Infrastruktur

Größter Windpark Österreichs geht in Betrieb

Der Windpark in Andau im Burgenland beliefert ab sofort mit 79 Windrädern über 155.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom.

Österreich

Der größte Windpark Österreichs hat in Andau seinen Betrieb aufgenommen. Mit der Fertigstellung der neuen Windkraftanlagen setze die Energie Burgenland in Andau ihren umweltfreundlichen Kurs weiter fort, hieß es bei der Eröffnungszeremonie im Beisein von Landeshauptmann Hans Niessl.  

"In den letzten Jahren haben wir intensiv in den Netzausbau und die Versorgungssicherheit investiert, um die Weichen für den Windpark Andau zu stellen", sagt Michael Gerbavsits, Vorstandssprecher der Energie Burgenland. "Mit der Inbetriebnahme des Windparks bauen wir unseren Vorsprung bei der Windstromproduktion noch weiter aus."

Im letzten Jahr wurde hierfür ein leistungsstarkes Umspannwerk in Andau errichtet, um den Windpark ins Netz zu integrieren. "Einmal mehr zeigt sich auch, dass die Anrainer und Anrainerinnen von Windkraftwerken einem weitern Ausbau der Windenergie positiv gegenüber stehen", freut sich Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft und ergänzt: "Windräder sind eine der umweltfreundlichsten Stromerzeugungstechnologien und schaffen regionale Wertschöpfung und Arbeitsplätze."

Strom und Arbeitsplätze

Im Windpark Andau stehen insgesamt 79 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 237 MW. Damit können jährlich rund 545 Mio. kWh Ökostrom erzeugt und über 155.000 Haushalte versorgt werden. Neben den ökologischen Effekten wirkt der neue Windpark auch als Motor für die wirtschaftliche Aktivität der Region. So wird durch die Errichtung, Wartung und den Betrieb des Windparks eine regionale Wertschöpfung von 370 Mio. Euro erzielt. Zudem werden durch den Windpark 130 neue Dauerarbeitsplätze generiert.

Windenergieboom in Österreich


Die österreichweit installierte Windkraftleistung von derzeit über 1.900 MW erzeugt bereits so viel Strom wie rund 1,2 Millionen österreichische Haushalte im Jahr verbrauchen. Dies ist etwa ein Drittel aller Haushalte. Bis Ende des Jahres wird sich der Windradausbau noch einmal steigern. Insgesamt ist mit dem Abschluss der Errichtung und dem Vollbetrieb im Jahr 2014 von rund 130 Windräder mit einer Leistung von rund 400 MW zu rechnen. Die Errichtung dieser Windkraftanlagen wird eine Investition von mehr als 600 Mio. Euro auslösen. 4.600 Beschäftigte sind bereits in der Windbranche tätig.

"Vorbild für Europa"


Das Burgenland wurde als erste europäische Region stromautark durch Windkraft. Im Jahr 2000 produzierte das Burgenland lediglich 3% des eigenen Stromverbrauchs. 2006 wurde eine neue Zielrichtung eingeschlagen und im Landtag beschlossen, bis 2013 "stromautark" zu sein - ein Begriff, der allerdings nur rein rechnerisch zu verstehen ist, denn wirklich stromautark kann eine einzelne Region wegen der Volatilität dieser Energieform niemals sein.

Durch einen konsequenten Ausbau der Windenergieanlagen konnte dieses Ziel erreicht werden. Ende des Jahres 2013 wurde im Burgenland mehr Windstrom produziert als das gesamte Bundesland verbraucht. Damit war das Burgenland das erste Bundesland in Österreich, das mit Windstrom stromautark ist.  (pm/ots)