Baustoffe | Nachhaltigkeit | Sanierung : Baumit-Chef Bursik: bei Sanierung muss von Politik mehr kommen

Baumit startet in die Bausaison 2024

Baumit-Chef Georg Bursik: "Um den Gebäudesektor bis 2040 klima- und somit zukunftsfit zu bekommen, ist eine jährliche Sanierungsrate von rund drei Prozent notwendig"

- © Baumit GmbH/APA-Fotoservice/Juha

Schere zwischen Bedarf und Ersparnissen der Hausbesitzer

Die thermische Sanierung stagniere seit dem Jahr 2015, beklagte Baumit-Chef Georg Bursik beim Saison-Kickoff des großen heimischen Baustoffherstellers.

Das Potenzial wäre jedenfalls groß. Bursik rechnete vor, dass 33 Prozent der Bevölkerung ein Haus (mit)besitzen, das vor 1995 gebaut wurde. Vier von zehn Hausbesitzern seien über 60 Jahre alt.

Die Förderungen wurden kräftig aufgestockt - die Bundesförderung für die Gebäudesanierung wird ab 1.1.2024 von 14.000 auf maximal 42.000 Euro verdreifacht. Konkret gilt dies für private Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Reihenhäuser. Aber auch im mehrgeschossigen Wohnbau sind neue Förderungen hinzugekommen und bestehende Förderungen wurden ebenfalls verdreifacht.

"Österreichweit verfügt allerdings mehr als die Hälfte der potenziellen Sanierungshaushalte über weniger als 15.000 Euro Erspartes", verweist Bursik auf eigene Erhebungen.


Von der Politik wünscht sich Bursik eine Reform der Kreditrichtlinien, eine befristete Mehrwertsteuerbefreiung für die thermische Sanierung und schnellere Verfahren.

Umsatzrückgang und "schwieriges Jahr"

Das niederösterreichische Baustoffunternehmen Baumit spürte 2023 die Schwäche der Bauwirtschaft. Der Umsatz sank um 3,6 Prozent auf 320 Millionen Euro, inflationsbereinigt betrug der Absatzrückgang 20 Prozent.

Die Mitarbeiterzahl blieb mit 710 nahezu konstant. Die Investitionen stiegen leicht auf 23 Millionen Euro.

Für 2024 erwartet Baumit ein "sehr herausforderndes Jahr". Ein stark rückläufiger Markt treffe auf steigende Kosten.