Baustoffe | Insolvenz : Sanierung von Quester vorerst gescheitert

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Ein Konkursantrag gegen Holding bringt den geplanten Investorendeal bei Quester zu Fall.

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Konkursantrag stoppt Sanierungsprozess

Die Bemühungen um eine Sanierung der Quester Baustoffhandel GmbH sind zumindest vorerst gescheitert. Das geht aus aktuellen Informationen der Gläubigerschutzverbände AKV, KSV und Creditreform hervor. Ausschlaggebend ist ein Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens gegen die Quester Holding GmbH.

Diese Holding hält als einzigen Vermögenswert sämtliche Anteile an der insolventen Quester Baustoffhandel GmbH. Im Rahmen des Sanierungskonzepts sollten genau diese Anteile an einen Investor verkauft werden. Dieser Schritt ist nun nicht mehr zustande gekommen.

Der KSV hielt dazu fest: „Die Sanierung der Quester Baustoffhandel GmbH ist somit gescheitert.“ Auch der AKV bestätigte, dass der Sanierungsplan aufgrund der Entwicklung auf Holding-Ebene zurückgezogen werden müsse. Die Investorengespräche sowie die Sanierungsbemühungen seien gescheitert. Laut Creditreform wurde der Sanierungsplanantrag inzwischen formell zurückgezogen.

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Holding ohne operative Tätigkeit

Die Quester Holding GmbH hat ihren Sitz in München und verfügt über keine Mitarbeiter. Laut Gläubigerschützern bestehen drei Gläubiger mit Gesamtforderungen von rund 16,4 Mio. Euro im Liquidationsfall. Eine Sanierung der Holding ist nicht vorgesehen, vielmehr wird mit einer raschen Eröffnung des Konkursverfahrens gerechnet.

Der geplante Verkauf der Holding war eng mit einem Forderungsverzicht der Altgesellschafter verbunden, der die Grundlage für die Sanierung der operativen Gesellschaft bilden sollte. Mit dem Scheitern dieses Modells fehlt nun die finanzielle Basis für eine Fortführung.

Insolvenz mit langer Vorgeschichte

Über die Quester Baustoffhandel GmbH war Anfang November 2025 ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet worden. Bei der Prüfungstagsatzung am 8. Jänner 2026 meldeten laut Creditreform 674 Gläubiger Forderungen in Höhe von rund 55 Mio. Euro an. Zuletzt waren davon etwa 12 Mio. Euro anerkannt, weitere Prüfungen liefen noch.

Das 1934 in Wien gegründete Unternehmen ist im Baustoff- und Fliesenhandel für Gewerbe- und Privatkunden tätig und betreibt Filialen in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten. Als Hauptursache der Insolvenz gelten massive Umsatzrückgänge seit 2022 infolge der anhaltenden Krise in der Bau- und Immobilienwirtschaft. Der Jahresumsatz sank von 201 Mio. Euro auf rund 130 Mio. Euro bis 2024.

Bereits vor Insolvenzeröffnung reagierte das Unternehmen mit Personalabbau und ersten Standortschließungen auf die rückläufige Geschäftsentwicklung.

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Filialnetz halbiert, weiterer Stellenabbau

Kernpunkt des Sanierungskonzepts war eine drastische Reduktion des Filialnetzes und der Beschäftigtenzahl. Von ursprünglich 18 Standorten wurden bereits neun geschlossen. Zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung beschäftigte Quester noch rund 320 Mitarbeiter – nach zuvor 421.

Im Zuge der Standortschließungen sollten laut Creditreform weitere 64 Dienstverhältnisse beendet werden. Diese Maßnahmen dürften nun ebenfalls gegenstandslos sein. „Diese Sanierungsbemühungen sind nunmehr wohl gescheitert“, heißt es seitens der Gläubigerschützer.

Bereits Mitte Dezember wurden zwei Standorte in Villach geschlossen. Weitere Schließungen betrafen Graz sowie die steirischen Filialen in Leoben und Krieglach. In Niederösterreich wurden die Standorte Mödling und Schwechat aufgegeben, ebenso ein Geschäft in Wien.