Gebäudehülle Österreich : Baureputationsstudie 2026: Internorm, Wienerberger und Austrotherm führen bei der Gebäudehülle

Die Baureputationsstudie 2026 untersucht, welche Hersteller der Gebäudehülle in der Medienberichterstattung den besten Ruf genießen. Bei Fenstern und Türen führt Internorm das Ranking an.

Die Baureputationsstudie 2026 untersucht, welche Hersteller der Gebäudehülle in der Medienberichterstattung den besten Ruf genießen. Bei Fenstern und Türen führt Internorm das Ranking an.

- © Internorm

Die schwache Baukonjunktur und die Unsicherheit rund um die Sanierungsförderung prägen die öffentliche Wahrnehmung der Hersteller von Fenstern, Türen und Dämmstoffen. Gleichzeitig sorgen Investitionen, neue Produktionsanlagen und innovative Produkte für positive Schlagzeilen. Welche Unternehmen dabei besonders gut abschneiden, zeigt die Baureputationsstudie 2026 von PER Insight (vormals IMWF Austria).

Für die Untersuchung wurde die Medienberichterstattung vom 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026 in sechs Dimensionen bewertet: Produkt und Service, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Management, Arbeitgeber und Innovation. Ergänzend untersuchte PER Insight im August 2026, wie drei KI-Systeme die Unternehmen beurteilen.

Der Themenbereich Gebäudehülle umfasst vier Teilbranchen: Fenster & Türen, Dach & Fassade, Sonnenschutz sowie Dämmstoffe. Ein KI-Ranking liegt allerdings nur für Fenster & Türen sowie Dämmstoffe vor.

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Internorm behauptet in der Kategorie Fenster und Türen den Spitzenplatz – sowohl in der Medienreputation als auch im KI-Ranking.

- © Internorm

Fenster und Türen: Internorm bleibt an der Spitze

Bei den Fenster- und Türenherstellern verteidigt Internorm seine Spitzenposition aus dem Vorjahr. Das Unternehmen liegt sowohl in der Medienreputation als auch im KI-Ranking auf Platz eins. In vier der sechs untersuchten Dimensionen erzielt Internorm den besten Wert seiner Teilbranche.

Positive Aufmerksamkeit erhielt der Hersteller unter anderem durch seine Handels- und Montagepartner, Lehrlingsprojekte und den oberösterreichischen Innovationspreis „EnergieGenie 2026“ für die Holz-Haustür HT 310. Gleichzeitig hinterließ die schwierige Marktlage Spuren: Der Umsatz ging um 5,5 Prozent auf 407 Millionen Euro zurück. Miteigentümer Christian Klinger führte stornierte Bestellungen unter anderem auf wechselnde Ankündigungen zur Sanierungsförderung zurück.

Auch in den KI-Antworten steht Internorm an der Spitze. Die Systeme heben insbesondere die österreichische Herkunft und die Markenpositionierung hervor. Allerdings finden sich dort auch kritische Hinweise auf Reklamationen, Ersatzteile und Kulanz.

Auf Platz zwei folgt wie im Vorjahr JOSKO. Wirtschaftlich entwickelten sich die beiden führenden Unternehmen unterschiedlich: Während Internorm einen Umsatzrückgang verzeichnete, steigerte JOSKO seinen Umsatz um 9,4 Prozent auf 196 Millionen Euro. Finanzchef Stefan Wagner führte das Wachstum auf das erneuerte Fensterportfolio zurück. Positiv in die Medienreputation flossen außerdem die Lehrlingsausbildung und Angebote für Beschäftigte ein. Im KI-Ranking erreicht JOSKO allerdings nur Platz sechs.

Den dritten Platz belegt Katzbeck. Der burgenländische Fensterhersteller war im Vorjahr noch nicht im untersuchten Medienfeld vertreten. Für Aufmerksamkeit sorgte insbesondere die Ankündigung einer Investition von 16 Millionen Euro in eine neue Produktionshalle in Rudersdorf. Im KI-Ranking schneidet das Familienunternehmen sogar noch besser ab und liegt auf Platz zwei.

Deutlicher fallen die Unterschiede bei Roto aus: Der Beschlaghersteller erreicht in der Medienreputation Platz vier, im KI-Ranking dagegen nur Rang 22. VELUX liegt in den Medien auf Platz fünf und bei der KI auf Platz vier. Auffällig ist außerdem, dass REKORD Fenster im KI-Ranking auf Platz drei und Actual auf Platz fünf stehen, obwohl beide Unternehmen im untersuchten Medienfeld nicht vertreten sind.

  • Axel Maireder, Geschäftsführer des Instituts für Management- und Wirtschaftsforschung IMWF
    Axel Maireder, PER Insight

    „Das Aus der Sanierungsförderung zieht sich durch die Berichterstattung über Fenster- und Dämmstoffhersteller. Die Unternehmen kommen darin als Stimme in einer politischen Debatte vor, und diese Aussagen fallen häufig negativ aus, weil die Nachricht selbst negativ ist.“

Wienerberger führt die Medienreputation bei Dach und Fassade an. Zu den positiv wahrgenommenen Projekten zählt die elektrifizierte Ziegelproduktion im oberösterreichischen Uttendorf.

- © Robert Oberbichler / Wienerberger AG

Dach und Fassade: Wienerberger verteidigt die Führung

Im Bereich Dach und Fassade bleibt die Reihenfolge an der Spitze gegenüber dem Vorjahr unverändert. Wienerberger führt vor PREFA und Peneder. Dahinter folgen ACO und Bauder.

Wienerberger erreicht in fünf der sechs untersuchten Dimensionen den besten Wert. Die Berichterstattung zeigt dabei die unterschiedlichen Seiten eines international tätigen Baustoffkonzerns: Der Gewinn des Jahres 2025 verdoppelte sich auf 166 Millionen Euro, der Konzernumsatz erreichte 4,6 Milliarden Euro. Auch die Übernahme der italienischen Keramikgruppe Italcer sorgte für Aufmerksamkeit.

Bei Nachhaltigkeit und Innovation standen österreichische Projekte im Vordergrund. Dazu gehören die Herstellung von Ziegeln aus Ton, der beim Wiener U-Bahn-Bau anfällt, sowie die CO₂-Reduktion um 75 Prozent in der Ziegelproduktion am Standort Uttendorf. Gleichzeitig belastete ein Verlust von 30 Millionen Euro im ersten Quartal 2026 das Bild.

PREFA behauptet den zweiten Platz. Die Berichterstattung konzentrierte sich vor allem auf Architektur, Design und Produktentwicklungen. Themen waren unter anderem das 80-jährige Jubiläum der PREFA-Dachplatte, Solarlösungen für Dächer in Schutzzonen und der Bau einer PREFA Academy samt Hotel am Stammsitz Marktl. Auch als Arbeitgeber erhielt das Unternehmen positive Aufmerksamkeit, etwa durch Auszeichnungen und Angebote für Beschäftigte.

Auf Platz drei folgt erneut Peneder. Interessant ist dabei, dass das Unternehmen in der Medienberichterstattung vor allem als Generalunternehmer im Industriebau erscheint und weniger als Hersteller von Dach- und Fassadenelementen. Projekte wie die Erweiterung des GEWA-Firmensitzes in Oberösterreich oder ein Großauftrag für das Gaplast-Werk in Bayern prägen die Wahrnehmung.

ACO hält Platz vier und positioniert sich insbesondere mit Regenwassermanagement und Lösungen für klimaresiliente Städte. Neu unter den ersten fünf ist Bauder. Der Dachsystemhersteller machte unter anderem mit seinem 40-jährigen Bestehen in Österreich, einem Führungswechsel und einem neuen Werk im Elsass auf sich aufmerksam.

Für diese Teilbranche wurde keine gesonderte KI-Reputation erhoben.

HELLA liegt im Medienranking der Sonnenschutzhersteller vor Valetta und Schlotterer. Das Unternehmen setzt unter anderem auf intelligente Beschattungslösungen.

- © HELLA

Sonnenschutz: HELLA vor Valetta und Schlotterer

Im Sonnenschutz führt HELLA das Medienranking vor Valetta und Schlotterer an. Das Unternehmen aus Osttirol erzielt in fünf der sechs Bewertungsdimensionen den besten Wert.

Dabei war das Untersuchungsjahr keineswegs ausschließlich von positiven Nachrichten geprägt. Im August 2025 wurde die Schließung des Werks Duisburg bekannt, von der 128 Beschäftigte betroffen waren. Der Umsatz 2025 lag mit rund 173 Millionen Euro laut Unternehmen auf dem niedrigsten Niveau der jüngeren Firmengeschichte.

Für positive Berichterstattung sorgten dagegen Investitionen in die Standorte Werne und Abfaltersbach sowie das gemeinsam mit der Universität Stuttgart entwickelte adaptive Fassadensystem FlectoLine. CEO Andreas Kraler wurde außerdem als EY Entrepreneur Of The Year in der Kategorie Innovation ausgezeichnet.

Auf Platz zwei folgt Valetta. Die Medienpräsenz des oberösterreichischen Herstellers konzentrierte sich stark auf ein einzelnes Projekt: den Sonnenschutz am House of Schools 1 der Johannes Kepler Universität Linz.

Schlotterer belegt Rang drei. Der Salzburger Sonnenschutzhersteller konnte seinen Umsatz 2025 um sieben Prozent auf 112 Millionen Euro steigern. Das Unternehmen beschäftigt rund 630 Menschen und gehört zur IFN-Gruppe rund um Internorm. Kritische Aussagen zur Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich flossen ebenfalls in die Berichterstattung ein.

Dahinter folgen Griesser und WAREMA auf den Plätzen vier und fünf. Für den Sonnenschutz liegen weder ein vergleichbarer Vorjahresrang noch ein KI-Ranking vor.

Austrotherm führt die Medienreputation bei den Dämmstoffherstellern an. Anfang 2026 nahm das Unternehmen seine Recyclinganlage für EPS- und XPS-Dämmstoffe in Purbach in den Vollbetrieb.

- © Austrotherm

Dämmstoffe: Austrotherm dominiert die Medien, Naporo die KI

Besonders deutlich unterscheiden sich Medien- und KI-Reputation bei den Dämmstoffherstellern. In der Medienauswertung führt Austrotherm vor Hirsch Servo und Steinbacher. Im KI-Ranking stehen dagegen Naporo, Knauf und Saint-Gobain an der Spitze.

Austrotherm erzielt in sämtlichen sechs Bewertungsdimensionen den besten Wert der Medienmessung. Besonders wichtig war dabei das Thema Recycling: Anfang 2026 nahm am Standort Purbach eine Anlage den Vollbetrieb auf, die laut Unternehmen als einzige in Österreich EPS, XPS und vollständige Wärmedämmverbundsysteme aufbereiten kann.

Auch die internationale Expansion spielte eine Rolle. In das Werk im kroatischen Zabok investierte Austrotherm rund zwölf Millionen Euro. Im KI-Ranking erreicht das Unternehmen Platz vier.

Auf Platz zwei der Medienreputation folgt Hirsch Servo. Der Kärntner Dämmstoffhersteller war unter anderem durch seine Beteiligung am bosnischen Unternehmen Terrasit präsent. Hinzu kamen Veränderungen in der Eigentümerstruktur durch die Einbringung der Herz-Gruppe in eine gemeinnützige Stiftung. Bei der KI-Reputation liegt Hirsch Servo auf Platz acht.

Steinbacher belegt Platz drei. Der Hersteller aus Tirol erhielt vor allem durch Nachhaltigkeitsthemen Aufmerksamkeit. Dazu gehört das gemeinsam mit zwölf Partnern entwickelte Rücknahmesystem EPSolutely für Styroporreste von Baustellen. Zwei Fassadendämmplatten der Reihe steinopor erhielten außerdem das Österreichische Umweltzeichen. Im KI-Ranking liegt Steinbacher auf Rang sechs.

Die KI-Reihung zeigt andere Schwerpunkte. An erster Stelle steht Naporo, ein Hersteller von Hanffaserdämmplatten, der im Medienranking nicht vertreten ist. Die KI-Systeme beschreiben das Unternehmen insbesondere über sein Profil als österreichischer Hersteller von Naturdämmstoffen.

Auf Platz zwei folgt Knauf, dessen geplante Recyclinganlage für Mineralwolle in Ferndorf eine Rolle spielt. Rang drei belegt Saint-Gobain mit seiner Dämmstoffmarke ISOVER. Beide Unternehmen liegen im Medienranking auf den Plätzen vier beziehungsweise fünf.

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    Studienleiter Axel Maireder vom IMWF
    Axel Maireder, PER Insight

    „Bei den Dämmstoffen fallen die drei Medienersten in den KI-Antworten hinter andere Hersteller zurück. In der Berichterstattung tragen Recyclinganlagen und Rücknahmesysteme, in der KI vor allem Energieeffizienz und Naturdämmstoffe.“

Warum Medien und KI zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen

Die Unterschiede zwischen beiden Rankings hängen auch mit den ausgewerteten Informationsquellen zusammen. Während die Medienreputation auf der tatsächlichen Berichterstattung innerhalb eines definierten Jahres beruht, greifen die untersuchten KI-Systeme auf ein breiteres Spektrum öffentlich verfügbarer Informationen zurück.

Besonders deutlich wird das bei den Dämmstoffen: 65,5 Prozent der erfassten KI-Quellennennungen stammen von den Unternehmen selbst oder aus eigenen Texten auf fremden Websites. Nur 7,3 Prozent entfallen auf unabhängige redaktionelle Quellen.

Bei Fenster- und Türenherstellern beträgt der Anteil der Unternehmensquellen 58,6 Prozent, jener der redaktionellen Quellen 8,6 Prozent. Weitere 18,2 Prozent stammen aus Bewertungen, Foren und Wissensplattformen.

Die Medienreputation wird damit stärker von aktuellen Ereignissen wie Bilanzen, Investitionen, Werkseröffnungen oder politischen Debatten geprägt. Bei der KI-Reputation spielen dagegen dauerhaft verfügbare Informationen über Produkte, Produktionsstandorte, Zertifizierungen und Unternehmensgeschichte eine größere Rolle.

Die Ergebnisse sind allerdings nicht als direkter Qualitätsvergleich zu verstehen. Die beiden Untersuchungen erfassen unterschiedliche Informationsräume und teilweise unterschiedliche Unternehmensfelder. Ein guter Platz in der KI-Reihung bedeutet daher nicht automatisch eine bessere Reputation in der klassischen Medienöffentlichkeit – und umgekehrt.

Die Rankings im Überblick

Fenster & Türen
Medienranking (14 Unternehmen): 1. Internorm, 2. JOSKO, 3. Katzbeck, 4. Roto, 5. VELUX.
KI-Ranking (35 Unternehmen): 1. Internorm, 2. Katzbeck, 3. REKORD Fenster, 4. VELUX, 5. Actual.

Dach & Fassade
Medienranking (19 Unternehmen): 1. Wienerberger, 2. PREFA, 3. Peneder, 4. ACO, 5. Bauder.
Kein KI-Ranking erhoben.

Sonnenschutz
Medienranking (8 Unternehmen): 1. HELLA, 2. Valetta, 3. Schlotterer, 4. Griesser, 5. WAREMA.
Kein KI-Ranking erhoben.

Dämmstoffe
Medienranking (11 Unternehmen): 1. Austrotherm, 2. Hirsch Servo, 3. Steinbacher, 4. Knauf, 5. Saint-Gobain.
KI-Ranking (29 Unternehmen): 1. Naporo, 2. Knauf, 3. Saint-Gobain, 4. Austrotherm, 5. ISOCELL.

Zur Studie: Die Medienmessung umfasst den Zeitraum 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026; die KI-Messung wurde im August 2026 durchgeführt. Die Unternehmensfelder der beiden Messungen sind nicht vollständig deckungsgleich. Erhebung und Auswertung: PER Insight (vormals IMWF Austria).

Weitere Informationen: Individuelle Auswertungen aus der Analyse inkl. Empfehlungen für die Unternehmenskommunikation können bei PER Insight bezogen werden: [email protected], +43 1 34 60 66 710, https://per-group.com/per-insight/medien-und-ki-reputation/