Zementindustrie blickt auf 2024 zurück : Minus 10 Prozent am österreichischen Zementmarkt

Spaun und Primas

VÖZ-Geschäftsführer Sebastian Spaun und VÖZ-Präsident Haimo Primas.

- © Seelig / VÖZ

Die österreichische Zementindustrie erwirtschaftete 2024 einen Umsatz von 652,6 Millionen Euro – ein Plus von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt produzierten die acht Zementwerke 2024 rund 4,512 Millionen Tonnen Zement, was einem Anstieg von 2,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. 

„Dieses Ergebnis spiegelt jedoch nicht die Entwicklung des österreichischen Zementmarkts wider, der ein Minus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Aufgrund der schwierigen Lage der Bauwirtschaft haben unsere Mitglieder Exportmöglichkeiten gesucht, die meiner Meinung nach aber nicht nachhaltig bedienbar sind. Die Schaffung von leistbarem Wohnbau muss nun dringend zur Priorität der neuen Bundesregierung werden”, fordert Haimo Primas

Eine erfreuliche Tendenz zeigt sich bei der weiteren Steigerung des Einsatzes alternativer Brennstoffe. „Mit einer Ersatzbrennstoffrate von 88 Prozent haben wir uns im internationalen Vergleich abermals an die Weltspitze katapultiert“, so VÖZ-Geschäftsführer Sebastian Spaun
Auch bei den CO2-Emissionen kann die VÖZ Erfolge verzeichnen: Diese sanken um 7,9 Prozent auf 2,082 Millionen Tonnen. Die österreichische Zementindustrie ist auch bei der Minderung klassischer Luftschadstoffe (NOx, SOx und Staub) ein Musterschüler.

Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft

Beim Klimaschutz hat sich die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie, VÖZ, ehrgeizige Ziele mit der Erstellung ihrer Roadmap gesetzt. Denn für die Umsetzung dieser sind innovative Lösungen im Kontext der Transformation der Wertschöpfungskette Zement und Beton gefragt – von materialtechnischen Optimierungen über den Einsatz sekundärer Rohstoffe bis zur Abscheidung der CO2-Emissionen, Weiterverarbeitung und gegebenenfalls geologischen Speicherung (CCUS). Zentral für das Gelingen der tiefgreifenden Transformationsprojekte sind jedoch die langfristige Planungssicherheit und die Finanzierbarkeit für die österreichischen Unternehmen.

„Auch in Bezug auf Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung konnten wir unsere europäische Spitzenposition ausbauen. Bereits seit Ende der 1990er Jahre beschreiten wir konsequent den Weg der Kreislaufwirtschaft“, sagt Haimo Primas. „Wir befinden uns trotz vieler Herausforderungen auf einem erfolgsversprechenden Weg“. 

533 Kilo Sekundärstoffe (Ersatzstoffe und alternative Brennstoffe) wurden bei der Herstellung pro Tonne Zement eingesetzt; ein Plus von 1,5 Prozent beim sogenannten Ressourcenschonungsfaktor.