Aufgeschlüsselte Marktzahlen : Dämmstoffmarkt 2024 stark geschrumpft

Besonders stark betroffen vom Rückgang sind alternative Dämmstoffe wie Zellulose, Schafwolle oder Hanf, die 2024 einen Rückgang von 20,8 Prozent hinnehmen mussten. Schaumstoffe verloren 17,1 Prozent und selbst die etablierte Mineralwolle rutschte mit einem Minus von 10,2 Prozent in den zweistelligen Negativbereich.
- © Ingo Bartussek - stock.adobe.comGDI 2050-Vorstand Hebbel: "Branche braucht jetzt Umkehrschub"
„Ein Anspringen der Bauwirtschaft wird immer dringlicher“, warnt Mag. Roland Hebbel, Vorstand der GDI 2050, und verweist auf die strukturellen Probleme im Markt. Trotz aller Herausforderungen erkennt er aber auch erste Lichtblicke: „Im über 200 Seiten starken Regierungsprogramm finden sich Passagen, die uns vorsichtig optimistisch stimmen. Entscheidend wird jedoch die Umsetzung sein – insbesondere beim Thema Entbürokratisierung. Die Branche braucht jetzt den sprichwörtlichen Umkehrschub.“
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Hebbel setzt dabei auf mehrere Hebel, die dem Markt wieder Schwung verleihen könnten: die gelockerte KIM-Verordnung, ein wieder aktivierter Sanierungsbonus, für den noch Fördermittel reserviert sind, sowie die 2024 bereitgestellte „Wohnbaumilliarde“ zur Unterstützung der Länder und des gemeinnützigen Wohnbaus. Diese Maßnahmen könnten, so Hebbel, ein dringend benötigtes „Anspringen der Baukonjunktur“ einleiten.
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Dämmstoffarten | 2023 (in Mio. m3) | 2024 (in Mio. m3) | Veränderung gegenüber 2023 |
---|---|---|---|
Schaumstoffe (EPS, XPS, PUR) | 2,869 | 2,379 | -17,08 % |
Mineralwolle (Stein- und Glaswolle) | 2,060 | 1,850 | -10,19 % |
Alternative Dämmstoffe (Zellulose, Schafwolle, Hanf, Holz-Leichtbauplatten) | 0,240 | 0,190 | -20,83 % |
Dämmstoffmarkt gesamt | 5,169 | 4,419 | -14,51 % |
Absatz am Tiefpunkt: Minus von 14,5 Prozent im Jahr 2024
Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt jedoch die dramatische Lage: Nach einem Absatzhoch im Jahr 2021 mit über 6,3 Millionen Kubikmetern verkaufter Dämmstoffe folgte ein tiefer Fall. 2022 lag das Minus bei rund 6 Prozent, 2023 bei über 13,6 Prozent – und 2024 wurde mit nur noch 4,4 Millionen Kubikmetern ein neuer Negativrekord erreicht. Das entspricht einem Rückgang von 14,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
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Besonders stark betroffen sind alternative Dämmstoffe wie Zellulose, Schafwolle oder Hanf, die 2024 einen Rückgang von 20,8 Prozent hinnehmen mussten. Schaumstoffe verloren 17,1 Prozent, und selbst die etablierte Mineralwolle rutschte mit einem Minus von 10,2 Prozent in den zweistelligen Negativbereich.
Deutschland: ähnliche Dynamik, aber größerer Markt
Auch in Deutschland ist die Entwicklung negativ, wenn auch auf höherem Niveau: Laut Branchenverbänden sank der Dämmstoffabsatz 2024 auf rund 18,7 Millionen Kubikmeter, was einem Rückgang von etwa 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der deutsche Markt ist dabei rund viermal so groß ist wie der österreichische.