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Bauvorgaben und Bürokratie erschweren Investitionen in Deutschland

Und welche Gefahr sehen die Autoren einer Studie darüber als besonders groß an?

Deutschland Konjunktur Arbeitsmarkt

Wegen schlechter Standortbedingungen investieren deutsche Firmen einer Umfrage zufolge längst nicht so viel im Inland, wie sie eigentlich könnten. Nur etwa jede dritte befragte Firma (36,3 Prozent) will in den kommenden Jahren bei ihren Investitionen stärker auf Deutschland setzen, geht aus der Befragung des Ifo-Instituts im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen hervor.

Dies ist nach Darstellung der Autoren insofern wenig, als in den vergangenen fünf Jahren gut die Hälfte der befragten Firmen angab, den Inlandsanteil an ihren Gesamtinvestitionen erhöht zu haben (51,2 Prozent). Die Autoren vermuten, dass das heimische Investitionspotenzial "nicht voll umfänglich ausgeschöpft" werde.

Begründet wird dies mit negativen Rahmenbedingungen durch die Politik. So hätten Vorgaben zum Arbeitsrecht für steigende Bürokratiekosten gesorgt. Zudem schrecke manche Firma wegen rigider Bauvorgaben vor einer Erweiterung seiner Fabrik oder anderer Anlagen zurück - dies geschehe dann bei Standorten im Ausland, während man im Inland vor allem auf Ersatzinvestitionen setze.

"Die derzeit gute Wirtschaftslage birgt die Gefahr, dass die Politik sich zu wenig um angemessene Rahmenbedingungen für Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen in Deutschland kümmert", warnte Ifo-Chef Clemens Fuest. Stiftungsvorstand Rainer Kirchdörfer appellierte an die Poltik, die Rahmenbedingungen zu verbessern. Für die Studie waren 1.500 Firmen befragt worden, von denen sich drei Viertel als Familienunternehmen versteht. Sie kamen aus verschiedenen Branchen, ob Industrie, Dienstleistungen oder Gastgewerbe. (APA)