Energieversorger : Geothermie-Projekt im Innviertel startet
Im ersten Ausbauschritt des Geothermie-Projekts der EAG sollen 250 Kunden im Stadtgebiet mit umweltfreundlicher Fernwärme aus einer Heißwasserquelle in bis zu 3.000 Metern Tiefe versorgt werden.1.300 Anschlüsse möglich1.300 Anschlüsse seien möglich. EAG-Generaldirektor Leo Windtner präsentierte das Vorhaben in einer Pressekonferenz am Donnerstag mit Wirtschaftslandesrat Viktor Sigl (V), Energielandesrat Rudi Anschober, Grüne, und Rieds Bürgermeister Albert Ortig, ÖVP, in Ried.Grundlage für das Projekt ist eine Heißwasserquelle, die in der Nachbargemeinde Mehrnbach genutzt wird. Pro Sekunde seien Wasserförderungen von bis zu 150 Litern mit einer Temperatur von rund 100 Grad Celsius möglich. Ziel sind 90 Gigawattstunden pro Jahr Ziel ist es, ab der ersten Ausbaustufe im Herbst 2012 pro Jahr rund 55 Gigawattstunden (GWh) und im Vollausbau rund 90 GWh Wärme an Verbraucher in der Region zu liefern. Dazu sind rund 20 Trassenkilometer Leitungen im Erst- und bis zu 35 im Vollausbau nötig. Die Gesamtinvestitionen für Erschließung und Verteilung der Fernwärme in der ersten Ausbaustufe belaufen sich auf rund 30 Mio. Euro, in der Folge kommen 20 Mio. dazu.Ab Herbst 2012 sollen rund 250 Kunden im Rieder Stadtgebiet angeschlossen werden. Ihr Wärmebedarf, der bisher überwiegend mit Erdöl und Erdgas erzeugt wurde, könne zur Gänze durch die Fernwärme aus der Tiefe gedeckt werden. Erstphase mit 150 Haushalten Im Vollausbau könnten bis zu 1.300 Fernwärmeanschlüsse sein. In Mehrnbach sollen in der Erstphase die öffentlichen Gebäude und rund 150 Haushalte versorgt werden. Ortig betonte, dass die Fernwärmegewinnung vor Ort Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffe. Außerdem spare die neue Alternative 25.000 t CO2. Anschober sah einen weiteren Meilenstein am Weg zur Energiewende. "Mit Ried steigt die erste große Stadt und die erste Bezirkshauptstadt Österreichs auf erneuerbare Energie um."Baubeginn ist nach Vorliegen aller Förderzusagen - von Bund und Land Oberösterreich - und Genehmigungen noch im Jänner. Umgesetzt wird das Vorhaben durch die "Geothermie Ried Bohrung GmbH", an der die Energie Ried Wärme GmbH 95 und Nahwärme Mehrnbach 5 Prozent halten. Aufträge an heimische Unternehmen "Wir können hier besonderes Augenmerk darauf legen, dass ein hoher Anteil der Investitionen an heimische Unternehmen vergeben wird", sagte Windtner. Außerdem werde wertvolles Wissen aus dem Geothermie-Projekt Braunau-Simbach eingebracht. (APA/pm)