Kreislaufwirtschaft : Recycling von Bodenaushub braucht Verordnung
95 Prozent des Bodenaushubs sind wiederverwertbar und könnten vor Ort auf der Baustelle oder bei naheliegenden Bauprojekten als Schüttmaterial oder Bestandteil für Beton genutzt werden.
- © schulzfoto - stock.adobe.comGut 95 Prozent des Bodenaushubs gelten laut Experten als wiederverwertbare Ressource und könnten direkt vor Ort auf der Baustelle oder bei naheliegenden Bauprojekten weiterverwertet werden – etwa als Schüttmaterial oder Bestandteil für Beton.
Alois Fürnkranz, Vorstand im Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB), zur geplanten gesetzlichen Änderung: „Aushubmaterialien machen 57 Prozent des gesamten Abfallaufkommens in Österreich aus, 2023 waren dies umgerechnet mehr als 38 Millionen Tonnen. Mit der Aushub-Verordnung könnten wir langfristig enorme Mengen an Abfall vermeiden, Emissionen reduzieren und hochwertige Ressourcen direkt im Bauwesen halten, anstatt sie teuer zu transportieren, zu lagern oder zu entsorgen.“
Impuls von Aushub-Verordnung
Von der geplanten, aber noch nicht in Begutachtung befindlichen Aushub-Verordnung erwartet sich die Abfallwirtschaft den größten Impuls. Auf Baustellen im Hoch- und Tiefbau fallen große Mengen an Bodenaushub an. Diese Erdmassen gelten derzeit als Abfall und werden mehrheitlich deponiert. Laut APA befinde sich die Verordnung sich derzeit in der Koordinierung mit den Koalitionspartnern, hieß es dazu aus dem ÖVP-geführten zuständigen Landwirtschafts- und Umweltministerium.
95 Prozent des Bodenaushubs seien wiederverwertbar und könnten vor Ort auf der Baustelle oder bei naheliegenden Bauprojekten als Schüttmaterial oder Bestandteil für Beton genutzt werden. Mit der Aushub-Verordnung könnten wir langfristig enorme Mengen an Abfall vermeiden, Emissionen reduzieren, und hochwertige Ressourcen direkt im Bauwesen halten, anstatt sie teuer zu transportieren, zu lagern oder zu entsorgen", sagte Fürnkranz.
Deponieverordnung ab 2026
Mineralische Wertstoffe wie Beton, Ziegel, Fliesen, Schotter, Asphalt, Holz oder Dämmstoffe, die beim Bauabbruch (rund 11 Millionen Tonnen) anfallen, würden schon jetzt zu 76 Prozent weiterverwendet werden. Mit der Deponieverordnung dürfen ab 2026 auch Gipskartonplatten und ab 2027 künstliche Mineralwolle nicht mehr deponiert werden.
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Je sorgfältiger Baumaterialien getrennt werden, desto besser können sie als Sekundärrohstoffe im Kreislauf erhalten werden. Immer mehr Auftraggeber:innen arbeiten dazu bereits mit Recyclingquoten – die Bau- und Abfallwirtschaft liefern passende Nachweise. In Österreich haben sich außerdem bereits mehrere Unternehmen auf nachhaltige Bauwirtschaft und zirkuläres Bauen spezialisiert. „Die Bauwirtschaft ist auf hochwertige Sekundärrohstoffe angewiesen – und genau diese bereitzustellen ist unsere Aufgabe. Ziel ist es, dass Zirkularität in der Baubranche in Österreich zur gelebten Realität wird. “, so Fürnkranz.