Wohnbaugesellschaften

Wiener Städtische bekommt die Kontrolle über Sozialbau AG

Vienna Insurance Group - ehemals Wiener Städtische - erlangt indirekt die Kontrolle über die Sozialbau AG. Das ist ein privates, aber gemeinnütziges Wohnungsunternehmen mit über 46.000 verwalteten Wohnungen. Doch die genauen Eigentumsverhältnisse sind deutlich komplizierter.

Österreich

Die Vienna Insurance Group VIG, die zuvor Wiener Städtische hieß, erlangt - indirekt - die Kontrolle über die Sozialbau AG, einem führenden privaten und gemeinnützigen Wohnungsunternehmen Österreichs mit über 46.000 verwalteten Wohnungen.

Die Kontrolle erlangt die VIG, weil einer der beiden Haupteigentümer der Sozialbau, an dem die Versicherungsgruppe maßgeblich beteiligt ist, die gesamtadministrative Führung der Wohnungsgesellschaft übernimmt.

Das sagte VIG-Chef Günter Geyer, der auch Sozialbau-Aufsichtsrat ist. Daher müsse die Sozialbau künftig in der VIG konsolidiert werden, und deshalb wurde der Sachverhalt der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) angezeigt. An den Beteiligungsverhältnissen selbst ändere sich jedoch nichts.

Neue Heimat Oberösterreich im VIG-Portfolio


Konkret haben die "Heimstätte" und die "A.W.H." als größte Aktionäre der Sozialbau - sie halten jeweils mehr als ein Viertel - vereinbart, dass die Heimstätte künftig die "industrielle Führung" bei der Wohnbaugesellschaft vornimmt, die laut ihrer Homepage neben 46.262 Miet- und Eigentumswohnungen auch 503 Geschäftslokale und 25.908 Garagenplätze verwaltet.

Hinter der Erste gemeinnützige Wohnungsgesellschaft "Heimstätte", die 25,078 Prozent an der Sozialbau gemeinnützige Wohnungs AG hält, steht zu 73,182 Prozent die Neue Heimat Oberösterreich, "die gehört zu 100 Prozent der VIG - immer schon", so Geyer. An der "Heimstätte" ist auch die Sozialbau selbst beteiligt, zu 26,4138 Prozent.

Auch SPÖ an Sozialbau beteiligt


Die SPÖ ist u.a. über den Verein der Wiener Arbeiterheime (A.W.H. Beteiligungsgesellschaft, 27,2 Prozent) an der Sozialbau beteiligt. Dieser Verein gilt, wie ein Beobachter der APA sagte, als "Herzstück der Wiener SPÖ". Nur wenige Prozent hält die SPÖ laut Firmen Compass direkt: 2,88 Prozent die SPÖ Wien und 0,145 Prozent die Bundes-SPÖ.

Je 15,2 Prozent der Sozialbau gehören der "Familie" Wohn- und Siedlungsgenossenschaft sowie der "Volksbau" Wohn- und Siedlungsgenossenschaft. Die Sozialbau betreut auch einen genossenschaftlichen Verbund bestehend aus drei Genossenschaften, zwei Kapitalgesellschaften und mehreren Beteiligungen.

Sitz in der Wiener Lindengasse, 38 Millionen Euro Umsatz  


Ihr Sitz ist in Wien-Neubau in der Lindengasse. Vorstandschef ist seit 1984 Herbert Ludl, ferner gehören dem Vorstand Wilhelm Zechner seit 1998 und Bernd Rießland (seit 2010) an.

2008 setzte die Sozialbau 38,6 Millionen Euro um und erzielte dabei 9 Millionen Euro EGT bzw. 5 Millionen Euro Bilanzgewinn. Als "Österreichs größter privater Hausverwalter" betreue man rund 3,5 Millionen m2 Nutzfläche für rund 120.000 Bewohner, hatte Ludl Mitte 2009 in der Bilanzpressekonferenz erklärt. (APA/pm)