Global Power of Construction 2025 : Leichtes Minus in der globalen Bauwirtschaft

Gabriele Etzl, Partnerin und Head of Real Estate bei Deloitte Legal

Gabriele Etzl, Partnerin und Head of Real Estate bei Deloitte Legal

- © angelika schiemer

Nach den umsatztechnischen Höhenflügen der vergangenen Jahre ist der Wachstumskurs der internationalen Baubranche bekanntlich mittlerweile zu Ende. Laut aktuellem Deloitte Report erwirtschafteten die 100 größten börsengelisteten Baufirmen im Geschäftsjahr 2024 einen Gesamtumsatz von 1,98 Billionen US-Dollar (rund 1,72 Billionen Euro) – und damit einen leichten Rückgang gegenüber 2023. Auch in Österreich sind die Rahmenbedingungen für die Branche nicht einfach, dennoch finden sich Strabag und Porr unter den Top-100 wieder.

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Mit den „Global Powers of Construction” analysiert Deloitte den Status Quo der internationalen Bauwirtschaft jährlich und ermittelt die umsatzstärksten Bauunternehmen der Welt. Der neue Report zeigt: Die globalen wirtschaftlichen Unsicherheiten haben nach einem Wachstumskurs mittlerweile ihre Spuren hinterlassen. So musste die Branche im vergangenen Geschäftsjahr einen leichten Umsatzrückgang von 1 Prozent hinnehmen. Die Marktkapitalisierung ist – nach 25 Prozent 2023 – lediglich um 13 Prozent angestiegen.

„In unsicheren Zeiten wird mehr gespart – das merkt man natürlich auch in der Baubranche", weiß Gabriele Etzl, Partnerin und Head of Real Estate bei Deloitte Legal. Trotzdem werde für den weltweiten Baumarkt bis 2030 respektables Wachstum erwartet, so Etzl.

Strabag und Porr unter den Top 100

In Österreich kämpft die Baubranche seit einigen Jahren mit einer rückläufigen Bautätigkeit. Dennoch haben es zwei österreichische Unternehmen erneut unter die Top 100 im Report geschafft. Die Strabag erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2024 laut Report einen Umsatz von 18,851 Milliarden US-Dollar (rund 16,34 Milliarden Euro) und ist damit um einen Platz auf Rang 21 abgerutscht. Die Porr konnte ihre Platzierung verteidigen: Mit einem Umsatz von 6,698 Milliarden US-Dollar (rund 5,81 Milliarden Euro) belegt sie im Report Rang 51. „Das ist ein positives Zeichen für die gesamte Branche und gibt Hoffnung, dass die Prognosen, wonach es in der zweiten Jahreshälfte 2025 mit dem Bau hierzulande wieder bergauf gehen soll, eintreten werden“, erklärt Etzl.

>>> Weiter ins Detail in der österreichischen Bauwirtschaft geht's hier: Die Top 150 Baufirmen Österreichs

Die Top 10 der global umsatzstärksten Bauunternehmen laut dem Global Powers of Construction 2025 Report von Deloitte.

- © Deloitte

China dominiert Liste weiterhin

International wird die Liste wieder von den chinesischen Bauriesen angeführt – wenn auch mit zunehmender Konkurrenz aus Europa: „China bleibt weiterhin unangefochtener Spitzenreiter der globalen Baubranche. Doch die Konkurrenz aus Europa schläft nicht. Mit Vinci und Bouygues aus Frankreich und Actividades de Construccion y Servicios aus Spanien sind mittlerweile schon drei europäische Konzerne in den Top 10 vertreten", fasst die Expertin zusammen. Zurückzuführen sei dieser zunehmende Erfolg unter anderen auf den Ausbau der europäischen Bautätigkeit im Nahen Osten.

Die Ränge von 1 bis 5 bleiben fest in der Hand von Unternehmen aus China. Als Spitzenreiter gilt die China State Construction Engineering Corp. Ltd. (CSCEC) mit einem Umsatz von 303,951 Milliarden US-Dollar (rund 263,57 Milliarden Euro). Insgesamt hält die Volksrepublik sieben Konzerne in den Top 10 und weitere vier unter den gesamten Top 100. Sie erwirtschafteten 2024 gemeinsam 51 Prozent des gesamten Branchenumsatzes. Mit der französischen Vinci Gruppe und einem Umsatz von 77,496 Milliarden US-Dollar (rund 67,2 Milliarden Euro) befindet sich das umsatzstärkste europäische Bauunternehmen auf Platz 6.