Österreich

Asfinag investiert 2019 1,2 Milliarden in Straßeninfrastruktur

Hier finden Sie Aufteilung und Details der Investitionen.

Asfinag-Vorstandsdirektor Hartwig Hufnagl

Die Asfinag investiert heuer 1,2 Milliarden Euro in das hochrangige Verkehrsnetz. Rund 700 Millionen davon fließen in den Neubau von Strecken und zweite Tunnelröhren sowie Erweiterungen für mehr Kapazitäten. Weitere 500 Millionen Euro gehen in die Erneuerung und Instandhaltung bestehender Straßen, hieß es bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien.

Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) sieht einen "wichtigen Impuls für die Bauwirtschaft". Die Investitionen würden für Wachstum, Beschäftigung, Verkehrsentlastung und mehr Verkehrssicherheit sorgen. Jeder zweite Euro werde in Verkehrssicherheit fließen. Als Meilenstein bezüglich der Tunnelsicherheit bezeichnete Hofer die Verkehrsfreigabe des zweiröhrigen Gleinalmtunnels auf der Pyhrnautobahn (A9) Ende des Jahres. Damit ist dann die gesamte Pyhrnachse zweiröhrig ausgebaut, womit es auf dieser Nord-Süd-Route keine gefährlichen Gegenverkehrsabschnitte mehr gibt. Insgesamt werden 170 Millionen Euro in Tunnelprojekte gesteckt.

Insgesamt werde die Asfinag bis 2024 8,1 Milliarden investieren. Mit den Bauarbeiten soll "der Mensch vom Verkehr bestmöglich entlastet werden", sagte Asfinag-Chef Hartwig Hufnagl. Streckenneubauten, wie etwa das neue Teilstück der Wiener Außenringschnellstraße (S1), sollen verkehrsentlastend wirken. Hier ist ein Baubeginn des S1-Abschnitts Schwechat bis Süßenbrunn noch heuer angedacht. Zumindest "im Freilandbereich", kündigte Hufnagl an. Der Freiland-Abschnitt nördlich der Donau (Groß Enzersdorf bis Süßenbrunn) sei dann bereits für sich verkehrswirksam. Mit dem Teilstück inklusive Donau-Lobau-Tunnel könne der "Außenring von Wien endlich geschlossen werden". Das Projekt "hakt nicht", betonte Hufnagl. Doch noch sind zwei Verfahren - nach dem Wasserrecht und Naturschutz - im Laufen. "Wir sind optimistisch, dass die abgewickelt werden", sagte der Vorstandsdirektor. Insgesamt werden in dieses Projekt 1,9 Milliarden Euro investiert, die Freigabe soll abschnittsweise ab 2023 erfolgen.

Weitere neue Strecken sind beispielsweise die Umfahrung Drasenhofen. Hier soll die fünf Kilometer lange Verlängerung der Nordautobahn (A5) in Richtung Tschechien im September dieses Jahres für den Verkehr freigegeben werden. Investiert wurden hier 50 Millionen Euro. Die Arbeiten für die Linzer Autobahn (A26) haben mit dem Bau der neuen Donaubrücke bereits begonnen. Die Westumfahrung soll das innerstädtische Straßennetz entlasten.

Auf der Ostautobahn (A4) baut die Asfinag von Mai 2019 bis Ende 2022 auf 16 Kilometern eine dritte Spur zwischen Fischamend und Bruck/West. Der weitere dreispurige Ausbau bis Neusiedl/Gewerbepark ist derzeit in Planung (Investition 138 Millionen Euro). Ab März wird die Burgenlandschnellstraße (S31) von Mattersburg bis Weppersdorf auf einer Länge von 23 Kilometern bis 2021 sicherheitstechnisch ausgebaut. Dabei verbreitert die Asfinag die Fahrbahnen und trennt sie durch eine Betonleitwand (Investition 105 Millionen Euro). Die Erweiterung der stark befahrenen Linzer Voestbrücke auf der Mühlkreisautobahn (A7) auf acht Fahrspuren läuft noch bis Sommer 2020. Hier entstehen zwei zusätzliche Brücken ("Bypässe"). Ziel ist weniger Stau bei der Donauquerung (Investition 180 Millionen Euro).

Gabriele Csoklich, seit Februar interimistische Vorstandsdirektorin, kündigte bei der Pressekonferenz auch an, dass die Asfinag Überkopfanzeigen ausbauen werde, um Lkw-Lenker bei der Parkplatzsuche zu unterstützen. 58 neue LED-Anzeigen sollen österreichweit bereits in den nächsten Wochen in Betrieb gehen, sagte Csoklich. Auch sollen 400 neue Lkw-Stellplätze, knapp die Hälfte davon im Großraum Wien, gebaut werden. Mehr als 7.000 gibt es bereits. In der Debatte um Lkw-Abbiegeassistenten hatte Hofer bereits angekündigt, dass eigene Parkplätze, auf denen Lenker ihre Spiegel optimal einrichten können, ausgebaut werden sollen. Auf zwei Asfinag-Parkplätzen gibt es dies bereits. Hofer kündigte hier eine "Vervielfachung" an, wie viele genau es werden sollen, ließ er ebenso wie Hufnagl offen. Im April will der Verkehrsminister außerdem drei weitere Teststrecken für Tempo 140 auf der Autobahn bekanntgeben. (APA)