Inwieweit profitieren Sie da von Ihrer stabilen Eigentümerstruktur? Kratochwill: Das ermöglicht uns, langfristig zu denken und strategische Entwicklungen konsequent umzusetzen. Gleichzeitig hat sich die Aktionärsstruktur zuletzt etwas verbreitert, was die Kapitalmarktfähigkeit stärkt.
Wird der Hochbau an Bedeutung verlieren?
Kratochwill: Nein, aber er wird sich verändern – insbesondere durch serielle Bauweisen. Es muss schneller, effizienter und nachhaltiger gebaut werden, und zugleich steht der Fachkräftemangel im Raum. Serielles Bauen liegt daher auf der Hand.
Wie groß sehen Sie Ihre gesellschaftliche Verantwortung im Wohnbau? Kratochwill: Der Bedarf ist enorm. Wir sehen unsere Aufgabe darin, wirtschaftlich tragfähige Lösungen anzubieten. Das zeigen wir mit unserem neuen Produkt Tetriqx. Durch die standardisierte Planung und die serielle Bauweise lässt sich die Bauzeit um fast die Hälfte halbieren und ein günstiger Quadratmeterpreis erzielen.
Wie sieht es beim Bauen im Bestand aus?
Kratochwill: Das wird ein zentrales Thema der kommenden Jahre. Wenn Europa bis 2050 klimaneutral werden will, dann betrifft das vor allem Gebäude, die bereits heute stehen. Entsprechend rückt der Bestand stark in den Fokus.
Wir sehen hier großes Potenzial. Projekte wie die Generalsanierung der PVA zeigen, dass sich Bestandsgebäude technisch auf ein Niveau bringen lassen, das einem Neubau sehr nahekommt. Wenn der Eigentümer langfristig denkt, ist das eine Win-win-Situation. Durch geringere Betriebskosten – etwa wegen des neuen Heizsystems und der besseren Fassade – kann sich die Investition in weniger als zehn Jahren über die Einsparungen amortisieren. Wir sind in diesem Bereich sehr stark aufgestellt. Wir können dort bis zur Fassade, die wir in unserem eigenen Werk fertigen, alles selbst anbieten.
Ist Bauen im Bestand nicht oft teurer als Neubau?
Kratochwill: Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Man spart sich Abbruch, Entsorgung und große Teile des Rohbaus. Wenn die Grundstruktur passt, kann das wirtschaftlich durchaus sinnvoll sein. Auch aus Nachhaltigkeitssicht ist Bauen im Bestand sehr sinnvoll.