Forschungsprojekt "Smart Street" : KI hilft Recyclingmaterial optimal einzusetzen

Smart Street

In der Wiederverwertung von Asphalt und Beton nimmt die Porr eine Vorreiterrolle ein.

- © PORR

Wenn man bei der Asphalt- oder Betonproduktion die natürliche Gesteinskörnung durch recyceltes Material ersetzt, verändern sich die Materialkennwerte. 
Das kann sich auch auf die Dauerhaftigkeit der Baustoffe auswirken und das Material ist für den gedachten Zweck nutzlos.

Bisher konnte nur im Rahmen von Produkttests festgestellt werden, wie genau eine bestimmte Rezeptur in der Praxis ausfällt. Kleine Proben mit unterschiedlich hohen Dosen und unterschiedlichen Körnungen des Rezyklats wurden in aufwändigen Verfahren angemischt und dann ausgetestet. Und jetzt kommt die künstliche Intelligenz ins Spiel.

Bei Forschungsprojekt wird KI trainiert

Das Forschungsprojekt „SmartStreet“ von der Porr in Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck (Arbeitsbereich für Materialtechnologie) trainiert eine KI dazu. Ein neuronales Netz lernt, zu bestimmen, welche effektiven mechanischen Eigenschaften der schlussendlich produzierte Asphalt oder Beton haben wird, wenn unterschiedliche Mengen und Beschaffenheiten von Rezyklaten beigefügt werden. Die Projektlaufzeit ist von Oktober 2025 bis Oktober 2028. Das Projekt ist FFG-gefördert.

„Es ist unseres Wissens das erste Forschungsprojekt dieser Art“, sagt Porr CEO Karl-Heinz Strauss. Dabei geht es darum, das Kreislaufwirtschafts-Potenzial von Beton und Asphalt auszuschöpfen und das Recyclingprodukt aufzuwerten. Da es sehr viele Parameter gibt, die bei Beton- und Asphaltmischungen in das Endresultat einfließen, werden für das KI-Modell verschiedene Datensätze wie z.B. Berechnungsergebnisse oder Versuchsdaten berücksichtigt. Auch zukünftige Datensätze können hinzugefügt werden, um das KI-Modell stetig zu verbessern.

Erkenntnisse für Bauprojekte gewinnen

„Praktisch jedes Bauprojekt, besonders im Tiefbau, benötigt unterschiedliche Betonrezepturen. Ähnlich ist das bei Asphalt. Natürlich sind wir bestrebt, sowohl die optimale Mischung für den Einsatz als auch den bestmöglichen Recyclinganteil zu erreichen. Wir sehen in der KI großes Potenzial, um den Prozess effizienter zu gestalten und Erkenntnisse für künftige Bauprojekte zu generieren. Zugleich haben wir die Möglichkeit, zukünftige Ergebnisse und Beiträge weiterer Partner miteinfließen zu lassen", so Strauss

Gruppenweit werden etwa 1,5 Mio. Tonnen an Recyclingmaterial produziert. Am Standort in Wien Simmering setzt Porr die modernste Asphaltmischanlage Österreichs ein, die einen Recyclinganteil von bis zu 100 % ermöglicht.
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Das Projekt „SmartStreet“ ist Teil der konzernweiten Innovations- und Nachhaltigkeitsstrategie. Es unterstützt die Dekarbonisierungsziele im Rahmen des Hebels „Optimierte Mischverfahren“ und stärkt das Handlungsfeld Kreislaufwirtschaft.