Deutschland : Ifo-Institut warnt vor Verteuerung geplanter Infrastrukturinvestitionen

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Das Sondervermögen der schwarz-roten Bundesregierung soll über mehrere Jahre rund 500 Mrd. Euro in den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur lenken. Wirtschafts- und Bauverbände begrüßen die Initiative grundsätzlich, fordern aber eine rasche Umsetzung.

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Das schuldenfinanzierte „Sondervermögen“ in Höhe von 500 Mrd. Euro könnte laut aktuellen Analysen zu einer spürbaren Verteuerung führen – insbesondere in einem ohnehin angespannten Bau- und Planungsmarkt.

„Dadurch wird die Nachfrage stark erhöht, was wiederum zu höheren Löhnen führen kann“, erklärte das Institut. Besonders betroffen seien Branchen mit akutem Fachkräftemangel. Neben steigenden Löhnen könnten auch Immobilienpreise sowie Kosten für Bau- und Planungsleistungen deutlich anziehen.

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Warnung vor ineffizientem Mitteleinsatz

„Es muss dringend darauf geachtet werden, dass die Mittel effizient eingesetzt werden und nicht durch steigende Preise verpuffen“, betonte Oliver Falck, Leiter des Ifo-Zentrums für Innovationsökonomik und Digitale Transformation. Er plädiert für eine klare Priorisierung der geplanten Projekte:
„Investitionen müssen dort ansetzen, wo sie die größte Wirkung für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit entfalten – gleichzeitig muss aber auch berücksichtigt werden, ob ausreichende Kapazitäten für die Umsetzung der Investitionsprojekte vorhanden sind.“

Um Engpässe zu vermeiden, sei es laut Falck notwendig, gezielt Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen.

500 Mrd. Euro in Planung – konkrete Ausschreibungen fehlen

Das Sondervermögen der schwarz-roten Bundesregierung soll über mehrere Jahre rund 500 Mrd. Euro in den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur lenken. Wirtschafts- und Bauverbände begrüßen die Initiative grundsätzlich, fordern aber eine rasche Umsetzung. Entscheidend sei, dass die Mittel tatsächlich in Bauprojekte münden und nicht durch langwierige Verfahren oder Preissteigerungen verpuffen.

„Unsere Unternehmen brauchen so schnell wie möglich Klarheit, wann und welche Mittel für Straßen, Brücken, Wasserstraßen definitiv zur Verfügung stehen“, sagte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB). „Die Branche wartet dringend auf Ausschreibungen, auf konkrete Projekte.“

Forderung nach Planungsbeschleunigung

Um die Investitionen gesamtwirtschaftlich wirksam werden zu lassen, fordern Verbände beschleunigte Genehmigungsverfahren und einen umfassenden Bürokratieabbau. Nur wenn Projekte zügig ausgeschrieben und umgesetzt werden, könnten sie zur Modernisierung der Infrastruktur und zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen.

Viele Expertinnen und Experten sehen in den geplanten Maßnahmen einen notwendigen Schritt nach Jahren der Vernachlässigung. Die Verkehrsinfrastruktur, insbesondere Brücken, Straßen und Wasserwege, gilt in zahlreichen Bereichen als sanierungsbedürftig.

Infobox: Sondervermögen Infrastruktur

  • Volumen: 500 Mrd. Euro
  • Ziel: Modernisierung und Ausbau der Verkehrs-, Energie- und Digitalinfrastruktur
  • Herausforderungen: Fachkräftemangel, steigende Baupreise, Genehmigungsdauer
  • Forderung der Bauwirtschaft: Planungsbeschleunigung, klare Ausschreibungen, Verlässlichkeit bei Mittelabruf