Branchenradar analysiert Bauwirtschaft : Aufschwung am Bau in greifbarer Nähe
Der Bau ist wieder im Aufschwung. Obgleich der Nicht-Wohnbau zurückgeht, ist ein Anstieg der Baubewilligungen bei Ein- und Mehrfamilienhäuser zu erkennen.
- © Thomas Aumann - stock.adobe.comOptimistischer Ausblick für den Wohnbau
Getrieben vom Tiefbau wächst 2025 der Bauproduktionswert von Hoch- und Tiefbau voraussichtlich wieder geringfügig um etwa 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und eines zeichnet sich deutlich ab: Die Baugenehmigungen wachsen nach langer Durststrecke wieder signifikant.
Der Hochbau entwickelt sich nominal seitwärts. Preisbereinigt verliert die Bauwirtschaft insgesamt jedoch weitere 0,7 Prozent, der Hochbau knapp ein
Prozent an Volumen. "Der höhere Umsatz war preisgetrieben und nicht aufgrund vermehrter Aufträge", sagt Andreas Kreutzer, Geschäftsführer Branchenradar. Dass auch im Hochbau der Aufschwung naht, lässt sich an der Marktentwicklung im ersten Halbjahr 2025 erkennen.
Steigende Häuserpreise, sinkende Zinsen, deutlich mehr Fremdfinanzierungen, die Kreditvergabe und Flächeninanspruchnahmen sind die Treiber beim Bauen. Die Baupreise wachsen das zweite Jahr in Folge langsamer als die Baukosten.
Für 2026 sieht Kreutzer positive Signale beim Hochbau, nicht zuletzt aufgrund eines expandierenden Wohnungsneubaus. Die Baugenehmigungen erhöhen sich in beiden Gebäudetypen (Einfamilien- und Mehrfamilienhaus) bereits heuer substanziell, voraussichtlich um mehr als 10 Prozent gegenüber 2024.
>> Erfahren Sie hier, was die Wohnbauförderungs- und Baubewilligungsstatistik sagt.
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"Die Baubeginne nehmen bei Einfamilienhäusern zu. Bei Mehrfamilienhäusern wird es erst 2026 einen Schnalzer nach oben geben."Andreas Kreutzer, Geschäftsführer Branchenradar
Trendwende bei Warengruppen
Bei Fertigteilhäusern, Mauersteinen, Fenster, Sonnenschutz und Dachmaterial wächst die Nachfrage im Periodenvergleich bereits signifikant. Abdichtungsbahnen, Flüssige Bauwerksabdichtungen, Dämmstoffe sowie WDVS erreichen hingegen offenbar die Talsohle.
Rückläufig entwickeln sich im Beobachtungszeitraum nur noch jene Warengruppen, die im Neubau erst gegen Ende des Bauprozesses zur Anwendung kommen, u.a. Fliesenkleber, Innentüren oder Wandfarben.
Sanierung rückläufig
Mehr als drei Milliarden Euro wurden in den vergangenen beiden Jahren an Förderungen für die Dekarbonisierung des Gebäudebestands zur Verfügung gestellt. Und dennoch hat sich im Gebäudebestand die Nachfrage nach Heizkessel und Wärmepumpen, Fenstern oder Gebäudedämmungen nicht erhöht.
Vielmehr lag der Absatz im Jahr 2024 durchwegs unter dem Niveau von 2022. Die Förderungen wurden zu bis zu 98 Prozent von Mitnahmeeffekten kannibalisiert. "Sanierung hat Bauproduktion nicht genützt!", bringt es Kreutzer auf den Punkt. Und auch die Förderungen haben nichts gebracht laut ihm: "Das ist eine enttäuschende Bilanz, die niemand gerne hört. Am meisten haben die Fenster von der Sanierungsoffensive profitiert."
Trotz hoher Förderungen sind Sanierungen rückläufig. Sie sind teurer und personalintensiver als Neubau.Andreas Kreutzer, Geschäftsführer Branchenradar
Bau hat Produktivitätsproblem
Es gibt zu viele Beschäftigte am Bau sagt Andreas Kreutzer. Und das obwohl es 10.000 Mitarbeiter weniger als 2021 sind. "Wir können uns die Personalstehzeiten nicht mehr leisten", appelliert Kreutzer. Bau- und Stundenproduktivität sind gesunken.