Reagiert auf extremere Wetterereignisse hat aber auch die Gesetzgebung. In Deutschland etwa gelten seit 2011 härtere Bestimmungen in der Windsogsicherung. Im Bestand müssen Dachziegel und Dachsteine besser gesichert werden. Und im Neubau gelten bereits seit 2007 Berechnungsgrundlagen für Windlasten bei Häusern, die von stärkeren Extremen ausgehen.
Allerdings sind früher erbaute Immobilien natürlich deutlich in der Überzahl – und nicht jeder Eigentümer kümmert sich um korrekte Absicherungen des Daches. Oft ist auch fehlendes Wissen der Grund für schlecht oder falsch gesicherte Dächer. Denn viele würden nicht glauben, dass die windabgewandte Seite die gefährdete ist. Bereits Wind von der Stärke Sieben – was noch nicht einmal als Sturm gilt, welcher erst bei Acht beginnt – wird ein solcher Sog erzeugt, als würde ein Zuggewicht von 100 Kilogramm auf die windabgewandte Seite einwirken. Alles, was locker, schon etwas verwittert oder gewölbt ist, kann hier leicht mitgerissen werden. Und dann liegt die Dachdämmung frei und ungeschützt.
https://youtu.be/XuqsVflb7mA
Auch vergangenes Wochenende hatte die Feuerwehr allein in Südhessen über 1.000 Einsätze – wegen abgedeckter Dächer und überfluteter Keller durch den Sturm. Viele Schäden hätten sich wohl trotz des extremen Wetters bei richtiger Vorsorge verhindern lassen. „Information hilft, Schäden zu vermeiden“, sagt auch Michael Staudinger vom ZAMG. Ein erster Schritt wäre, die Haltbarkeitsgrenzen des Bedachungsmaterials zu kennen und auch zu beachten. So gelten laut dem Bund Technischer Experten für Aluminium-, Zinkblech- und Faserzementeindeckungen 25 bis 40 Jahre; für Betondachstein und Ziegel 40 bis 50 Jahre; und für Schiefer 75 Jahre und länger.
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