Sanierung : Förderung für thermische Sanierung angehoben - Reaktionen aus der Baubranche

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Die Bedeutung der Sanierung für die Baubranche wird in den nächsten Jahren größer werden. Nun werden auch Schienen zur Finanzierbarkeit gelegt.

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50 statt 30 Prozent, 12 statt 6 Monate

Um die thermische Sanierung attraktiver zu machen, hebt das Klimaministerium die Förderbeträge 2023 an. Die Fördersätze steigen von maximal 30 auf maximal 50 Prozent, weiters werden die Sanierungspauschalen angehoben. Der Zeitraum zwischen Registrierung und Antragstellung wird von bisher 6 auf 12 Monate ausgeweitet, um der hohen Nachfrage und Lieferengpässen gerecht zu werden. Bis 2026 werden nahezu 2 Mrd. Euro zur Verfügung gestellt, teilte das Klimaministerium mit.

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Die Pauschalen für die thermische Sanierung werden erhöht, für eine umfassende Sanierung können nun bis zu 14.000 Euro an Förderung beantragt werden. Der "Raus aus Gas"-Bonus für den Tausch einer Gasheizung bleibt hingegen unverändert bei 9.500 Euro, beim Tausch einer Ölheizung gibt es weiterhin 7.500 Euro. Neben den Förderungen des Bundes gibt es zusätzliche Förderangebote der jeweiligen Bundesländer.

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Es ist wichtig, dass nun auch die finanziell aufwändigeren Gebäudesanierungen attraktiv gefördert werden.
Josef Muchitsch, Vorsitzender Gewerkschaft Bau-Holz

Sanierungsoffensive wichtiger wirtschaftlicher Impuls in wackligen Zeiten

Die Reaktionen von Seiten der Baupakt-Partner sind naturgemäß positiv, obwohl man sich auch mehr vorstellen hätte können.

So sagt etwa Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz: „Es ist wichtig, dass nun auch die finanziell aufwändigeren Gebäudesanierungen attraktiv gefördert werden. Nur dann kann man von einem echten und nachhaltigen Klimaschutz sprechen, bei dem vor allem Energie eingespart wird. Zusätzlich sichern und schaffen wir so für 2023 und die Folgejahre tausende Arbeitsplätze. Aktuell sind die Auftragsbücher am Bau zwar noch voll – das wird sich nächstes Jahr aber leider ändern.“

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Für Robert Schmid, Obmann der Baustoff-Sektion der WKO und CEO der via Austrotherm oder BauMit selber von der Thematik betroffenen Schmid Industrie Holding, wäre "eine echte Sanierungsoffensive zum Start ins neue Jahr ein wichtiger konjunktureller Impuls, der Arbeitsplätze schafft und sichert. „Dabei muss kommuniziert werden, dass sich eine Dämmung in der Regel in unter zehn Jahren rechnet, bei aktuellen Energiepreisen oftmals sogar deutlich schneller. Eine Dämmung bedeutet Energiesparen ohne Verzicht und sorgt für mehr Wohlbefinden im Winter wie auch im Sommer.“

Robert Schmid 2020
"Dämmung bedeutet Energiesparen ohne Verzicht, das müssen wir stärker kommunizieren," sagt Robert Schmid. - © thomastopf.com

Jägersberger: "Gerne bereit, Kommunikationskampagne zu unterstützen."

Auch die Bau-Innung ist mit an Bord. Bundesinnungsmeister Robert Jägersberger betont die wirtschaftlichen Vorteile der thermischen Sanierung: „Die Politik ist angesichts der konjunkturellen Eintrübung gut beraten, verstärkt auf die positiven Effekte von Bauinvestitionen zu setzen. Die thermische Gebäudesanierung ist ökologisch sinnvoll und hat darüber hinaus enorme Hebelwirkungen: eine höhere Beschäftigung mit Rückflüssen aus Lohn- und Umsatzsteuer sowie Sozialversicherungsbeiträgen.“

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Die Steigerung der Fördersätze müsse nun dringend durch eine Steigerung des Bewusstseins für die Sinnhaftigkeit einer Dämmung begleitet werden. Dafür braucht es aus Sicht der Baupakt-Partner - ein Zusammenschluss aus Gewerkschaft Bau-Holz, Fachverband der Stein- und keramischen Industrie und Bundesinnung Bau der Wirtschaftskammer Österreich sowie der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 – eine öffentliche, breitenwirksame Werbekampagne und ein klares politisches Bekenntnis, um die Investitionsbereitschaft deutlich zu erhöhen. Die Baupakt-Partner sind, so heißt es, "gerne bereit, eine öffentliche Kommunikationskampagne zu unterstützen und zu verstärken. Wir brauchen eine Aufbruchstimmung, einen Schulterschluss, eine ‚Allianz der Sanierer‘. Nur wenn wir das Bewusstsein stärken und an einem Strang ziehen, können wir die notwendige Erhöhung der Sanierungsrate erreichen. Die beste Energie ist nämlich diejenige, die gar nicht erzeugt und verbraucht werden muss. Gehen wir es gemeinsam an!“