Was meinen Sie damit?
Lehner: Ich rede da etwa von der völlig überraschenden Einstellung der eigentlich bis 2030 zugesagten Förderungen für thermische Sanierungen. Erstens braucht unsere Wirtschaft Planbarkeit und Verlässlichkeit. Zugesagte Förderungen wieder zu streichen ist da höchst fragwürdig, auch, wenn man versucht, Verständnis für die Budgetsituation aufzubringen. Aber selbst dann bleibt das Vorgehen immer noch sachlich falsch. Denn es ist ein Irrweg, die Förderungen für thermische Sanierungen abzuwürgen und das Geld nur mehr für den Tausch von Heizkesseln einzusetzen. Die baulich und ökologisch sinnvolle Reihenfolge geht andersrum: Erst thermische Sanierung, dann neue Heizkessel, denn der Kessel allein verringert ja nicht den Energiebedarf.
Ist die neue Hitzeschutz-Verordnung für Sie auch so ein Irrweg?
Lehner: Gebraucht hätten wir sie jedenfalls nicht. Schließlich haben wir auf unseren Baustellen auch bisher schon geschaut, dass die Arbeitsbedingungen passen, Sonnenschutz und Getränke vorhanden sind, Arbeiten an Hitzetagen möglichst in den Morgenstunden verrichtet werden und so weiter. Das war immer schon Standard. Das Einzige, das die Verordnung wirklich mit sich bringt, ist noch mehr bürokratischer Aufwand für unsere Unternehmen mit wieder zusätzlichen Aufzeichnungsverpflichtungen. Entbürokratisierung funktioniert anders.
>> Lesen Sie hier, was Bundesinnungsmeister Robert Jägersberger dazu sagt!
Gilt das auch für die neuen Regelungen für Asbest?
Lehner: Hier muss man fairerweise festhalten, dass die auf der Umsetzung von EU-Richtlinien basieren, nicht von der Bundesregierung veranlasst wurden. Aber ja, auch hier gibt es zusätzliche bürokratische Hürden, bei denen man sich fragt, ob sie wirklich so unbedingt notwendig sind. Bezüglich Asbest haben wir bei uns in der Landesinnung übrigens ziemlich viele Anfragen vermerkt und entsprechende Beratungsaktivitäten gesetzt.