Gastbeitrag zur Digitalisierung : Was kann das Duo BIM & KI?
Auch der CO2-Fußabdruck kann leichter erstellt werden.
- © Babycrab - stock.adobe.comAuch wenn die Anwendungstiefen in den Unternehmen variieren – die Dringlichkeit einer professionellen Auseinandersetzung mit KI-Tools sickert langsam in die Köpfe der Entscheider:innen.
KI-Anwendungen sind auf strukturierte, maschinenlesbare Daten angewiesen – eine Grundvoraussetzung, die BIM in idealer Weise erfüllt. So scheint es, dass BIM und KI eine ideale Partnerschaft und kombiniertes Werkzeug für Effizienz, Nachhaltigkeit und Transparenz im Bauwesen bilden können. Anwendungsfälle finden wir beispielsweise in der Kostenermittlung oder in der Datenanreicherung für Nachhaltigkeitsbewertungen und viele andere.
So kann KI anhand von openBIM-Daten Mengen- und Massenauszüge erstellen, fehlerhafte Informationen korrigieren bzw. fehlende Daten anreichern und Kosten- und Nachhaltigkeitsberechnungen erstellen.
Entscheidend ist hier das Sprachverständnis der Large Language Models. Dies reduziert den manuellen Aufwand in der Nachbearbeitung von Modellen erheblich, um BIM basierte Reports, Kennzahlen und Qualitätsprüfungen als auch Berechnungen wie Kostenschätzungen oder einen CO2-Fußabdruck zu erstellen.
Forschung wirkt
Im FFG Forschungsprojekt „BIMsustAIn“ wird daher untersucht, wie KI-basierte semantische Anreicherung von BIM-Modellen bereits in der frühen Planungsphase zu belastbaren ökologischen Bewertungen führen kann – selbst dann, wenn Modellinformationen, wie z. B. konkrete Materialien, noch fehlen.
Die KI generiert plausible Materialvorschläge und erleichtert fundierte Nachhaltigkeitsentscheidungen – zu einem Zeitpunkt, wo Änderungen noch kostengünstig und wirkungsvoll sind.
Daten als entscheidende Ressource
So vielversprechend das Zusammenspiel von BIM und KI auch ist – es ist kein Selbstläufer: für das Training der KI werden qualitativ hochwertige openBIM-Modelle benötigt. Und diese sind nur schwer verfügbar. Wie bei allen anderen KI-Anwendungen auch, stellt daher die Datenverfügbarkeit und -Qualität die entscheidende Grundlage für die Anwendbarkeit von KI dar.
Wer zur Entwicklung der BIM.KI einen Beitrag leisten und von den Möglichkeiten profitieren will, ist herzlich eingeladen, dem Forschungsteam der Digital Findet Stadt mit openBIM-Modellen zur Seite zu stehen.
KI pusht BIM – oder umgekehrt?
Der aktuelle Hype um KI kann als Katalysator für eine bessere Digitalisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft wirken. Umgekehrt sind gut strukturierte und hochwertige Daten die notwendige Voraussetzung, um KI überhaupt sinnvoll einsetzen bzw. trainieren zu können. Daten und KI stehen in wechselseitiger Abhängigkeit.
Im Bereich openBIM kann die KI jedoch schon bald wesentliche Erleichterung in der Analyse und dem Erstellen von Berichten, Berechnungen und Simulationen bringen. Mittelfristig wird KI direkten Einzug in Planungswerkzeuge halten und als Planungsassistenz zur Verfügung stehen. Damit lassen sich die großen Potenziale heben und auch die Nutzung von openBIM vorantreiben.