Baureputationsstudie 2026 : ÖkoFEN vorne, Viessmann auf Rang 26: So bewertet KI die Heizungshersteller

Die Baureputationsstudie 2026 zeigt, wie unterschiedlich Heizungs- und Sanitärtechnikhersteller in klassischen Medien und von KI-Systemen bewertet werden. ÖkoFEN führt bei den Heizungsherstellern beide Rankings an.

Die Baureputationsstudie 2026 zeigt, wie unterschiedlich Heizungs- und Sanitärtechnikhersteller in klassischen Medien und von KI-Systemen bewertet werden. ÖkoFEN führt bei den Heizungsherstellern beide Rankings an.

- © ÖkoFEN

Wer genießt in Österreich den besten Ruf bei Heizungen, Wärmepumpen und Sanitärtechnik? Die Antwort hängt auch davon ab, wen man fragt. Die klassische Medienberichterstattung zeichnet teilweise ein völlig anderes Bild als KI-Systeme wie ChatGPT, Claude und Gemini. Besonders deutlich wird das bei Austria Email: In der Medienreputation belegt das Unternehmen Platz zwei, im KI-Ranking dagegen nur Rang 24. Viessmann steht in den Medien auf Platz vier, im KI-Ranking auf Rang 26. Andere Hersteller profitieren hingegen von ihrer Präsenz in den KI-Antworten.

Diese Unterschiede macht die Baureputationsstudie 2026 von PER Insight (vormals IMWF Austria) sichtbar. Das Unternehmen untersucht jährlich die Reputation österreichischer Unternehmen anhand der Medienberichterstattung. Erstmals wurde 2026 zusätzlich erhoben, wie drei KI-Systeme die Unternehmen darstellen.

Für den Bereich der Technischen Gebäudeausstattung umfasst die Medienanalyse zwei Teilbranchen: Heizung & Wärmepumpen mit 24 Unternehmen sowie Sanitär & Installationstechnik mit 21 Unternehmen. Ein zusätzliches KI-Ranking liegt allerdings nur für Heizung & Wärmepumpen vor.

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ÖkoFEN führt die Medien- und KI-Reputation der Heizungshersteller an. Zu den Themen, die das Medienbild des Unternehmens prägten, zählt der Einstieg in den Batteriespeichermarkt mit der GreenBOX.

- © ÖkoFEN

Heizung und Wärmepumpen: ÖkoFEN führt in beiden Rankings

Einen eindeutigen Spitzenreiter gibt es bei den Heizungsherstellern: ÖkoFEN behauptet Platz eins der Medienreputation aus dem Vorjahr und steht auch im KI-Ranking an der Spitze. In der Medienauswertung erreicht der oberösterreichische Pelletsheizungshersteller die besten Werte bei Produkt & Service, Wirtschaftlichkeit und Management.

Die Berichterstattung wird vor allem von neuen Produkten und wirtschaftlichen Entwicklungen getragen. Für Aufmerksamkeit sorgte der Einstieg in den Batteriespeichermarkt mit dem System GreenBox, das Strom und Wärme im Gebäude gemeinsam steuern soll. Auf der Welser Energiesparmesse wurde die Entwicklung mit dem Innovationspreis „EnergieGenie 2026“ ausgezeichnet. Auch der Verkauf des 200.000sten Heizsystems und die Positionierung als Weltmarktführer bei Pelletsheizungen prägten das Medienbild.

In den KI-Antworten stehen dagegen andere Aspekte im Mittelpunkt. Die Systeme beschreiben ÖkoFEN vor allem als spezialisierten Pelletsheizungshersteller aus Niederkappel und verweisen auf die Unterstützung von Installateuren durch Schulungen und Planung. Das neue Batteriespeichersystem spielt dort hingegen keine tragende Rolle.

Austria Email belegt in der Baureputationsstudie 2026 den zweiten Platz im Medienranking der Heizungshersteller. In der KI-Auswertung liegt das Unternehmen hingegen auf Rang 24.

- © Austria Email AG

Austria Email: Zweiter in den Medien, Platz 24 bei der KI

Besonders deutlich unterscheiden sich die Ergebnisse bei Austria Email. Der Hersteller verteidigt in der Medienreputation den zweiten Platz aus dem Vorjahr, erreicht im KI-Ranking unter 57 untersuchten Unternehmen aber lediglich Rang 24.

Die positive Medienbewertung beruht insbesondere auf der wirtschaftlichen Entwicklung. Im Juni 2026 meldete das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2025 ein Umsatzwachstum von 7,5 Prozent auf 151,1 Millionen Euro. Gleichzeitig stieg die Eigenkapitalquote von 53,5 auf 58,8 Prozent. Hinzu kamen Berichte über Wärmepumpen-Leasing und neue Luft- und Erdwärmepumpen mit dem Kältemittel Propan.

Allerdings waren nicht alle Nachrichten positiv. Auch der Umsatzrückgang des Jahres 2024 infolge des schwachen Exportgeschäfts mit Deutschland floss in die Medienauswertung ein.

Trotz der insgesamt guten medialen Platzierung findet Austria Email in der KI-Reputation deutlich weniger positive Resonanz als spezialisierte Wettbewerber.

Auf Rang drei der Medienmessung folgt Daikin, das sich gegenüber dem Vorjahr um zwei Plätze verbessert. Zu den prägenden Nachrichten zählen ein Umsatzplus von 42 Prozent im österreichischen Geschäftsjahr 2024 sowie die Einführung der Wärmepumpe Altherma 4 mit dem natürlichen Kältemittel R-290. Im Frühsommer 2026 sorgte zudem die Hitzewelle für Aufmerksamkeit: Die Nachfrage im Daikin-Flagship-Store in der Shopping City Süd vervierfachte sich laut Unternehmen. Im KI-Ranking liegt Daikin auf Platz sieben.

Viessmann verbessert sich in den Medien von Platz sechs auf vier. Dabei spielen vor allem Projekte und Partnerschaften eine Rolle, darunter die Wärmepumpen- und Erdsondenlösungen für das Wiener Stadtentwicklungsprojekt „Village im Dritten“ sowie die Zusammenarbeit mit dem Wiener Startup Heizma. In der KI-Reputation reicht es allerdings nur für Rang 26.

Hargassner belegt Platz fünf der Medienreputation und schneidet in der KI-Messung mit Rang drei sogar besser ab. Medial sichtbar war das Unternehmen unter anderem durch eine Kooperation mit Fronius, einen Innovationspreis für ein Hybrid-Heizsystem sowie die Verpflichtung des ehemaligen Skispringers Daniel Huber als Markenbotschafter.

  • Axel Maireder, Geschäftsführer des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung IMWF
    Axel Maireder, Geschäftsführer PER Insight

    „Bei Heizung und Wärmepumpen folgen die Medien den Anlässen des Jahres: Bilanzen, neue Produkte, die Hitzewelle, ein Neustart nach der Insolvenz. Die KI beschreibt die Branche über Spezialisierung und Standort, und hinter dem gemeinsamen Spitzenreiter rücken dort Hersteller nach vorn, die in der Berichterstattung im Mittelfeld stehen.“

iDM: Im KI-Ranking auf Platz zwei

Wie stark sich die Reihenfolge verschieben kann, zeigt auch iDM. Der Osttiroler Wärmepumpenhersteller fällt in der Medienreputation gegenüber dem Vorjahr von Rang sieben auf zehn zurück. In der KI-Messung steht das Unternehmen dagegen auf Platz zwei.

Die KI-Systeme beschreiben iDM insbesondere über dessen Spezialisierung auf Wärmepumpen, die Entwicklung und Produktion in Matrei in Osttirol sowie das Angebot für unterschiedliche Gebäudetypen – vom Einfamilienhaus bis zum mehrgeschossigen Wohnbau.

Allerdings finden sich in den Antworten auch kritische Hinweise auf die Premium-Preise und das geschlossene Netz an Systempartnern.

Ein weiterer auffälliger Fall ist Windhager. Der Heizungshersteller verbessert sich in der Medienreputation von Platz 16 auf Rang acht. Während im Vorjahr noch Insolvenz, Eigentümerwechsel und Ermittlungen gegen frühere Geschäftsführer die Berichterstattung bestimmten, stehen 2026 der Neustart unter Andreas Weißenbacher, eine Allianz mit Heliotherm und Sommerauer sowie ein angekündigtes Investitionsprogramm von 100 Millionen Euro über fünf Jahre im Mittelpunkt. In der Dimension Innovation erreicht Windhager mittlerweile den Branchenbestwert.

Im KI-Ranking liegt Windhager allerdings nur auf Platz 53. Die aktuelle Medienberichterstattung über den Neustart schlägt sich somit nicht in einer vergleichbar guten KI-Platzierung nieder.

Der Unternehmensstandort von iDM in Matrei in Osttirol. Während der Wärmepumpenhersteller in der Medienreputation Rang zehn belegt, liegt er in der KI-Auswertung auf Platz zwei.

- © iDM

Sanitär und Installationstechnik: Geberit an der Spitze

Anders als bei den Heizungsherstellern gibt es für die Sanitär- und Installationstechnik 2026 ausschließlich eine Medienauswertung. Ein KI-Ranking oder ein Vergleich mit dem Vorjahr liegt für diese Teilbranche nicht vor.

Unter den 21 untersuchten Unternehmen setzt sich Geberit an die Spitze. Der Sanitärtechnikkonzern erzielt in vier der sechs untersuchten Reputationsdimensionen die besten Werte: Produkt & Service, Wirtschaftlichkeit, Management und Innovation.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Werk in Pottenbrunn bei St. Pölten. Dort feierte Geberit 30 Jahre Lehrlingsausbildung. In diesem Zeitraum wurde das Ausbildungsangebot von ursprünglich zwei auf elf Lehrberufe erweitert.

Auch eine gemeinsam mit Sinntelligence entwickelte KI-gestützte Qualitätsprüfung von Elektroschweißmuffen floss in die positive Berichterstattung ein. Weitere Themen waren das „House of Geberit“ in Wien und eine Markenkampagne mit Silvia Schneider.

Wirtschaftlich zeigte sich ein gemischtes Bild. Während der Konzernumsatz 2025 um 2,5 Prozent stieg, belasteten knapp verfehlte Analystenerwartungen und ein Umsatzrückgang im ersten Quartal 2026 infolge des starken Schweizer Frankens die Berichterstattung.

Der elektrische Tunnelofen im LAUFEN-Werk Gmunden ermöglicht die Herstellung von Sanitärkeramik ohne direkte CO₂-Emissionen beim Brennprozess. Laut Unternehmen spart die Umstellung jährlich rund 5.000 Tonnen CO₂ ein.

- © LAUFEN

BWT und Laufen: Nachhaltigkeit prägt das Medienbild

Auf Platz zwei folgt BWT. Das Unternehmen erzielt seinen besten Branchenwert in der Dimension Nachhaltigkeit, wobei die öffentliche Wahrnehmung stark durch Sponsoring und Stiftungsarbeit geprägt wird.

Dazu zählen das Namenssponsoring beim SV Ried, das Motorsportengagement und Brunnenbauprojekte in Tansania über die BWT-Stiftung. Gleichzeitig sorgte der Rückzug als Hauptsponsor der Salzburger Festspiele Ende 2025 für negative Aufmerksamkeit.

In der wirtschaftlichen Berichterstattung wurde unter anderem ein Interview mit Gründer Andreas Weißenbacher aufgegriffen, in dem er einen weltweiten Umsatz von 1,7 Milliarden Euro und rund 6.500 Beschäftigte nannte.

Den dritten Platz belegt Laufen. Hier steht vor allem die Umstellung der Produktion im oberösterreichischen Gmunden im Mittelpunkt. Das Unternehmen bezeichnet sein Werk als weltweit erste vollständig emissionsfreie Fertigung von Sanitärkeramik. Durch die Umstellung, unter anderem auf einen elektrischen Tunnelofen, sollen jährlich rund 5.000 Tonnen CO₂ eingespart werden. Für das Projekt erhielt Laufen den TRIGOS 2025 in der Kategorie Klimaschutz.

Weitere Themen waren Produktentwicklungen wie das Urin-Trenn-WC „save!“ sowie Kooperationen im Designbereich.

Auf Platz vier folgt der Kunststofftechniker agru aus Bad Hall. Die Berichterstattung konzentriert sich insbesondere auf Fachkräfte, Lehrlingsausbildung und die Automatisierung der Kunststoffverarbeitung. Rang fünf belegt Grohe, das vor allem mit neuen Produktlinien, Lösungen zur Wärmerückgewinnung aus Duschwasser und dem Thema Wassersparen in Erscheinung tritt.

  • Studienleiter Axel Maireder vom IMWF
    Axel Maireder, Geschäftsführer PER Insight

    „In der Sanitärbranche tragen Werke und Nachhaltigkeit die Berichterstattung: Lehrlingsausbildung und KI-gestützte Qualitätsprüfung in der Produktion, emissionsfreie Keramikfertigung, dazu Sponsoring, das in beide Richtungen wirkt, beim Einstieg wie beim Rückzug.“

Warum Medien und KI zu anderen Ergebnissen kommen

Die unterschiedlichen Rangfolgen hängen wesentlich damit zusammen, welche Informationen die beiden Untersuchungen erfassen.

Die Medienreputation basiert auf konkreten Aussagen in der Berichterstattung eines definierten Untersuchungszeitraums. Entsprechend stark wirken aktuelle Ereignisse wie Bilanzen, Produktvorstellungen, Auszeichnungen oder Unternehmenskrisen.

Die KI-Systeme greifen dagegen auf ein breiteres Spektrum öffentlich verfügbarer Informationen zurück. Dazu gehören Unternehmenswebsites, Produktunterlagen, Informationen über Produktionsstandorte, Zertifizierungen und Bewertungen.

Auch bei den Heizungsherstellern ist der Anteil unternehmenseigener Informationen hoch: 58,6 Prozent der erfassten KI-Quellennennungen stammen von den Unternehmen selbst oder aus eigenen Texten auf fremden Websites. Unabhängige redaktionelle Quellen machen lediglich 8,1 Prozent aus. Weitere 17 Prozent entfallen auf Bewertungen, Foren und Wissensplattformen.

Diese Quellenanalyse umfasst zwei der drei untersuchten KI-Systeme, da für das dritte keine entsprechend auswertbaren Domainangaben vorlagen.

Ein direkter Qualitätsvergleich lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Beide Messungen erfassen unterschiedliche Informationsräume, und auch die untersuchten Unternehmensfelder sind nicht vollständig deckungsgleich. Ein guter KI-Rang bedeutet deshalb nicht zwangsläufig eine bessere Produktqualität oder höhere Kundenzufriedenheit.

Für Unternehmen zeigt die Studie vor allem, dass ein positives Medienbild nicht automatisch eine entsprechende Darstellung durch KI-Systeme garantiert.

Die Rankings im Überblick

Heizung & Wärmepumpen – Medienreputation 2026

  1. ÖkoFEN
  2. Austria Email
  3. Daikin
  4. Viessmann
  5. Hargassner

Untersucht wurden 24 Unternehmen.

Heizung & Wärmepumpen – KI-Reputation 2026

  1. ÖkoFEN
  2. iDM
  3. Hargassner
  4. Hoval
  5. ETA Heiztechnik

Untersucht wurden 57 Unternehmen.

Sanitär & Installationstechnik – Medienreputation 2026

  1. Geberit
  2. BWT
  3. Laufen
  4. agru
  5. Grohe

Untersucht wurden 21 Unternehmen. Ein KI-Ranking liegt für diese Teilbranche nicht vor.

Zur Baureputationsstudie 2026

Die Medienreputation wurde von PER Insight (vormals IMWF Austria) anhand der Berichterstattung zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 30. Juni 2026 untersucht. Bewertet wurden Aussagen zu Unternehmen in sechs Dimensionen: Produkt & Service, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Management, Arbeitgeber und Innovation. Die Arbeitgeberdimension berücksichtigt zur Hälfte Bewertungen auf Jobplattformen.

Für die KI-Reputation wurden im August 2026 drei KI-Systeme mit aktivierter Websuche untersucht. Pro Teilbranche wurden 21 Fragen jeweils 13-mal an alle drei Systeme gestellt. Daraus ergaben sich 819 Antworten je untersuchter Teilbranche. Die daraus abgeleiteten Bewertungen wurden nach den sechs Reputationsdimensionen ausgewertet.

Die Ranglisten sind nur innerhalb der jeweiligen Teilbranche und Messung unmittelbar vergleichbar. Die Zahl der untersuchten Unternehmen kann zwischen Medien- und KI-Messung abweichen.

Weitere Informationen zur Studie: Medien- und KI-Reputation – PER Insight

Individuelle Auswertungen aus der Analyse inklusive Empfehlungen für die Unternehmenskommunikation können bei PER Insight bezogen werden:

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+43 1 34 60 66 710
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