Baukosten : Wohnbaukosten steigen moderat

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Hohe Materialkosten lassen nicht in Deutschland die Bautätigkeiten stagnieren.

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Im Straßen- und Siedlungswasserbau stiegen die Kosten um durchschnittlich 3,2 bzw. 3,7 Prozent, im Brückenbau sanken sie hingegen um 1,5 Prozent, teilte die Statistik Austria am Montag mit.

Neben deutlichen Lohnerhöhungen waren vor allem Kostensteigerungen bei Betonfertigteilen sowie bei Transportbeton und Fertigmörtel für den Anstieg der Baukosten verantwortlich, so die Statistik Austria. Im Wohnhaus- und Siedlungsbau waren die Preiserhöhungen für Fertigputz und -estrich sowie Fliesenkleber zusätzliche Kostentreiber. Preissteigerungen bei Gussprodukten und Rohren hätten sich vor allem auf die Kosten im Siedlungswasserbau ausgewirkt.

Bei den von Stahlprodukten geprägten Warengruppen seien im Vorjahr starke Kostenrückgänge zu verzeichnen gewesen, was die Kosten im Brückenbau gedrückt habe.

Die Preise für Baustoffe in Deutschland bleiben auf hohem Niveau. Mineralische Baustoffe verteuerten sich im ersten Halbjahr zum Teil sogar massiv, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. So kostete Zement 41,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, auch die Preise für Kalk und gebrannten Gips (+39,7 Prozent), keramische Dachziegel (+28,7 Prozent), Frischbeton (+27,7 Prozent), Bausand (+22,7 Prozent) oder Mörtel (+18,6 Prozent) zogen kräftig an.


Auch für so genannte Baubedarfsartikel aus Kunststoff musste deutlich mehr bezahlt werden: Sanitärausstattungen wie Badewannen oder Waschbecken verteuerten sich um 10,8 Prozent, Fenster- oder Türverkleidungen um 8,6 Prozent.

Baustoffe aus Metall, die wie mineralische Baustoffe vergleichsweise energieintensiv hergestellt werden, verbilligten sich dagegen in den ersten sechs Monaten des Jahres um 4,6 Prozent. "Allerdings entwickelten sich die Preise hier uneinheitlich", stellten die Statistiker fest. So kostete Betonstahl in Stäben 28,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, während für Stahlrohre 6,3 Prozent mehr bezahlt werden musste.

Bitumen auf Erdölbasis, das unter anderem im Straßenbau und zur Abdichtung von Dächern, Gebäuden und Fundamenten verwendet wird, verbilligte sich um 13,0 Prozent. Preisrückgänge gab es auch bei Baustoffen aus Holz: Konstruktionsvollholz (-28,0 Prozent) und Dachlatten (-25,3 Prozent) waren billiger zu haben. Schnittholz kostete 18,6 Prozent weniger.

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Steigende Baukosten sorgen für Stornierungen

Steigende Materialkosten gelten neben der teurer gewordenen Finanzierung als Hauptgrund für die Stornierungswelle und den Auftragsmangel im Wohnungsbau. Im September waren 21,4 Prozent der Unternehmen von Projektstornierungen im Wohnungsbau betroffen - so viele wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Jahr 2012, wie das Ifo-Institut herausfand. "Viele Projekte sind wegen der gestiegenen Zinsen und Baukosten nicht mehr wirtschaftlich durchführbar", erklärte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe.

Auch die Klagen über fehlende Aufträge in der Branche werden lauter: Aktuell sehen sich 46,6 Prozent der Unternehmen davon betroffen, nach 44,2 Prozent im August. Das ist der höchste Wert seit März 2009, als die weltweite Finanzkrise ihren Tribut forderte.