Gleisbau Australien : 45 Kilometer Feste Fahrbahn, 200 Meter lange Betonlinie: Rhomberg Sersa baut die Gleise für Sydneys Flughafen-Metro

Beim Bau der Sydney Metro – Western Sydney Airport stellt Rhomberg Sersa die Feste Fahrbahn her. Auf einem oberirdischen Streckenabschnitt wird Beton mithilfe einer Betonpumpe eingebracht. Insgesamt umfasst der Auftrag rund 45 Kilometer Feste Fahrbahn.

Beim Bau der Sydney Metro – Western Sydney Airport stellt Rhomberg Sersa die Feste Fahrbahn her. Auf einem oberirdischen Streckenabschnitt wird Beton mithilfe einer Betonpumpe eingebracht. Insgesamt umfasst der Auftrag rund 45 Kilometer Feste Fahrbahn.

- © Rhomberg Sersa Rail Group

Am 25. Oktober 2026 hob am Western Sydney International (Nancy-Bird Walton) Airport der erste Passagierflug ab. Der Flughafen liegt im Westen von Sydney und soll an das Schienennetz angeschlossen werden. Die Metro zum Terminal fährt allerdings noch nicht. Ihr Gleisbett ist dagegen fertig: Am 11. Juni 2026 erklärte die Regierung von New South Wales die Gleisverlegung zwischen St Marys und Bradfield für abgeschlossen. Im Tunnel kam dafür eine Betonlinie zum Einsatz, die sich über mehr als 200 Meter erstreckte.

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23 Kilometer, sechs Stationen: Die Flughafen-Metro von Sydney

Die Linie Sydney Metro – Western Sydney Airport ist 23 Kilometer lang und verbindet den Bahnknoten St Marys mit dem Flughafen und der Station Bradfield. Die Stationen heißen St Marys, Orchard Hills, Luddenham, Airport Business Park, Airport Terminal und Bradfield. Von St Marys zum Terminal soll die Fahrt nach der Inbetriebnahme etwa 15 Minuten dauern, so lautet die Prognose der Behörde. Eine direkte Metroverbindung ins Zentrum Sydneys entsteht dadurch nicht: In St Marys ist der Umstieg in die Bestandsbahn vorgesehen.

New South Wales kündigte im Jänner 2026 an, bis zur Eröffnung der Metro einen kostenlosen Bus vom Bahnhof St Marys zum Flughafen einzusetzen. Die Metro selbst soll 2027 den Betrieb aufnehmen. Sie ist eine eigenständige Infrastrukturmaßnahme und nicht Teil des Flughafenbaus.

Gebaut wird die Strecke im Paket SSTOM, die Abkürzung steht für Stations, Systems, Trains, Operations and Maintenance. Auftraggeber von Rhomberg Sersa Australia ist Webuild, Partner im Konsortium Parklife Metro. Das Bauunternehmen Clough nennt Rhomberg Sersa Australia in seinem Bericht über den Tunnelgleisbau ausdrücklich als Subunternehmer.

Eine speziell entwickelte Concrete Placement Unit (CPU) von Rhomberg Sersa beim Einsatz im Tunnel der neuen Flughafen-Metro in Sydney. Die Maschinen ermöglichen den weitgehend mechanisierten Einbau der Festen Fahrbahn.

- © Rhomberg Sersa Rail Group

45 Kilometer Feste Fahrbahn, 8 Kilometer Schottergleis: Was Rhomberg Sersa baut

Rhomberg Sersa Australia verlegte nach eigener Darstellung 45 Kilometer Feste Fahrbahn, dazu 8 Kilometer Schottergleis und einen weiteren Kilometer Gleis in eingebetteter Bauweise und auf Einzelstützen. Bei der Festen Fahrbahn liegen die Schienen nicht im klassischen Gleisschotter, sondern auf einer starren Tragplatte aus Beton. Rhomberg Sersa bezeichnet das Paket als Australiens längstes durchgehendes System Fester Fahrbahn. Das ist eine Angabe des Unternehmens, eine unabhängige Rekordliste gibt es dazu nicht.

Dass die Linie 23 Kilometer lang ist und das Paket mehr Gleiskilometer umfasst, liegt an der Zählweise: Die Gleislänge schließt mehrgleisige Abschnitte und unterschiedliche Bauwerksbereiche ein. Die Streckenlänge der Metro und die Gleislänge im Auftragspaket sind verschiedene Maße.

Die Arbeiten fanden in vier unterschiedlichen Baustellenwelten statt: im Tunnel, auf Viadukten, auf oberirdischen Streckenabschnitten und im Abstell- und Wartungswerk Orchard Hills. In dem Werk werden die neuen Metrofahrzeuge montiert, gewartet und stationär geprüft. Nach der Referenz von Rhomberg Sersa dauerten die Arbeiten von 2025 bis 2026, in Spitzenzeiten waren mehr als 450 Menschen im Einsatz.

Vier Betoneinbaueinheiten: Wie die Gleistragplatte entsteht

Für den Einbau des Ortbetons entwickelte Rhomberg Sersa nach eigener Darstellung vier Concrete Placement Units, kurz CPU. Das sind Betoneinbaueinheiten, die die Tragplatte unter dem Gleis in gleichmäßiger Qualität entlang der langen Strecke herstellen. Dazu kommt eine wiederverwendbare Schalung, also die Form, in die der Beton gegossen wird. Nach Angaben des Unternehmens verringert sie Abfall und Umweltwirkung.

Es gibt zwei Varianten: Die Tunnel-CPU ist selbstfahrend und mehrteilig. Integrierte Verteilungseinrichtungen ersetzen dort einen Teil des manuellen Führens schwerer Betonleitungen, bodennahe Arbeitsplattformen über die gesamte Breite verbessern den Arbeitsplatz. Die Outdoor-CPU übernimmt diese Prinzipien für Freiluftbedingungen mit wechselnder Witterung und offener Linienführung. Dass die Systeme sicherer und produktiver arbeiten, ist die Bewertung des Herstellers.

Entwickelt wurde die Tunnel-CPU nach dem Fachartikel von Rhomberg Sersa zunächst für das Projekt Cross River Rail in Brisbane. Für den Flughafen von Western Sydney wurde das Konzept weitergeführt und an freie Strecken angepasst.

Rhomberg Sersa setzt beim Bau der Sydney Metro – Western Sydney Airport eigens entwickelte Beton-Einbaueinheiten ein. Die Spezialmaschinen unterstützen die Herstellung der schotterlosen Gleiskonstruktion auf den oberirdischen Streckenabschnitten.

- © Rhomberg Sersa Rail Group

Mehr als 200 Meter: Die Betonlinie im Tunnel

Im Tunnel bestand die Anlage aus mehreren Geräten, die gemeinsam wie eine bewegte Fertigungsstraße arbeiteten: Betoneinbaueinheit, Zweiwege-Betonshuttle, Förderleitung, Pumpe und Nachbearbeitungsplattform. Zusammen erstreckten sie sich laut Clough über mehr als 200 Meter. Die Länge gilt für den Verbund aller Geräte, nicht für die Einbaueinheit allein.

Mit dieser Anordnung entstanden im Durchschnitt 70 bis 85 Meter Gleistragplatte pro Tag, abhängig von der Entfernung zur Betonübergabestelle. Der Zweiwege-Shuttle brachte den Beton bis zu zwei Kilometer weit in jede Richtung. Je länger der Weg, desto stärker wirkt sich das auf den Tagesausstoß aus: Ohne planbare Zufuhr kann auch die beste Einbaueinheit ihre Leistung nicht halten.

Laut Clough arbeitete in diesem Tunnelablauf ein Tages- und Nachtteam von bis zu 80 Menschen. Tagsüber wurde Beton eingebaut, nachts liefen Wartung und Logistik.

92 Kilometer Stahlschienen, über 76.000 Schwellen: Vom Stahlwerk auf die Trasse

Sydney Metro beschreibt die Reihenfolge im Gleisbau: Zuerst werden die Schienen auf Schwellen gelegt und befestigt. Dann bringt ein Ausrichtsystem die Gleise in ihre endgültige Position, und anschließend fixiert eine Betonage die Lage. Rhomberg Sersa erläutert allgemein, dass Gleislage und Vermessungsfestpunkte eine millimetergenaue Ausrichtung ermöglichen.

Die Regierung von New South Wales meldete am 11. Juni 2026, im Zuge der Gleisverlegung seien insgesamt 92 Kilometer australische Stahlschienen mit 6.408 Tonnen Gewicht eingebaut worden, dazu mehr als 76.000 Schwellen. Das sind die Stahlschienen des gesamten Projekts und nicht die Länge der Festen Fahrbahn.

Den Weg der Schienen beschreibt Sydney Metro so: 20 Meter lange Stahlschienen aus Südaustralien gelangen über Newcastle zur Baustellenlogistik bei Luddenham South. Dort werden sie zu 120 Meter langen Schienensträngen verschweißt und mit einer Gleiseinziehmaschine auf die Schwellen gelegt. Zum Leistungsumfang von Rhomberg Sersa gehören laut dem Projektverantwortlichen außerdem zehn Weichen und drei sogenannte Diamond Crossovers, das sind besondere Weichenanordnungen mit Gleiskreuzung.

Blick auf die fertiggestellte Feste Fahrbahn der Sydney Metro – Western Sydney Airport auf einem Viadukt. Die von Rhomberg Sersa errichteten Gleisanlagen verlaufen durch Tunnel, über Brücken und entlang oberirdischer Streckenabschnitte.

- © Rhomberg Sersa Australia

Seit 11. Juni 2026: Gleisbau fertig, Metro noch nicht in Betrieb

Nach der Gleisverlegung folgen die Ausrüstung von Tunneln und Viadukten, die Stromversorgung und die Zugtests. Alle sechs Bahnsteige waren im Juni fertig, ein Teil der 40 Rolltreppen und der 108 Bahnsteigtüren befand sich noch im Einbau. Für den Fahrgastbetrieb ist laut New South Wales das Jahr 2027 vorgesehen.

25,1 Kilometer im Jahr 2017: Die Vorgängerlinie Sydney Metro Northwest

Rhomberg Sersa Australia ist in Sydney kein Neuling. Bei Sydney Metro Northwest baute das Unternehmen 2017 insgesamt 25,1 Kilometer Ortbeton-Feste-Fahrbahn, darunter 1,9 Kilometer schwimmend gelagerte Abschnitte.

FACTBOX: Gleisbau Sydney Metro – Western Sydney Airport

  • Projekt: Sydney Metro – Western Sydney Airport, Paket SSTOM (Stations, Systems, Trains, Operations and Maintenance)
  • Ort: westlicher Großraum Sydney, New South Wales, Australien
  • Gleisbau: Rhomberg Sersa Australia (Tochter der Rhomberg Sersa Rail Group, Bregenz und Zürich)
  • Auftraggeber der Gleisbaufirma: Webuild im Konsortium Parklife Metro
  • Leistung laut Rhomberg Sersa: 45 km Feste Fahrbahn, 8 km Schottergleis, 1 km eingebettetes Gleis und Gleis auf Einzelstützen
  • Bauzeit laut Rhomberg Sersa: 2025 bis 2026, mehr als 450 Menschen in Spitzenzeiten
  • Gleisverlegung abgeschlossen: 11. Juni 2026 (Regierung New South Wales)

Technik

  • Vier Concrete Placement Units (Tunnel- und Outdoor-Variante), wiederverwendbare Schalung
  • Betonlinie im Tunnel: mehr als 200 m (laut Clough)
  • Tagesleistung im Tunnel: durchschnittlich 70 bis 85 m Gleistragplatte (laut Clough)
  • Betonversorgung: Zweiwege-Shuttle bis zu 2 km je Richtung
  • Tunnelteam: bis zu 80 Personen im Tages- und Nachtbetrieb
  • Weichen und Kreuzungen im Leistungsumfang: zehn Weichen, drei Diamond Crossovers
  • Verlegte Stahlschienen im Gesamtprojekt: 92 km, 6.408 t, mehr als 76.000 Schwellen

Metro-Linie

  • Länge: rund 23 km, sechs Stationen (St Marys, Orchard Hills, Luddenham, Airport Business Park, Airport Terminal, Bradfield)
  • Fahrzeit St Marys – Airport Terminal: etwa 15 Minuten (Prognose)
  • Fahrgastbetrieb: für 2027 angekündigt
  • Erster Passagierflug am Western Sydney International Airport: 25. Oktober 2026

Vorgängerprojekt

  • Sydney Metro Northwest (2017): 25,1 km Ortbeton-Feste-Fahrbahn, davon 1,9 km schwimmend gelagert