Exporte

Österreichs Umwelttechnologie soll China erobern

China gilt als großer Hoffnungsmarkt für Umwelttechnologie aus Österreich. Wegen massiver Umweltprobleme des Landes will Peking bis 2012 rund 250 Milliarden Euro in den Umweltschutz investieren - Umweltminister Berlakovich bereitet derzeit vor Ort den Boden für Geschäfte vor.

International China

"Wir wollen dabei sein, wenn Chinas Drache grün wird", sagte Umweltminister Niki Berlakovich, ÖVP, vor österreichischen Journalisten in Peking. Der Minister ist auf einer viertägigen Wirtschaftsmission nach Peking, Nanjing und Shanghai gereist, zusammen mit Vertretern der Wirtschaftskammer Wien WKW und heimischer Firmen.

Im Kampf gegen die massiven Umweltprobleme des Landes investiert die chinesische Regierung in den nächsten beiden Jahren 250 Milliarden  Euro allein in den Umweltschutz. Insgesamt will China 40 Prozent des BIP für Infrastruktur-Projekte aufwenden - so viel wie kein anderes Land der Welt.

"Das ist eine enorme Perspektive, die Österreich jetzt nutzen muss", sagte Berlakovich. Bei Gesprächen mit den chinesischen Ministern für Umwelt, für Landwirtschaft und für Expertenaustausch habe sich jedenfalls das Interesse für eine Zusammenarbeit mit österreichischen Firmen wie ein "roter Faden" durchgezogen.

Massive Luft- und Wasserverschmutzung als "Herausforderung"

Auch Brigitte Jank von der WKW ortet großes Potenzial für österreichische Umwelttechnologie im Reich der Mitte. "China ist ein wachsender Markt, die Einkommen der Bevölkerung steigen", so Jank. Als große Herausforderung für Wirtschaft und Gesellschaft in China gelten die Luft- und Wasserverschmutzung sowie die steigenden Mengen an Müll und Abfall in den Ballungsräumen des Landes, erläuterte Jank.

70 Prozent der Flüsse und Seen Chinas sind laut WKW durch die Einleitung ungefilterter Abwässer verschmutzt. Rund ein Drittel der Bevölkerung habe keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und 16 der 20 Großstädte mit der weltweit schlechtesten Luftqualität liegen in China.

Die Müllberge des Landes wachsen jährlich um 10 Prozent. China hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 seinen Energieverbrauch um 20 Prozent zu reduzieren und die Luftverschmutzung um 10 Prozent zu senken.