Österreich

Platter drängt bei Tiroler Luegbrücke auf Tunnellösung

Der Tiroler Landeshauptmann verlangt einen Tunnel und stellt sich damit gegen die Pläne der Asfinag. Die Asfinag hält an der Brückenlösung fest.

Tirol Günther Platter ASFINAG

Der Plan der Asfinag sieht eine Brückensanierung vor.

+++ UPDATE 7.9., 11:50 +++

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) fordert die Asfinag im Streit um den Neubau der Luegbrücke auf der Brennerautobahn (A 13) bei der Gemeinde Gries am Brenner (Bezirk Innsbruck-Land) zum Einlenken auf. Gegenüber der "Tiroler Tageszeitung" (Dienstagsausgabe) drängte Platter auf eine Tunnellösung anstelle der von der Asfinag vorgesehenen Generalsanierung der Brücke. Platter bringt damit auch Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) unter Druck.

Denn Gewessler hatte sich zuletzt - untermauert durch eine externe Überprüfung der Projektpläne - auf die Seite der Asfinag gestellt, und sich ebenfalls für eine Generalsanierung der Luegbrücke ausgesprochen. Diese solle abgetragen und an selber Stelle - vergrößert um einen Pannenstreifen pro Fahrtrichtung - wieder errichtet werden. Vehement dagegen waren Bürgermeister der 17 Gemeinden im Stubai- und Wipptal. Sie forderten in einer Resolution Land, Bund und die EU zu einem Gesamtkonzept für die Verkehrsentlastung entlang der Brennerachse auf, und forderten wiederholt eine Tunnellösung.

"Ich stelle mich hier ganz klar auf die Seite der Gemeinden und Bürgermeister, denn es braucht für die Brennerautobahn ein Gesamtkonzept, um den Straßenverkehr in die richtigen Bahnen zu lenken", betonte Platter nun gegenüber der "TT". Das Land stehe "ohne jeden Zweifel hinter der transitgeplagten Bevölkerung". Die Resolution zeige einmal mehr, dass die Belastungsgrenzen für Mensch, Natur und Infrastruktur längst erreicht seien.

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Der Landeshauptmann sah die Asfinag "in der Pflicht" und forderte den Autobahnbetreiber nicht nur auf, die Bevölkerung miteinbeziehen, sondern auch eine Lösung zu finden, die "die Verkehrsbelastung bestmöglich reduziert". In Summe passierten laut Erhebungen der Asfinag bereits mehr als 1,6 Millionen Lkw und mehr Pkw als im Vor-Corona-Jahr die Transitroute.

Tirols Wirtschaftskammerpräsident Christoph Walser (ÖVP) hatte bereits zu Beginn der Debatte festgehalten, dass für ihn nur eine Tunnellösung in Frage komme. Dass auch die (Transport-) Wirtschaft im Sinne einer Verkehrsreduktion umdenken müsse, stellte Walser dabei nicht in Abrede. Er schlug ein Treffen vor, um "gemeinsam mit der Wirtschaft zu überlegen, wo es Verbesserungen zu machen gilt". (APA)

UPDATE: Asfinag hält an Brückenlösung fest
Die Asfinag betont nach den heute gestellten Forderungen von Landeshauptmann Günther Platter, dass die Wiederrichtung der Luegbrücke aus Gründen der Verkehrssicherheit, der Aufrechterhaltung des möglichst flüssigen Verkehrs auf der Brennerautobahn und für die Anrainerinnen und Anrainer erfolgt. Darüber hinaus würde bereits, wie vom Tiroler Landtag im Entschließungsantrag gefordert, an einem Gesamtkonzept für die Brennerautobahn gearbeitet. 

Die von LH Platter geforderte ergebnisoffene Diskussion sei mit der Zusage der Asfinag, ein externes Gutachten zur Prüfung von Brücken- und Tunnellösung zu erstellen, wie gefordert auch eingehalten. Das Gutachten von Prof. Bergmeister würde dabei von allen Seiten als bindend angesehen und ist nach wie vor das einzige Gutachten, das vorliegt. 

Für das vom Landtag geforderte A 13 Gesamtkonzept sei bereits eine Arbeitsgruppe gebildet, ein Tunnelbetrieb würde laut Asfinag für Verkehrschaos sorgen, denn ein Tunnel würde beim Verkehrsaufkommen auf der Brennerautobahn für Ausweichverkehr und Verkehrsbehinderungen sorgen. Das hätten allein die letzten Wochen mit dem intensiven Verkehr auf der A 13 gezeigt. Bei einem Tunnel wären mehrere Sperren bzw. Blockabfertigungen aufgrund von Rückstaus unvermeidlich gewesen. Auch das würde vom internationalen Gutachter-Team rund um Prof. Bergmeister bestätigt. (Quelle: PM)