Bauverhandlung : Neues beim ehemaligen Lamarr-Projekt in Wien
Das geplante Hotel im hinteren Gebäudeteil und die öffentlich zugängliche Dachterrasse und der Park sind weiterhin Teil des Nutzungskonzepts.
- © K18 SIGNAIm Rahmen des Rückbaus sollen unter anderem die Geschoßhöhen geändert werden. Die Tochterfirma der Stumpf Gruppe des Wiener Investors Georg Stumpf hatte das unfertige Kaufhaus im Herbst 2024 aus der Insolvenz der Signa-Gruppe von René Benko gekauft.
Nun soll dort ein Objekt mit Verkaufsflächen auf den unteren drei Etagen und Wohnungen vom 2. bis zum 8. Stock errichtet werden. Das geplante Hotel im hinteren Gebäudeteil und die öffentlich zugängliche Dachterrasse sind weiterhin Teil des Nutzungskonzepts.
Der Bezirk wird auch noch eine Rolle in dem Verfahren spielen: Der dortige Bauausschuss wird nach der Bauverhandlung die Änderungswünsche behandeln. Letztendlich wird die endgültige Entscheidung dann im Rathaus erteilt werden. Eine Änderung des Nutzungskonzepts ist prinzipiell erlaubt, da die Widmung in diesem Gebiet auch Wohnnutzung zulässt. Nötig ist nur ein Bauansuchen.
Fertigstellung bis Anfang 2028
Dieser Tage hat der neue Eigentümer, die Stumpf-Gruppe, mit dem Teilabriss begonnen. Genehmigung bedurfte es dafür keiner. Geplant sind zusätzlich zu Geschäften, Hotel und Park am Dach auch 200 Wohnungen.
Der Abriss des Rohbaus des einstigen Signa-Kaufhausprojekts "Lamarr" hat begonnen. Auf der unteren Mariahilfer Straße in Wien wird im Inneren des Gebäudes bereits eifrig gewerkt.
Der Geschäftsführer der zuständigen Stumpf Development GmbH, Stefan Zöser, bestätigte der APA, dass bereits der nicht konstruktive Abbruch stattfindet. Der tatsächliche Rückbau des Gebäudes soll noch im Sommer starten. Er soll bis Ende des Jahres abgeschlossen sein.
Von außen sind bereits abmontierte Elemente bzw. Installationen zu sehen, die im Gebäude aufgehäuft werden. Laut den neuen Eigentümern soll der vordere Teil des Gebäudes in weiterer Folge teilweise entfernt werden. Auf den unteren drei Etagen sollen Verkaufsflächen und im zweiten bis achten Stock Wohnungen entstehen.
Das geplante Hotel im hinteren Gebäudeteil sowie die öffentlich zugängliche Dachterrasse sind weiterhin Teil des Nutzungskonzepts. Die Terrasse muss umgesetzt werden, da für sie ein Nutzungsrecht (Servitut) vereinbart wurde, das vor allem dem Bezirk ein großes Anliegen war. Gibt es die Freifläche nicht, wird es auch keine Fertigstellungsanzeige geben, betont man im Rathaus.
Der Abriss bzw. Rückbau ist ohne Genehmigung möglich. Auch eine Änderung des Nutzungskonzepts ist erlaubt, da die Widmung in diesem Gebiet eine Wohnnutzung zulässt. Nötig ist lediglich ein eigenes Bauansuchen. Allerdings sind in den unteren Etagen Handelsflächen notwendig, da das Objekt in einer Geschäftszone liegt.
Die genehmigte Gebäudehülle bleibt demnach bestehen. Insgesamt wird das Volumen aber "massiv" reduziert, stattdessen werden großzügige Innenhöfe errichtet, hieß es zuletzt in einer Aussendung. Mit der Fertigstellung des Projektes rechnet der Eigentümer Ende 2027 oder Anfang 2028.
200 Wohnungen geplant
Nach dem Verkauf um 100,5 Millionen an eine Tochterfirma der Stumpf-Gruppe des Wiener Investors Georg Stumpf im Oktober wurden laut ORF nun die Anrainer über einen Teilabriss des Gebäudes in Wien informiert.
Die Pläne für den Teilabriss des Signa-Projekts „Lamarr” auf der Mariahilfer Straße in Wien werden konkreter. Wie die „ZiB2“ des ORF berichtete, wurden die Anrainer am 25. Juni über das Vorhaben informiert. Demnach sollen anstelle des geplanten Luxuskaufhauses 200 Wohnungen entstehen. Der seit Monaten stillstehende Rohbau soll bis zum ersten Stock abgetragen werden.
Am Hotelprojekt im hinteren Bereich des Grundstücks will der neue Eigentümer, die Stumpf Development GmbH, festhalten, wie Anrainer von der Informationsveranstaltung berichteten. Auch die öffentlich zugängliche Dachterrasse soll dem Vernehmen nach weiterhin realisiert werden.
Nutzungskonzept für Ex-Lamarr
Zu den weiteren Plänen hält sich Stumpf aber zurück. Der Geschäftsführer der zuständigen Stumpf Development GmbH, Stefan Zöser, gab sich auf Anfrage zurückhaltend. "Wir befassen uns gerade mit den Überlegungen zum künftigen Nutzungskonzept", so Zöser gegenüber der APA. Es werde informiert, wenn diese Überlegungen abgeschlossen seien.
Das Projekt ist von hohem öffentlichen Interesse, liegt es doch als riesiger Rohbau und noch als Möchtegernkaufhaus mit Hotel in einer der wichtigsten Einkaufsstraßen Österreichs, wo die Stimmung angesichts der anhaltenden Kaufzurückhaltung der Konsumenten auch schon einmal besser war. Zudem muss laut bisherigen Angaben auf dem Dach ein großer öffentlicher Park errichtet werden.
290 Millionen Euro für Rohbau
Bisher seien 290 Millionen Euro für den Rohbau ausgegeben worden, beruft sich der "Kurier" auf ehemalige Signa-Manager.
Das Handelsgericht Wien hat den Kauf durch Stumpfs MH 10-18 Liegenschaft GmbH am vergangenen Freitag genehmigt. Die Baustelle ist mit Pfandrechten in Höhe von 390 Millionen Euro belastet, die im Grundbuch eingetragen sind.
Diese liegen bei der Bank Austria (295 Millionen Euro) und der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (95 Millionen Euro). Der Kaufpreis soll nun auch zur Tilgung dieser Beträge verwendet werden - ein Käufer muss schließlich die bestehenden Schulden tilgen.
Der Verkaufsprozess für das ehemalige Leiner-Flagshipstore-Gebäude und jetzige Kaufhaus-Bauprojekt an der Wiener Einkaufsstraße war nach der Signa-Pleite heuer im März gestartet worden. Zuvor stand die Baustelle des erst zu rund einem Drittel fertiggestellten Multifunktionsgebäudes wochenlang still.
Die verantwortliche Mariahilfer Straße 10-18 Immobilien GmbH ging in die Insolvenz ohne Eigenverwaltung. Rund die Hälfte der Gesellschaft gehörte neben Signa dem thailändischen Investor Central Group.
Nach den Plänen des zusammengebrochenen Firmenkonglomerats von René Benko sollte der Neubau ein Hotel und ein hochwertiges Kaufhaus mit einem öffentlichen Park auf der Dachterrasse beherbergen. Die Bezirkspolitik beharrte zuletzt auf dem öffentlichen Park.
"Der Rohbau ist fertig gestellt, Vormontagen der haustechnischen Anlagen und Fördertechniken sind erfolgt", hatte es vom Insolvenzverwalter zum Start des Verkaufsprozesses geheißen. Interessenten soll es viele gegeben haben. In der Branche war die Rede von mehr als 30 Bietern. Angeblich sollen mehr als 200 Mio. Euro für die Fertigstellung notwendig sein.
390 Millionen Pfandrecht im Grundbuch
Die Baustelle ist mit Pfandrechten in Höhe von 390 Millionen Euro belastet, die im Grundbuch eingetragen sind. Diese liegen bei der Bank Austria (295 Millionen Euro) und der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (95 Millionen Euro).
"Wenn die Liegenschaft, auf der das Kaufhaus Lamarr errichtet werden soll, pfandrechtlich belastet ist, bedeutet das für einen Käufer natürlich, dass er sich mit dem Pfandrecht auseinandersetzen muss - denn ein Kaufpreis dient zunächst zur Abdeckung der grundbücherlich sichergestellten Verbindlichkeiten", hatte AKV-Expertin Cornelia Wesenauer dazu erklärt. Ein Käufer muss bestehende Schulden tilgen.
In der Mitteilung der Stumpf-Gruppe heißt es: "Der gute Standort, die etablierte Lage in der Mariahilfer Straße sowie die Nähe zur Innenstadt waren wesentliche Entscheidungsgründe für den Ankauf."