Prefa : Tiny Houses mit Fischhaut: Glamping am Natterer See
Versteckt im Grün: Drei der sieben Glamping-Unterkünfte im Secret Koi Garden. Die anthrazitfarbenen Aluminiumrauten von Prefa geben den Häusern ihre charakteristische Schuppenoptik.
- © PREFA / Croce & WirAm Waldrand des Ferienresorts Natterer See bei Innsbruck steht seit Kurzem eine Ansammlung von sieben Tiny Houses, die auf den ersten Blick wie anthrazitfarbene Skulpturen wirken. Der „Secret Koi Garden" ist das jüngste Projekt von Georg Giner, der den Campingplatz seiner Familie seit 1996 führt und dabei sukzessive zu einem der meistbeachteten Glamping-Standorte im Alpenraum ausgebaut hat.
Giner, der auf dem Gelände gerne per Segway unterwegs ist, hat den Trend zum gehobenen Camping früh erkannt. Erst kamen Schlaffässer, dann Safari-Lodge-Zelte nach afrikanischem Vorbild, Wood Lodges, schwimmende Hausboote auf dem See – und jetzt eben der Koi Garden. Der Name geht auf Giners Leidenschaft für japanische Koi-Karpfen zurück: Rund 70 Exemplare schwimmen im angrenzenden Teich, jede der sieben Unterkünfte ist einem bestimmten Fisch gewidmet.
Entworfen wurden die Häuser vom slowenischen Büro Lushna, das seit gut einem Jahrzehnt auf Minitekturen für Naturresorts spezialisiert ist. Architekt Peter Ličen und Marketingchef Jaka Ažman haben mit ihren modularen Holzkabinen bereits Projekte in Slowenien, den Niederlanden, Großbritannien und den USA realisiert. Am Natterer See entschieden sie sich für vier verschiedene Typologien in Holzständerbauweise – A-Frame, Petite, Chalet und Suite –, die per Lkw angeliefert und vor Ort variiert werden konnten.
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Aluminium als gestalterisches Mittel
Was das Projekt architektonisch hervorhebt, ist die Hülle: Dach und Fassade sind vollständig mit kleinteiligen Aluminiumrauten im Format 20 mal 20 Zentimeter verkleidet, die in ihrer Anordnung an Fischschuppen erinnern. Das Material stammt von Prefa, die gedeckte Fläche pro Haus beträgt nur rund 60 Quadratmeter – eine Dimension, bei der jede Ungenauigkeit sofort sichtbar wird.
Die Montage übernahm Janez Kralj, ein slowenischer Spenglermeister mit 25 Jahren Erfahrung in der Verarbeitung von Prefa-Produkten. Seine Firma Stavbno kleparstvo entwickelte für die Sichtkanten eine eigene Lösung: eine schmale Rinne als Schattenfuge und Entwässerung, die den Übergang zur Holzfassade an den Stirnseiten herstellt, ohne dass eine Aluminiumabdeckung nötig ist. Die Rauten wurden Stück für Stück vom Dach über die Längsseiten geführt – ein übergangsloser Verlauf, der den Eindruck einer geschlossenen Haut verstärkt. Das Anthrazit des Aluminiums kontrastiert mit dem hellen Holz der Stirnseiten und den Panorama-Glasfronten, die den Blick auf die Nordkette freigeben.
Paarretreat statt Familienplatz
Im Gegensatz zum übrigen Campingplatz, der stark auf Familien ausgerichtet ist, zielt der Secret Koi Garden ausschließlich auf Paare. Der Bereich ist mit hohen Hecken abgetrennt und nur per elektronischem Schlüssel zugänglich. Die Häuser haben bewusst keine Küche – stattdessen wird morgens ein Frühstückskorb an die Unterkunft geliefert. Ein separater Wellness-Pod mit Sauna und Whirlpool ist exklusiv für Gäste des Koi Garden buchbar.
Das Konzept funktioniert als Ergänzung zum bestehenden Resort, das mit rund 180 Stellplätzen und einem breiten Unterhaltungsangebot inklusive Aquapark und Animation klassisches Camping bedient. Der Koi Garden adressiert ein anderes Segment: Kurzaufenthalte, Hochzeitstage, Geburtstage – und bewusst auch Gäste aus dem Großraum Innsbruck, für die das Resort nur sieben Kilometer entfernt liegt.
Für die Ferienanlage Natterer See, das zu den „Leading Campings of Europe" gehört und sich als erster Glampingpark Österreichs positioniert, ist der Koi Garden ein weiterer Schritt weg vom klassischen Campingplatz hin zum Ferienresort mit mehreren Angebotsebenen. Dass dabei ein slowenisches Architekturbüro, ein slowenischer Spengler und ein österreichischer Aluminiumhersteller zusammenfanden, zeigt nebenbei, wie international selbst ein Projekt mit sieben Tiny Houses am Tiroler Waldrand sein kann.