäftsführer Gerald Beck. Das Geld floss in Neubauten, Sanierungen und Instandhaltung – mit Blick auf den Klimaschutz zunehmend auch in die Dekarbonisierung der Liegenschaften.

>> Lesen Sie dazu auch unser Interview mit BIG-Geschäftsführer Gerald Beck: „Den Wahrheitsbeweis auch antreten“

Mehr Umsatz, operatives Ergebnis rückläufig

Während die Einnahmen aus Vermietung auf knapp 1,2 Milliarden Euro kletterten, stieg das operative Ergebnis (EBIT) um 5,5 Prozent auf 880,5 Millionen Euro. Für die Staatsholding ÖBAG bleibt der Cashflow dennoch attraktiv: 2024 erhält sie eine Dividende von 206 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 200 Millionen plus eine Sonderdividende von 50 Millionen Euro.

Ein Grund für das niedrigere Ergebnis liegt laut BIG-Geschäftsführerin Christine Dornaus auch in der Bewertungspolitik: „Unser Portfolio wird weiterhin sehr konservativ bewertet.“ Dennoch ist der sogenannte Fair Value der rund 2.000 Liegenschaften im vergangenen Jahr um eine Milliarde auf 18,2 Milliarden Euro gestiegen. Im Fokus stehen weiterhin Schulen, Universitäten und Spezialimmobilien, ergänzt um Büro- und Wohngebäude.

Rund 350 Millionen Euro investierte die BIG im Vorjahr in Schul- und Universitätsbauten, einer davon ist der MedUni Campus in Wien.

Dekarbonisierung wird zum Schwerpunkt

Von den Gesamtinvestitionen entfielen mehr als 45 Prozent auf Sanierung und Instandhaltung. Ein wichtiger Hebel dabei: die thermische Optimierung. So werden derzeit etwa die Justizanstalt Josefstadt und das Straflandesgericht Wien modernisiert, um den Energieverbrauch zu senken. Bis 2040 plant die BIG, insgesamt bis zu zwei Milliarden Euro in die Dekarbonisierung ihrer Gebäude zu stecken. Bereits 2024 sollen die Investitionen dafür auf über 100 Millionen Euro pro Jahr steigen.

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Schwerpunkt auf Bildung und Wohnbau

Rund 350 Millionen Euro investierte die BIG im Vorjahr in Schul- und Universitätsbauten. Zu den Großprojekten zählen unter anderem das Haus der Physik in Innsbruck, das Center of Physics in Graz und der MedUni Campus in Wien.

Auch im Wohnbau bleibt die BIG aktiv – über ihre Tochtergesellschaft ARE Austrian Real Estate. 2024 waren rund 2.200 Wohnungen in Bau, 600 wurden fertiggestellt. Das größte Wohnprojekt ist aktuell das „Village im Dritten“ im Wiener Bezirk Landstraße: Dort entstehen rund 2.000 Wohnungen, ergänzt um Büros, Geschäfte, Bildungseinrichtungen und Kindergärten. Auch geförderter Wohnraum wird mitfinanziert.

Wirtschaftliche Bedeutung der BIG-Investitionen

ür Christine Dornaus sind die Investitionen der BIG ein wichtiger Impuls für die heimische Wirtschaft: „Wir haben rund 2.000 Unternehmen beschäftigt und 11.500 Arbeitsplätze gesichert.“ Rechnet man die volkswirtschaftlichen Effekte hoch, erzeuge jede investierte Milliarde rund 850 Millionen Euro an Wertschöpfung sowie 400 Millionen Euro an Steuern und Abgaben.