Immobilienentwickler, Gebäudetechnik, Holzindustrie : Teil 2 des großen Bau-Reputationsreports 2025

Ranking Grafik
© WIM / Johanna Kellermayr

Die 10 Immobilienentwickler mit dem besten Ruf der Branche

  1. Platz: 3SI

    Nachhaltigkeit: 3SI setzt auf Sanierung und nachhaltige Revitalisierung von historischen Altbauten, z.B. am Alsergrund in Wien; 3SI erhält ÖGNI-Preise für nachhaltige Projekte

     

  2. Platz: BIG

    Wirtschaftlichkeit: BIG-Gewinnausschüttung vs. Sparkurs der Regierung ist Thema im Parlament; Investition in Sanierungen von Bildungseinrichtungen (u.a. BG/RBG Zirkusgasse, Bundesschulcluster Liezen)

    Nachhaltigkeit: BIG wird in nächsten 2 Jahren 2 Mrd. Euro in Dekarbonisierung ihrer Liegenschaften investieren; Entwicklung Campus Inffeldgasse - nachhaltiger Hochschulcampus; Initiative zur Reduktion von Energieverbrauch in Schulen gestarten

     

  3. Platz: Soravia

    Management: Hans-Peter Weiss wechselt im Oktober 2024 von BIG zu Soravia (als Leiter Real Estate Sparte); neuer CFO Bernhard Hundskarl bei ADAMO (Teil der SORAVIA-Gruppe); etablierung der ESG-Board zur Koordination von Nachhaltigkeit, Compliance und Reporting über alle Tochtergesellschaften

     

  4. Salzburg Wohnbau
  5. UBM Development
  6. Glorit
  7. ARE
  8. WINEGG
  9. ÖWG
  10. Wien 3420

Die 10 reputationsstärksten Gebäudetechnik-Unternehmen

  1. Platz: Ökofen

    Arbeitgeber: Ökofen ist als stabiler Arbeitbeber in der Heizungs/Energiebranche sichtbar und unterstützt Projekte zur Lehrlingsausbildung in der Energiebranche. Der Geschäftsführer betont die Notwendigkeit von Ausbildung, um den Heizungsbau abzusichern.

     

  2. Platz: Viessmann

    Produkt: Viessmann positioniert sich mit der neuen Produktfamilie „Klimalösungen fürs Haus“ (Wärmepumpen, Speicher, Steuerung) als Komplettanbieter für Gebäudetechnik; Präsentation eines innovativen Heiz- und Kühlsystems auf Eisspeicherbasis in Kooperation mit IKEA Österreich.

     

  3. Platz: Geberit

    Wirtschaftlichkeit: Geberit meldet im Halbjahresbericht 2024 ein leichtes Umsatzwachstum (+2,5 %) trotz rückläufiger Neubautätigkeit in Zentraleuropa. Der Zuwachs stammt aus Renovierungen und höherwertigen Produktsegmenten (Dusch-WCs, Spülsysteme); Die Geberit-Aktie steigt nach Veröffentlichung der Jahreszahlen um 4 %, Dividende von 12,80 CHF pro Aktie beschlossen. Geberit bleibt im SMI stabiler Wert trotz Branchenschwäche.

     

  4. Austria Email
  5. PREFA
  6. Vaillant
  7. iDM Energiesysteme
  8. Internorm
  9. Hargassner
  10. Valetta

Die 10 besten Holzindustrie-Betriebe

  1. Platz: Egger Gruppe

    Innovation: Vorstellung Egger Eco Box - zukunftsweisend für Holzrahmenbau; auf BAU 2025 in München Präsentation innovativer Produkte für nachhaltigen Holzbau und neuen Lösungen für Möbel- und Innenausbau; Kooperationen mit Forschungsinstituten für Plasmabeschichtungen; Allianz gegen Cyber-Kriminalität mit Siemens

     

  2. Platz: Leeb Balkone

    Wirtschaftlichkeit: Leeb Balkone trotz Krise erfolgreich, konnte Auftragsvolumen zum Vorjahr steigern, betont Erfolg durch Innovation, starker Fokus auf Exporte und gezielte Investitionen in zukunftsträchtige Technologien 

     

  3. Platz: Theurl

    Wirtschaftlichkeit: Theurl investiert in zwei Großprojekte zur nachhaltigen Energieerzeugung; Energieautarke Produktion aus Biomasse - Theurl setzt so Maßstäbe für Energieeffizienz

     

  4. Pfeifer Holz
  5.  Mayr Melnhof
  6. Rubner Gruppe
  7. Weitzer Parkett
  8. Hasslacher
  9. Kaindl
  10. Binderholz

Die 10 reputationsstärksten Bauunternehmen Österreichs

  1. Platz: Porr 

    Wirtschaftlichkeit: Die Porr meldet hohe Auftragsbestände und solide Ergebnisse, u.a. Rekorde im Orderbuch. Sie erhält einen 59,5-Millionen-Euro-Auftrag für Ausbau der St. Martins Therme im Burgenland.

    Management: Einstieg von Axel Melchior (Ex-ÖVP-Politiker) in den Aufsichtsrat. Das Porr-Management ist zentral an der Steuerung und Terminplanung des Brennerbasistunnels beteiligt. Die Vorstände äußern sich zur Inbetriebnahme 2032.

     

  2. Platz Strabag

    Nachhaltigkeit: Die Strabag saniert die A2 mit Recyclingasphalt, wodurch Materialien wiederverwertet werden. 

    Innovation: Die Strabag beteiligt sich an einer Forschungskooperation mit AEE INTEC im Green Energy Lab. Der Baukonzern testet Robotik, BIM und digitale Bauprozesse in Pilotprojekten.

     

  3. Platz: Leyrer + Graf

    Leyrer + Graf ist in den Medien sichtbar mit soliden, klassischen Bauprojekten (Sanierungen, Schulen, Tourismusbauten, Holzbau); es handelt sich meist um regionale Projekte mit begrenzter Reichweite, oft PR-getrieben.

     

  4. Swietelsky
  5. Rhomberg Gruppe
  6. Habau
  7. Gropyus
  8. Lieb Bau Weiz
  9. i+R Bau
  10. Wiehag
Bauunternehmen Reputation 2025
Die 10 Bauunternehmen mit der besten Reputation in Österreich - © WIM / Johanna Kellermayr

Die 10 Bauzulieferer Österreichs mit der besten Reputation

  1. Platz: Wienerberger

    Wirtschaftlichkeit: Wienerberger steigert Gewinn trotz Baukrise. Die Zahlen werden mehrfach in Leitmedien berichtet.

    Management: Wienerberger-CEO Heimo Scheuch wird als starke Stimme der Bauwirtschaft zitiert (z. B. zu Europa-Krise, Marktumfeld). Das Wienerberger-Management wird in Verbindung mit großen Fusionen & Übernahmen thematisiert.

     

  2. Platz: Austrotherm

    Produktion: Vorstellung eines Systems für geschlossenen Styropor-Kreislauf sowie Start einer Rücknahme- und Recyclingsammelaktion für Styropor.

     

  3. Platz: Baumit

    Nachhaltigkeit: Baumit stellt seine Werke auf 100 % erneuerbaren Strom um. Baumit wird im Kontext von Klimazielen und Industrieemissionen genannt; Gleichzeitig ist das Unternehmen stark in kritischen Nachhaltigkeitsdiskussionen präsent (Klimaneutralität schwer erreichbar, Belastung für Industrie).

     

  4. Platz: FunderMax
  5. Platz: RHI Magnesita
  6. Platz: MABA
  7. Platz: Knauf
  8. Platz: Murexin
  9. Platz: Mapei
  10. Platz: Steinbacher Dämmstoffe
Die Bauzulieferer mit dem besten Ruf Österreichs

Der Ruf der Branche

Für den Erfolg eines Unternehmens ist der Ruf ein entscheidender Faktor. Wie es um diesen bestellt ist, erhob das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF). Hier fließen Fragen ein, wie „Wer ist der beste Arbeitgeber?“, „Wer punktet bei Nachhaltigkeit?“, „Welche Themen stehen für die hervorragende Reputation im Vordergrund?“. Durch die Auswertung großer Mengen an Medienberichten und Online-Diskussionen wird gezeigt, welche Themen die Wahrnehmung der Bauwirtschaft prägen – und wie die einzelnen Unternehmen dabei abschneiden.

Studienator Axel Maireder dazu: „Reputation zeigt, wie gut Unternehmen die Erwartungen ihrer Stakeholder erfüllen. Durch die Analyse wird sichtbar, welche Themen die Wahrnehmung prägen – und wie sich diese im Laufe der Zeit verschieben.“

Auf dieser Methode baut der Reputationsreport auf

Die Studie analysierte die Online-Reputation von 291 Unternehmen der Bau- und Bauzuliefer- und Immobilienwirtschaft. Mittels Webcrawling und Social Listening wurden im Zeitraum von Juli 2024 bis Juni 2025 etwa 143.000 Aussagen aus verschiedenen Online-Quellen, einschließlich Social Media und Nachrichtenmedien, erfasst. Mittels KI-gestützter Textanalyse wurden alle Aussagen im Hinblick auf Reputationsdimensionen, Themen und Tonalität ausgewertet und über die Medienreichweite gewichtet. 

Um gut abzuschneiden, sollten Unternehmen in den sechs Reputationsdimensionen (Produkte, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Management, Arbeitgeber, Innovation) häufig und positiv erwähnt werden. Wenige Nennungen und negative Nennungen führen zu schlechteren Ergebnissen. „Reputation entsteht aus vielen Faktoren: Produktqualität, Innovationskraft, gesellschaftliches Engagement und mehr. Unternehmen müssen in mehreren Bereichen überzeugen, um ein starkes Bild in der Öffentlichkeit zu schaffen“, sagt Maireder.

„Reputation ist kein Schicksal!“

Axel Maireder, Geschäftsleiter des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung IMWF, im SOLID-Interview darüber, wie negative Schlagzeilen wirken, wie der Ruf aktiv verbessert werden kann und wie die Baubranche im Vergleich zu anderen Branchen abschneidet. 

SOLID: Warum ist Reputation wichtig? Bestätigt sich auch in der Baubranche der alte Spruch: „Ist der Ruf einmal ruiniert, lebt es sich völlig ungeniert“? Oder kann ein Unternehmen seine Reputation wieder verbessern? 

Axel Maireder: Der Spruch trifft im Wirtschaftsleben kaum zu – schon gar nicht in der Baubranche. Reputation entscheidet über Aufträge, Partnerschaften und Fachkräfte. Ein angeschlagenes Image kann Millionen kosten und langjährige Geschäftsbeziehungen gefährden. Doch Reputation ist kein Schicksal: Unternehmen können ihr Bild durch Transparenz bei Projekten, verlässliche Qualität, gelebte Nachhaltigkeit und klare Kommunikation aktiv verbessern. Beispiele zeigen, wie stark etwa Russland-Verflechtungen oder Kartellverfahren das Vertrauen über Jahre belasten können. 
Gleichzeitig belegen positive Fälle, dass sich Reputation erneuern lässt: Unternehmen, die glaubwürdig auf Zukunftsthemen wie Energieeffizienz, Ressourcenschonung oder Lehrlingsausbildung setzen, können Vertrauen zurückgewinnen.

Stichwort negative Bewertung, welche Faktoren spielen hier mit (z.B. Tod Klemens Haselsteiner)?

Der Tod von Klemens Haselsteiner ist ein passendes Beispiel. Solche Ereignisse wirken stark auf die öffentliche Wahrnehmung, weil bei aller Tragik natürlich Fragen zu Stabilität der Unternehmensführung aufkommen können. Dies war bei der Strabag jedoch kaum der Fall: Es wurde respektvoll, transparent, klar kommuniziert und dadurch signalisiert: Wir sind handlungsfähig! Dadurch ist das Unternehmen reputationsseitig stabil geblieben. 

Solche Fälle sind aber insgesamt sehr selten. In der Baubranche geht es viel häufiger um Korruptionsvorwürfe, unfreiwillige Baustopps, Kostenexplosionen oder schlechte Arbeitsbedingungen.

Wie ist der Ruf der Baubranche im Vergleich zu anderen Branche?

Gerade in der Bauwirtschaft, wo Großprojekte öffentlich sichtbar sind und enorme Summen bewegen, wirken negative Schlagzeilen besonders nach. Viele Menschen unterscheiden dabei kaum zwischen einzelnen Unternehmen, so färben Skandale und Gerichtsverfahren schnell auf die gesamte Branche ab. Da es an Negativthemen nicht mangelt, ist das öffentliche Bild der Bauwirtschaft insgesamt entsprechend belastet.

Eine ähnlich schlechte Reputation hat aktuell der Lebensmittelhandel, hier schlägt der Verdacht der Preistreiberei stark hinein. 

Bei der Industrie haben wir zwar eine schwierige wirtschaftliche Lage, aber durch Innovation und glaubwürdige Nachhaltigkeitsstrategien steht diese Branche in der Reputation besser da. 

Das beste Image des Landes haben jedenfalls Institutionen wie das Rote Kreuz oder die Feuerwehren. 

Themen, die bewegen: Sie haben gesagt: „Kein Mensch in der Baubranche redet über KI!“ Worin zeigt sich das?

Wir werten im Rahmen unserer Studie auch die Themen der Branche aus und dabei zeigt sich, dass Künstliche Intelligenz und Datenanalyse in der öffentlichen Kommunikation der Bauwirtschaft so gut wie keine Rolle spielen. 

Das ist insofern bemerkenswert, als KI in vielen Industriesektoren und im Dienstleistungsbereich längst zu den dominierenden Zukunftsthemen gehört. In der Bauwirtschaft bleibt dieser Diskurs bislang nahezu aus. 

Sollte es aber Unternehmen geben, die bereits KI-Lösungen einsetzen – etwa bei Planung, Materialeinsatz oder Arbeitssicherheit – dann wäre eine aktive Kommunikation darüber strategisch klug. Sie könnten damit fast allein ein starkes Themenfeld besetzen und so ihre Innovationskraft deutlich sichtbar machen.

Axel Maireder ist Geschäftsleiter des Instituts für Management und Wirtschaftsforschung IMWF

Detailergebnisse und Zusatzauswertungen

Detailergebnisse und Zusatzauswertungen können Sie beim IMWF beziehen. 

Kontaktieren Sie dazu bitte Studienautor Axel Maireder unter [email protected] oder 0043 (1) 346 06 67 10 oder finden Sie hier das Angebot mit allen Reports:
https://imwf.at/studien/benchmarkstudien/reputation-am-bau-2025/