Österreich

s-Immo-Chef denkt nicht an CA-Immo-Aktienverkauf

Dem zweitgrößten CA-Immo-Aktionär, der s Immo, ist das vom US-Investor und CA-Immo-Kernaktionär Starwood Capital erwartete Angebot für den Erwerb der Mehrheit an dem Unternehmen zu gering.

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"Zum derzeit angekündigten Angebotsniveau können wir eine Einlieferung in das Angebot für uns ausschließen", sagte s-Immo-Chef Ernst Vejdovszky laut "Börsianer" von Montag.

Ende des dritten Quartals, "also noch vor dem traditionell starken vierten Quartal", habe die CA-Immo einen Substanzwert (EPRA-NAV) von über 38 Euro je Aktie aufgewiesen, wird Vejdovszky zitiert. Starwood will 34,44 Euro je Aktie (inklusive Dividende für 2020) hinblättern. Der Kleinanlegerverband IVA hatte das am Freitag bekannt gewordene Übernahmeangebot des 29,99-Prozent-Aktionärs bereits am Sonntag als "nicht überzeugend" bezeichnet. "Das Angebot klingt mit seinem Aufschlag auf den aktuellen Börsenkurs zunächst attraktiv", so Florian Beckermann, geschäftsführender Vorstand des IVA. "Es könnte aber auch der Versuch sein, das Tafelsilber zum Schnäppchenpreis zu erlangen. Der Substanzwert ist jedenfalls eine gute Orientierung."

"Ein weiterer prominenter Wiener Investor", der laut "Börsianer" neben AXA (5 Prozent) und Blackrock (4 Prozent) mit vier Prozent investiert sei, schätze den fairen Wert bei guter Unternehmensführung sogar auf fast 50 Euro. Spannend sei, so das Magazin, dass Starwood laut Marktkreisen vor gut einem Jahr noch Verkaufspläne für die CA Immo AG gehegt habe. Laut den Gerüchten habe man damals etwas mehr als 40 Euro pro Aktie haben wollen. Im übrigen sei nicht ersichtlich, warum Starwood zukaufen wolle, da man durch die "Golden Shares" und mit den 29,99 Prozent ohnedies die Kontrolle besitze, so der "Börsianer".

Die CA Immo ist eines der drei im Wiener ATX notierten Immobiliengesellschaften. Am Freitagabend, als das Angebot bekannt wurde, war sie mit 3,04 Mrd. Euro bewertet, die Immofinanz mit 2,06 Mrd. Euro und die s Immo mit 1,22 Mrd. Euro.

Am Montag stiegen die CA-Immo-Titel kräftig, bis eine halbe Stunde vor Handelsschluss um ansehnliche 14,94 Prozent auf 35,40 Euro. Im Vergleich brachten es Immofinanz und s Immo auf 3,29 Prozent bzw. 3,73 Prozent Plus. Der ATX war 0,13 Prozent fester. (APA)