Nachhaltigkeit : Holcim nimmt erste CO₂-Speicheranlage Österreichs in Betrieb

CO₂-Bindung im Produktionsprozess
Die im Betonwerk Albern installierte Anlage ermöglicht es, CO₂, das zuvor in einer Biogasanlage abgeschieden wurde, in den Produktionsprozess einzubinden. Konkret wird das CO₂ dem im Werk anfallenden Waschwasser aus Betonmischwagen zugeführt. In einem Karbonatisierungsprozess reagiert das CO₂ mit den Zementbestandteilen im Wasser und wird in Form von Kalkstein mineralisiert. Das aufbereitete Mischwasser kann anschließend erneut in der Betonproduktion verwendet werden, ohne die Produktqualität zu beeinträchtigen.
Mit dieser Technologie lassen sich jährlich bis zu 142 Tonnen CO₂ dauerhaft speichern. Das entspricht rechnerisch der CO₂-Bindungsleistung von rund 14.000 ausgewachsenen Bäumen. Die erzielten CO₂-Entfernungsleistungen werden nach den Vorgaben des internationalen Gold Standard geprüft und zertifiziert.
Partnerschaft mit Start-up neustark
Holcim kooperiert bei dem Projekt mit neustark, einem auf CO₂-Speichertechnologien spezialisierten Start-up mit Sitz in der Schweiz. Die Zusammenarbeit wurde 2023 gestartet und soll zur weiteren Dekarbonisierung der Betonproduktion beitragen. Weltweit betreibt neustark bereits 31 Abscheidungs- und Speicheranlagen.
„Schwer vermeidbares CO₂ dauerhaft zu speichern, ist unsere Vision. Mit der ersten Anlage in Österreich erreichen wir einen weiteren Meilenstein“, erklärt Johannes Tiefenthaler, Mitgründer und Co-CEO von neustark.
Beitrag zur Dekarbonisierung der Bauwirtschaft
Für Holcim ist die Inbetriebnahme der Anlage ein weiterer Schritt zur Reduktion der CO₂-Emissionen in der Bauwirtschaft. Bereits seit 2024 sind die Holcim-Betonwerke in Österreich nach dem CSC Concrete Sustainability Council mit dem Gold-Standard für Nachhaltigkeit zertifiziert. Im Werk Alberner Hafen kommen zudem weitere Maßnahmen zur Emissionsreduktion zum Einsatz: So wird dort seit Sommer 2024 ausschließlich elektrisch gewonnener Sand und Kies aus dem grenznahen Kieswerk in Hegyeshalom verarbeitet und mit dem Zug transportiert. Zusätzlich verwendet Holcim bei der Betonproduktion den ECOPlanet-Zement, der die Anforderungen der EU-Taxonomie für Klimaschutzmaßnahmen erfüllt.
„Mit der neuen CO₂-Speicheranlage setzen wir unsere Nachhaltigkeitsstrategie konsequent fort und nutzen weitere Potenziale zur Dekarbonisierung unserer Produktion“, betont Markus Schenkl, Geschäftsführer Holcim Beton Österreich.