Interview zum Baukongress mit vielen Neuerungen : "Maßgebende Vertreter aller Branchen des Bauwesens treffen"

Baukongress Krammer und Pauser

ÖBV-Vorstandsvorsitzender Peter Krammer und ÖBV-Geschäftsführer Michael Pauser beim letzten Baukongress.

- © nadine studeny

Was an Neuem erwartet die Kongressbesucher am Baukongress 20026?

Michael Pauser: Da gibt es vieles an neuen Ideen. Fangen wir gleich mit dem Kongress-Slogan 2026 an: ONE RACE. ONE GOAL. ONE SPIRIT. Um schnell und nachhaltig etwas in der Öffentlichkeit bewegen zu können, dazu braucht es eine neutrale Plattform, wie die ÖBV, die als größte im Bauwesen in der gesamten Baubranche Österreichs Gehör findet.

Wenn man einen Blick in das Veranstaltungsprogramm wirft, dann kann man bereits aus dem Titel Ihrer Eröffnungsrede „ONE GOAL: Die Zukunft des Bauens gemeinsam gestalten" auf die gute Zusammenarbeit in der ÖBV schließen.
Peter Krammer: Das ist richtig. Wir müssen gemeinsam mit Vertretern der Bauherren- und Betreiberunternehmen, Bau- und Baustoffindustrie, Ingenieurbüros und Wissenschaft die neutrale Plattform nutzen, um alle im Vorstand eingebrachten wichtigen Themen für das Bauwesen in der ÖBV gemeinsam zu erarbeiten und in die Öffentlichkeit akkordiert zu transportieren.

Dadurch ist jede ÖBV-Serviceleistung bereits bei allen Verantwortlichen im Vorfeld abgestimmt und wird in der Öffentlichkeit sofort angenommen?Krammer: Ja genau. Ich kann Ihnen dazu sofort drei Beispiele liefern: 

  • 1. Beispiel, wir haben es in Österreich bei technisch komplexen Pilotprojekten, sowohl in der Infrastruktur als auch im Hochbau, geschafft, das partnerschaftliche Vorgehen zwischen Bauherrn und Bauausführenden mit dem österreichischen Allianzmodell umzusetzen. Und schon werden wir die, daraus resultierenden, Erfahrungen in einem zusätzlichen ÖBV-Merkblatt niederschreiben, sodass die künftigen Anwender bei ihren nächsten Baustellen mit Allianzmodell wesentliche Vereinfachungen erhalten. 
  • 2. Beispiel, um die Entwicklungen im BIM-Bereich koordiniert und damit schneller vorantreiben zu können, haben wir eine Steuerungsgruppe, die eine eigene ÖBV-Datenbank betreibt und veröffentlichen wird. 
  • 3.Beispiel, mit dem ÖBV-Merkblatt „CO2-Klassen für Beton“ sehen wir uns in einer nachhaltigen Vorreiterrolle die Anwendbarkeit von CO2 -Klassen bereits jetzt in der Praxis zu ermöglichen und geleichzeitig eine Vorarbeit für zukünftige Normenentwicklungen dazu zu leisten.

Was gibt es Neues im Bereich BIM?
Pauser: Im Bereich BIM hat die ÖBV mit ihrem Startup „bim-t“ ebenfallls eine Vorreiterrolle übernommen. BIM ist noch immer nicht dort angelangt, wo es schon längstens sein sollte! Wir reden schon seit mehr als 10 Jahren viel darüber und können es noch immer nicht unternehmensübergreifend effizient und qualitätsgesichert umsetzen. Jedes Unternehmen entwickelte ihre eigenen Datenstrukturen, wodurch identische Inhalte unterschiedlich benannt, unterschiedlich verschachtelt und unterschiedlich formalisiert wurden. Mit der Datenplattform bim-t kann damit alles gelöst werden.

Was erwartet uns in der Keynote zum Baukongress 2026?
Krammer: Darin wird es bereits um den nächsten Schritt der Digitalisierung gehen. Wir holen mit Sarah Buchner und ihrem Vortragstitel „Bes­ser bauen mit KI: Die Zukunft des Bauwesens“ Erfahrungen aus dem Silicon Valley zu uns nach Wien. Durch die Verbindung von In­novationskultur, Geschwindigkeit und Praxis schafft sie Brücken zwischen Baustelle und Digitalisierung – mit dem Ziel, Arbeitsab­läufe zu optimieren, Verschwendung zu reduzieren und Bauherren zu befähigen, besser zu bauen. 
Am Baukongress 2018 hat Sa­rah Buchner, übrigens unseren Bautechnikpreis mit Ihrer vor­ausschauenden Diplomarbeit „Risiken und Chancen alternativer Vertrags-/Partnerring-Modelle“ gewonnen. Wir wussten schon da­mals, dass sie großes Potenzial hat.

Koop Award mit Nachhaltigkeitsaspekten

Was gibt es Neues bei den Vortrags-Sessions?
Pauser: Auf Basis einer Befragung wurden alle Sessions vollständig überarbeitet und themenscharf ausgerichtet. Führende Stimmen aus Projektentwicklung, Planung, Ausführung und Wissenschaft geben Einblicke in die dringendsten Zukunftsthemen der Branche.

Das neue Session-Programm:

  • Nachhaltigkeit & Ressourceneffizienz – die größte Session des Kongresses
  • Wahlweise: BIM oder innovative Materialien & neueste Technologien
  • Erstmals: Zukunftstrends im Hoch- und Infrastrukturbau
  • Am zweiten Tag:Planen & Ausführen im Hochbau oder im Infrastrukturbau
  • Neu: Erweiterte Session Tunnel- & Ingenieurbau
  • Premiere: Baubetrieb & Baurecht

Wird es die Verleihung des KOOP Awards wieder geben?
Pauser: Der renommierte KOOP Award für Österreichs kooperativste Teams im Hoch- und Infrastrukturbau wird 2026 um Nachhaltigkeitsaspekte erweitert. Wir sind schon gespannt, welche Teams erstmals den neuen KOOP+ Award in der Eröffnungssession am Baukongress entgegennehmen werden. 

Kongress-App für mehr Besucher-Erlebnis

Worauf freuen Sie sich persönlich beim Baukongress 2026 am meisten?Krammer: Auf gute Gespräche und das Netzwerken natür­lich. Nirgendwo sonst kann man innerhalb kurzer Zeit alle maßgebenden Vertreter aller Branchen des Bauwesens treffen. Mit unserer Kongress-App wird es außerdem wieder möglich sein, das Kongress-Erleb­nis mit personalisierbarem Programm, Markierfunktionen, Ausstellerterminen und direktem Kontakt zu Vortra­genden selbst zu gestalten. 

Am Abend wer­den wir im ACV mit Lounge Areas von den „Golden Sponsors“ Swietelsky, Strabag, Porr und Habau in lockerer Atmosphäre und Musikuntermalung den ersten Kongress­tag gesellig ausklingen lassen.

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