Fahrstuhltechnik : Runter geht’s immer – so sicher sind Aufzüge, so werden sie heute gebaut

Otis ist in der Aufzugbranche ein alter Name, doch seine Aufzüge lassen an Modernität nichts zu wünschen übrig. Der Lift- und Rolltreppenhersteller hat nun den Auftrag bekommen, die 83 Aufzüge im Chicagoer Willis Tower, dem zweithöchsten Gebäude der USA, mit seiner SkyRise-Technologie auszustatten. Die darin Otis-eigene Innovation des Double Decks hat den Vorteil einer reduzierten Anzahl an Schächten. Das spart Platz, der anderweitig genutzt werden kann – laut Herstellerangaben steigert SkyRise den bebaubaren Platz um bis zu 40 Prozent.

https://youtu.be/MwOfvkS-EYE

Die Technologie soll außerdem Architekten die Möglichkeit geben, Stockwerke mit unterschiedlichen Höhen zu bauen – denn das System kann die Abstände zwischen den Aufzugkammern automatisch und nahtlos während dem Betrieb anpassen. Das wird zwar beim Willis Tower, der bereits 1974 fertiggestellt wurde, keine Rolle mehr spielen, doch SkyRise wird auch die Aufzüge auf den modernsten – und auch einen chicen – Stand bringen. „Wir haben mit sehr vielen Kunden und Architekten gesprochen, haben den weltweiten Austausch gesucht. Die Resultate wurden beim Design der Skyrise- Produktlinie berücksichtigt“, sagt Roman Teichert, Geschäftsführer von Otis Österreich. Die jährlich 5,6 Millionen Menschen auf täglich 46.000 Fahrstuhlfahrten im Tower werden es hoffentlich danken.

1.965 Aufzüge außer Betrieb genommen

Die Ansprüche an Aufzüge sind nicht nur in den USA hoch. In Deutschland gelten hohe Sicherheitsvorschriften, die sich vor allem in den regelmäßigen, genauen Prüfungen zeigen. Die Sicherheitsanforderungen an Aufzüge wurden in den vergangenen Jahren bereits einige Male verschärft. Grund dafür ist, dass der Gesetzgeber auch von den Liften abgesehene Sicherheitsvorkehrungen und technische Modernisierungen in Gebäuden berücksichtigt. Der Aufzug muss mit der Veränderung eines Gebäudes kompatibel sein. Besonders ältere Geräte werden dahingehend intensiv geprüft.

https://youtu.be/2vO7lKGaYRU

2017 mussten direkt nach der Prüfung durch TÜV 1.965 Aufzüge im Rheinland außer Betrieb genommen werden. „Bei diesen Aufzügen war der technische Zustand so bedenklich, dass Gefahr für Leib und Leben gegeben war“, sagt Thomas Pfaff, Geschäftsfeldleiter Deutschland bei TÜV Rheinland.

Lebensgefährlich oder sicher?

Obwohl 2017 jeder achte überprüfte deutsche Aufzug erhebliche oder sogar gefährliche Mängel aufwies, gelten die Geräte als das sicherste Transportmittel des Landes – eben gerade weil die Mängel festgestellt werden. Ein Feuerwehraufzug beispielsweise wird auch auf viele externe Faktoren überprüft. Hier muss der Lift auf die Notstromversorgung, Brandmeldeanlage und Entrauchung des Gebäudes abgestimmt sein. Thomas Pfaff: „Dieses Zusammenwirken der einzelnen technischen Einrichtungen eines Gebäudes ist im Ernstfall lebenswichtig.“

Folgen Sie Solid auch auf Facebook!