Statement Bundesinnung Bau : Ende für thermischen Sanierungsbonus

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© Ingo Bartussek - stock.adobe.com

Bundesinnungsmeister Bau Baumeister Robert Jägersberger dazu: „Die im Oktober des Vorjahres verkündete neue Förderoffensive für thermische Sanierungen ist bereits damals in der Baubranche mit mäßiger Begeisterung aufgenommen worden. Die Fördersummen pro Projekt wurden gegenüber dem ursprünglichen Sanierungsbonus erheblich reduziert. Lediglich die Tatsache, dass die neue Offensive für einen 5jährigen Zeitraum garantiert wurde, hat die Bauwirtschaft als erfreuliches Signal für eine längerfristige Planbarkeit positiv aufgenommen. Dass nun bereits 3 Monate nach Inkrafttreten der neuen Förderoffensive alle baulichen Sanierungsmaßnahmen aus dem Förderprogramm gestrichen wurden, konterkariert die Planbarkeit des Programms und zeigt, dass die Politik offensichtlich nach wie vor die nachteiligen Auswirkungen einer kurzfristigen Stop and Go-Politik unterschätzt.

Auch das inhaltliche Argument des Umweltministeriums, dass bei einem Kesseltausch eine deutlich höhere CO2-Einsparung pro eingesetztem Euro als bei der thermisch-energetischen Sanierung erzielt werden könne, greift meines Erachtens zu kurz. Von zahlreichen Experten wurde eindeutig klargestellt, dass ein reiner Kesseltausch ohne energiesparende Begleitmaßnahmen in der Regel wenig Sinn macht. Schließlich bleibt der Gesamtenergieverbrauch bei einem reinen Kesseltausch zu einem Großteil unverändert und es kommt lediglich eine CO2-ärmere Technologie zum Einsatz. Wesentlich sinnvoller wäre es, auf ein Gesamtpaket zu setzen, welches auch eine nachhaltige Reduktion des Energieeinsatzes bewirkt. Ohne begleitende bauliche Maßnahmen wird dies in der Regel nicht zu bewerkstelligen sein.“

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Kesseltausch spart mehr CO2 ein

Grund für die Veränderung sei, dass der Kesseltausch eine "deutlich höhere CO2-Einsparung pro eingesetztem Euro erzielt" als die thermisch-energetische Sanierung. Bisher seien Anträge im Volumen von 220 Mio. Euro gestellt worden. Für die Jahre 2026 bis 2030 steht ein jährliches Fördervolumen von 360 Mio. Euro zur Verfügung. Die Gesamtförderung beträgt maximal 30 Prozent der förderungsfähigen Investitionskosten. Im alten Modell unter der schwarz-grünen Vorgängerregierung waren es bis zu 75 Prozent gewesen.

Klare Worte findet man auch bei der GDI 2050: „Es ist unverständlich und frustrierend, dass ausgerechnet jene Maßnahme zurückgedrängt wird, die dauerhaft wirkt – nämlich die Reduktion des Energiebedarfs selbst“, sagt  Vorstandsvorsitzender Peter Schmid. „Ein getauschter Kessel bleibt abhängig von Energieträgern und Strom. Eine sanierte Gebäudehülle macht unabhängiger – und zwar langfristig.“

Thermisch-energetische Sanierung ist arbeitsintensiv und regional wirksam: Pro 1 Million Euro Förderung werden im Jahresdurchschnitt rund 30,6 Arbeitsplätze gesichert bzw. geschaffen. Das Sanierungsgewerbe ist kein „Nice-to-have“, sondern ein stabilisierender Faktor für Beschäftigung – besonders in wirtschaftlich angespannten Zeiten.

Auch volkswirtschaftlich ist die Wirkung klar: Bei der Sanierung der Außenwände wird das Bruttoinlandsprodukt um das 3,80-fache der Förderung erhöht – beim Kesseltausch hingegen nur um das 1,41-fache. Wer Förderung streicht, spart nicht – er verschiebt Kosten und vernichtet Potenzial.