Rekordaufträge : Strabag Q1 2026: Auftragsbestand klettert auf 33,1 Milliarden Euro, Bauleistung wächst um 4 Prozent
Der größte österreichische Baukonzern Strabag hat seine Produktionsleistung heuer im ersten Quartal erhöht.
- © STRABAGTrotz einer ausgeprägten Kälteperiode im Jänner und Februar konnte Strabag im ersten Quartal 2026 ein Leistungsplus von 4 Prozent erzielen. Die Bauleistung stieg auf 3.869,73 Millionen Euro. Vor allem in Polen und Österreich blieb das Quartal aufgrund der ungünstigen Witterung unter Vorjahresniveau, in Deutschland, Tschechien, Kroatien und Slowenien wurden die Rückstände durch deutliche Zuwächse mehr als ausgeglichen.
„Wir sind erfolgreich in das Geschäftsjahr 2026 gestartet", erklärt Vorstandsvorsitzender Stefan Kratochwill. „Zwar haben die kalten Temperaturen im Jänner und Februar dazu geführt, dass Projekte im Verkehrswegebau erst später angelaufen sind, dennoch konnten wir unsere Leistung steigern und den Auftragsbestand weiter ausbauen." Die solide Nachfrage in den Kernmärkten und die breite Aufstellung des Konzerns ermöglichten es laut Kratochwill, Schwankungen einzelner Märkte auszugleichen.
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Rekordwert beim Auftragsbestand
Den größten Sprung machte der Auftragsbestand. Er kletterte zum Quartalsende auf 33.062,79 Millionen Euro, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 5 Prozent über dem Jahresendwert 2025. Bereits Ende 2025 hatte Strabag mit 31,375 Milliarden Euro die 30-Milliarden-Marke erstmals überschritten.
Treiber waren mehrere Großaufträge. In Chile sicherte sich Strabag Mining-Aufträge im Volumen von rund 800 Millionen Euro. In Tschechien, Slowenien und Polen kamen Großprojekte im Bereich der Mobilitätsinfrastruktur dazu. In Österreich werden insbesondere Aufträge für einen Bildungscampus im Rahmen eines Public-Private-Partnership-Projekts sowie für ein Rechenzentrum genannt. In Deutschland trugen vor allem öffentliche und gewerbliche Hochbauprojekte zum Anstieg bei.
Der Auftragsbestand deckt damit deutlich mehr als eine volle Jahresleistung ab, ein für die Branche aktuell vergleichsweise komfortabler Polster.
Personalstand auf 78.151
Auch der Personalstand wuchs in den ersten drei Monaten weiter, um 2 Prozent auf 78.151 Mitarbeiter in Vollzeitäquivalenten. Mehr Beschäftigte gibt es vor allem in Polen, Deutschland und Tschechien, was laut Konzern die positive Entwicklung des Auftragsbestands widerspiegelt.
Ausblick bestätigt, EBIT-Marge konservativer
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigte Strabag den Ausblick: Die Bauleistung soll bei rund 22 Milliarden Euro liegen, ein Anstieg von 8 Prozent gegenüber 2025. Die erwartete EBIT-Marge bleibt mit 5,0 bis 5,5 Prozent „aus heutiger Sicht" unverändert und damit deutlich unter dem Vorjahreswert. 2025 war die EBIT-Marge von 6,1 auf 6,7 Prozent gestiegen, begünstigt durch Sondereffekte wie besonders profitable Großprojekte und einen milden Winter.
Bei den Nettoinvestitionen plant der Konzern für 2026 voraussichtlich höchstens 1,5 Milliarden Euro, etwas mehr als zuletzt bei der Bilanzpräsentation im April mit 1,4 Milliarden Euro angekündigt. Im vergangenen Jahr lag der Cashflow aus der Investitionstätigkeit bei 813,4 Millionen Euro.
Iran-Krieg als Unsicherheitsfaktor
Im Hinblick auf den Iran-Krieg bleibe abzuwarten, wie lange der Konflikt anhalte, teilte der Konzern mit. Strabag setze, soweit möglich, Preisgleitklauseln in Verträgen ein und verfolge eine lokal sowie langfristig ausgerichtete Beschaffungspolitik, um Kostensteigerungen abzufedern.