Nach SÜBA Insolvenz im April : Klemens Hallmann nun in Privatinsolvenz

ABD0089_20250411 - WIEN - ?STERREICH: ++ THEMENBILD ++ ZU APA0191 VOM 11.4.2025 - Illustration zu dem Thema S?BA AG. Das Logo der S?BA AG aufgenommen am Freitag, 11. April 2025, in Wien. Der Bautr?ger S?ba AG des ?sterreichischen Immobilieninvestors Klemens Hallmann ist insolvent. Das Unternehmen hat am Freitag beim Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. - FOTO: APA/TOBIAS STEINMAURER
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Wie die Hallmann Holding am Dienstag mitteilte, hat der Immobilienunternehmer Klemens Hallmann beim Handelsgericht Wien einen Antrag auf Einleitung eines Schuldenregulierungsverfahrens gestellt. Ziel ist demnach ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung und einer angebotenen Quote von 30 Prozent. 

Hintergrund des Antrags sei laut der Hallmann Group ein „derzeit außergewöhnlich herausforderndes und toxisches Marktumfeld, das in den letzten Monaten zu erheblichen wirtschaftlichen Belastungen geführt hat”. 

Vorrangiges Ziel sei es, die Interessen der Gläubiger bestmöglich zu wahren. Im Rahmen des Regulierungsverfahrens sollen bestehende Vermögenswerte geordnet veräußert werden.
 

Juli 2025: Internationaler Investor übernimmt Süba mehrheitlich

Die Süba AG meldete im April Insolvenz an. Nun gab die Wiener Hallmann Holding ihre Beteiligung ab. Über den Verkaufspreis und kommerzielle Bedingungen der Transaktion herrscht Stillschweigen. 

Wie die Hallmann Holding International Investment GmbH am Freitagnachmittag bekannt gab, hat der Wiener Immobilienentwickler Hallmann seine Mehrheitsbeteiligung am insolventen österreichisch-deutschen Bauträger Süba AG an den internationalen Immobilieninvestmentmanager Revetas verkauft. 

Die sanierungsbedürftige Süba AG bringt eine Projektpipeline von rund 1,5 Milliarden Euro und mehr als 300.000 m2 Entwicklungsfläche mit und befindet sich derzeit in einer Umstrukturierung. Revetas' unmittelbare Priorität bestehe darin, eng mit dem Verwalter und allen wichtigen Stakeholdern zusammenzuarbeiten, um eine nachhaltige und effiziente Sanierung sicherzustellen.

Über 200 Mio. Passiva, Quote bei rund 20 Prozent erwartet

Der österreichische Immobilienmarkt steht weiter unter erheblichem Druck: Mit der Süba AG hat nun ein weiterer namhafter Bauträger Insolvenz angemeldet.

Das traditionsreiche Unternehmen, das seit mehr als 40 Jahren in der Wohnbauentwicklung tätig ist und seit 2018 zur Gänze der Hallmann Holding gehört, beantragte beim Handelsgericht Wien ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Ziel sei eine nachhaltige Restrukturierung zur Fortführung des Unternehmens. Der Geschäftsbetrieb soll im Zuge des Verfahrens aufrechterhalten werden.

Die Passiva werden laut Kreditschutzverband von 1870 mit 226 Mio. Euro angegeben. Von der Insolvenz betroffen sind 95 Gläubiger sowie 10 Beschäftigte.

Als Gründe für die Insolvenz nennt die Süba das seit Jahren angespannte Marktumfeld: hohe Zinsen, starke Inflation, massiv gestiegene Baukosten sowie regulatorische Vorgaben – insbesondere die KIM-Verordnung – hätten die Rahmenbedingungen für Projektentwicklungen erheblich verschlechtert. Dennoch ortet die Unternehmensführung erste Entspannungstendenzen, etwa durch rückläufige Zinsen und abflauende Teuerung. Gläubigern soll eine Quote von rund 20 Prozent angeboten werden.

Tochtergesellschaft bereits insolvent – keine Haftung durch Hallmann Holding

Bereits im Vorjahr hatte die Tochtergesellschaft Süba Bau- und Projekterrichtungs GmbH Insolvenz anmelden müssen. Angaben zu Passiva und zur Anzahl der betroffenen Mitarbeiter der Süba AG liegen derzeit nicht vor. Das Unternehmen betont jedoch, über ein attraktives, werthaltiges Immobilienportfolio mit Standorten in Österreich, Deutschland und Ungarn zu verfügen.

Die Hallmann Holding, alleinige Eigentümerin der Süba AG, sieht sich nicht in der Verantwortung für die Insolvenz. In einer Stellungnahme heißt es, man stehe in keinem Haftungsverhältnis zur Süba und sei nicht in die operativen Tätigkeiten der Projektgesellschaften eingebunden. Gleichzeitig kündigte die Holding eine strategische Neuausrichtung im Immobilienbereich an: Künftig soll die Entwicklung neuer Projekte stark eingeschränkt werden, während der Fokus verstärkt auf Bestandsimmobilien, Logistikimmobilien, Apartmenthotels, studentisches Wohnen und nachhaltige Nutzungskonzepte gelegt werden soll.

Branchenkrise: 6B47, Signa & Co.

Die Insolvenz der Süba AG reiht sich in eine wachsende Zahl prominenter Pleiten in der österreichischen Immobilien- und Bauwirtschaft ein. Besonders großes Aufsehen erregte Anfang März der Insolvenzantrag der 6B47 Real Estate Investors AG. Der international tätige Entwickler mit Sitz in Wien – bekannt für Großprojekte in Österreich, Deutschland und Polen – meldete Passiva in Höhe von rund 370 Millionen Euro an. Auch hier führten gestiegene Finanzierungskosten, der Rückgang bei Transaktionen und schwierige Marktbedingungen zur Zahlungsunfähigkeit.

Einen regelrechten Erdrutsch für die Branche löste bereits Ende 2023 die Insolvenz der Signa-Gruppe aus. Die weitverzweigte Unternehmensgruppe des Investors René Benko war zuvor über Jahre einer der wichtigsten Player am europäischen Immobilienmarkt – mit milliardenschweren Investments und Großprojekten etwa in Wien, München und Hamburg. Die Insolvenz der Signa Holding und zahlreicher Tochtergesellschaften wirkt bis heute nach und hat auch institutionelle Investoren, Banken und Bauunternehmen massiv getroffen.

Weitere Fälle wie jene der Südhaus Gruppe oder regionaler Projektentwickler unterstreichen den anhaltenden Konsolidierungsdruck in der Branche. Restriktive Kreditvergaben, Verzögerungen bei Widmungen, hohe Baukosten und der Einbruch bei der Nachfrage – insbesondere im freifinanzierten Wohnbau – setzen viele Unternehmen unter Druck.

Ausblick: Sanierungswelle noch nicht abgeschlossen

Auch wenn sich am Kapitalmarkt erste Stabilisierungstendenzen abzeichnen, bleibt die Lage für viele Bauträger angespannt. Branchenexperten gehen davon aus, dass die Welle an Insolvenzen noch nicht abgeschlossen ist. Für die Bauwirtschaft bedeutet dies eine Phase tiefgreifender struktureller Anpassung – mit unmittelbaren Auswirkungen auf Projektvolumina, Investitionsstrategien und die Beschäftigungssituation entlang der gesamten Wertschöpfungskette.