Alpine-Krise : FCC droht mit Alpine-Konkurs

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Die spanische Mutter der angeschlagenen Alpine schließt einen Konkurs des Unternehmens offenbar nicht mehr aus, berichtet "Die Presse" in ihrer Samstagausgabe. FCC sei nicht bereit, weitere 150 Mio. Euro an Eigenkapital zuschießen. Am Vormittag hatte Alpine-Sprecher Johannes Gfrerer noch erklärt, es gebe keine Signale, dass der Mutterkonzern FCC sich nicht an die Abmachungen halten würde.

Der "Presse" dürfte ein Aktenvermerk von einem Treffen in der österreichischen Botschaft in Madrid vorliegen, in dem die FCC-Führungsriege, darunter Miteigentümerin Esther Koplowitz und Konzern-Präsident Fernando Moreno Garcia, von dringend benötigtem frischen Geld berichten. Die Rede ist von alleine 46 Mio. für den Monat Mai und von zusätzlichen 150 Mio. Euro bis zum Ende des Jahres.

Das dürfte dem Konzern zu viel sein: "FCC, die bereits mehr als 700 Mio. Euro in die Alpine gesteckt und solcherart tausende österreichische Arbeitsplätze gesichert und österreichische Anleihegläubiger vor Verlusten bewahrt habe, sei nicht bereit bzw. auch nicht imstande, für diese weiteren 150 Mio. aufzukommen", heißt es im Schriftstück. Der Konzern forderte im Gespräch ein "neues Kreditvolumen in der angesprochenen Größenordnung mit einem mittelfristigen Zahlungsziel" und stellt laut "Presse" fest, dass die betroffenen Banken wohl erneut an das Bundesministerium für Finanzen herantreten werden, "will heißen: Die Republik soll diesfalls weitere Haftungen übernehmen".

FCC droht laut Aktenvermerk dabei recht unverblümt: "Unter den gegebenen Umständen könne sogar ein Konkurs der Alpine nicht länger ausgeschlossen werden." Hintergrund für den erhöhten Geldbedarf dürfte der für die Sanierung notwendige Verkauf von drei Tochtergesellschaften der Alpine sein, eine zentrale Säule für das laufende Restrukturierungskonzept. Das Unternehmen würde aus dem "Familiensilber" gerne einen dreistelligen Millionenbetrag lukrieren - die Rede war immer wieder von rund 200 Mio. Euro - unter Zeitdruck sei es allerdings schwierig, die Gesellschaften zu einem guten Preis zu verkaufen. (APA/red)