Immobiliendeal

Steht eine Fusion unmittelbar bevor?

Ein Aktionär sieht eindeutige Hinweise einer baldigen Fusion von Immofinanz und s Immo. Geplant war der Zusammenschluss bereits seit letzten Herbst, bislang verhinderte aber die Covid-19-Pandemie das Vorhaben.

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Eine Verschmelzung der Immo-Firmen Immofinanz und s Immo steht schon seit längerem im Raum. Nach Einschätzung eines Anteilseigners nimmt die Fusion nun Fahrt auf: "Die vor kurzem publizierten Veränderungen im Vorstand der Immofinanz deuten auf eine Beschleunigung einer Kombination der beiden Firmen im Wege einer Verschmelzung hin", so der Hedgefonds Petrus Advisers rund um Aktionär Klaus Umek.

Die Fusion hätte eigentlich bereits im Herbst über die Bühne gehen sollen, scheiterte jedoch an der Uneinigkeit der Manager. Seit kurzem ist der Investor Ronny Pecik größter Aktionär bei den beiden börsennotierten Immobilienunternehmen und eine Zusammenführung scheint nun wieder zum Greifen nahe. Jedenfalls wäre sie einfacher. Nun bremst aber die Coronavirus-Pandemie das Vorhaben.

Auf der für 24. April angesetzten Hauptversammlung hätte die Wiederaufnahme von Fusionsverhandlungen abgesegnet werden sollen, berichtet der "Kurier" in seiner Montagsausgabe. Der Deal sollte bis Ende September 2020 stehen, wird demnach kolportiert. Doch die Hauptversammlung wurde Corona-bedingt auf unbestimmte Zeit verschoben.

Immofinanz-CEO Oliver Schumy verließ das Unternehmen am 18. März 2020 kurzfristig und unerwartet. Sein Vorstandsvertrag sei erst kurz zuvor um weitere fünf Jahre verlängert worden, schreibt die Zeitung. Der Abgang habe nichts mit der Lage des Unternehmens oder der Corona-Krise zu tun, beteuerte Immofinanz-Aufsichtratschef Michael Knap gegenüber dem "Kurier". Der Abschied des Immofinanz-Chefs dürfte aber nicht ganz freiwillig gewesen sein, dahinter könnte Großaktionär Pecik stehen, höre man aus dem Unternehmen.

Der österreichische Anwalt und Investor Rudolf Fries hatte im Februar sein elfprozentiges Aktienpaket an der Immofinanz an Pecik und dessen Partner, den slowakischen Milliardär Peter Korbacka, verkauft. Schumy galt als Vertrauter von Fries.

Die Investmentfondsgesellschaft Petrus Advisers hält laut Eigenangaben jeweils unter 3 Prozent an den beiden österreichischen Immobilienunternehmen und befürwortet deren Zusammenführung "wegen der hervorragenden strategischen Überschneidung", wie Petrus Advisers am Montag mitteilte. Der Anteilseigner verspricht sich davon mehr Effizienz und "eine gestärkte Bilanz".

Mit einem gemeinsamen Portfoliovolumen von etwa 7,4 Mrd. Euro entstehe durch die Fusion "ein regionaler Marktführer" im Bereich kommerzielle Immobilien. Die Fondsgesellschaft erwartet Synergien von geschätzt 19 bis 28 Mio. Euro, die ihrer Bewertung nach rund "300 bis 500 Mio. Wert bedeuten", was "13 bis 23 Prozent der kombinierten Pro-forma-Marktkapitalisierung" entspreche.

Der kritische Kleinaktionär hat eigenen Angaben zufolge lange Zeit "Probleme der 'Governance' und Fehler des Managements" bei der Immofinanz "adressiert". Mit der s Immo sei Petrus Advisers "seit geraumer Zeit in Übereinstimmung", etwa mit der durch das Management erzielte Wertschaffung. (APA/red)