Kreislaufwirtschaft Restmüll : Baustoff aus Verbrennungsrückständen

Wopfinger nachhaltiger Baustoff

Jakob Lederer (Leiter CD Labor für Recyclingbasierte Kreislaufwirtschaft an der TU Wien), Wolfgang Moser (kaufm. Geschäftsführer Wopfinger Transportbeton), Linda Peer (Bereichsleiterin LINZ AG Abfall), Josef Thon (Abteilungsleiter der MA 48) und Josef Scheidl (Geschäftsführer Brantner green solutions).

- © Wopfinger Transportbeton

Mit dem neuen nachhaltigen Baustoff wird es künftig möglich sein, einen Beitrag zu Ressourcenschonung, Klimaschutz und Verringerung des Deponievolumens zu leisten. 
Möglich wurde die Entwicklung des innovativen Verfahrens durch ein mehrjähriges Kooperationsprojekt zwischen der Wiener Magistratsabteilung 48, der Linz AG (Bereich Abfall), Brantner green solutions und Wopfinger Transportbeton mit wissenschaftlicher Begleitung des Christian-Doppler-Labors der TU Wien
Das Christian-Doppler-Labor fungierte dabei als Förderprogramm des Wirtschaftsministeriums, mit dem Ziel, Wirtschaft und Wissenschaft miteinander zu verbinden. 

“Der Hochbau verbraucht Sand und Kies für Beton, in Linz etwa 400.000 Tonnen und in Wien rund 2,3 Millionen Tonnen pro Jahr. Mit der von uns untersuchten industriell hergestellten Gesteinskörnung wird ein Teil dieses Bedarfs lokal gedeckt. Das schont natürliche Ressourcen und reduziert den LKW-Verkehr, weil weniger Sand und Kies in die Stadt gebracht werden muss", merkt Jakob Lederer, Leiter des Christian-Doppler Labors an.

Das Projekt zeigt, wie die enge Zusammenarbeit zwischen kommunalen Partnern, Industrie und Wissenschaft zum Innovationstreiber wird und veranschaulicht, wie Kreislaufwirtschaft in der Baubranche konkret gelebt werden kann. 

Schlacke statt Sand oder Kies

Üblicherweise werden für die Betonherstellung natürliche Materialien wie Sand oder Kies eingesetzt. Diese müssen jedoch zuvor der Natur in Sand- oder Kiesgruben entnommen werden. 
Die Neuerung besteht nun darin, dass 10 – 20 % des sonst notwendigen Sandes oder Kieses über die Zugabe von aufbereiteter, gewaschener Schlacke ersetzt werden können. 

Die so hergestellte neue Art der Gesteinsmischung erfüllt alle technischen und ökologischen Anforderungen an einen hochwertigen, normgerechten Baustoff für die Verwendung im Betonbau. Dies wurde jüngst von einer unabhängigen Prüfstelle durch Ausstellung eines CE-Zertifikats bestätigt. 

“Kreislaufwirtschaft und höchste Betonqualität sind sehr gut vereinbar. Als Betonhersteller setzen wir gezielt auf nachhaltige Produktlösungen – dieses Projekt passt ideal zu unserer Strategie, ressourcenschonende Baustoffe in die Breite zu bringen", ist Wolfgang Moser, kaufmännischer Geschäftsführer der Wopfinger Transportbeton Ges.m.b.H. überzeugt.

Jetzt gilt es, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz des neuen Baustoffs zu schaffen.  

Der Schlackenrecycling-Prozess

Im niederösterreichischen Hohenruppersdorf setzt Kreislaufwirtschaftsspezialist Brantner green solutions bei der Produktion des neuen Baustoffs auf den sogenannten Schlackenrecycling-Prozess. Dabei können mineralische Rückstände aus der thermischen Abfallverwertung beinahe vollständig einer Verwertung zugeführt werden: 

  • Rund 80 % der Schlacke werden zu hochwertiger Gesteinskörnung (Ersatz für Sand oder Kies). 
  • Etwa 10 % sind wertvolle Metalle wie Eisen, Aluminium und Kupfer, die rückgewonnen und recycelt werden. 
  • Nur 10 % verbleiben als nicht verwertbarer Rest und werden deponiert. 

„Die CE-Zertifizierung ist ein entscheidender Schritt, um einen nachhaltigen, qualitativ geprüften Baustoff auf den Markt zu bringen, der höchsten Anforderungen an Sicherheit und Umweltverträglichkeit entspricht. Wir sind stolz darauf, unseren  Standort in Hohenruppersdorf dafür zur Verfügung zu stellen", so Josef Scheidl Geschäftsführung Brantner green solutions.

Gestein aus Schlacke
So ist die Entstehung der CE zertifizierte Gesteinskörnung - © Wopfinger Transportbeton