Innovativer Baustoff : Zementersatz mit weniger CO2-Belastung
cyment L100 A wird im hochmodernen Produktionswerk in Mosonmagyaróvár (Ungarn) hergestellt.
- © www.wolfgangwolak.comDie cyment Austria GmbH erhält die erste Bautechnische Zulassung (BTZ) in Österreich für ihr Produkt cyment L 100. Beim Einsatz von cyment in der Betonherstellung wird ein Teil des klimaschädlichen Zementklinkers durch eine spezielle Mischung nachhaltiger Materialien ersetzt.
Der CO₂-Ausstoß bei der Herstellung von cyment beträgt nur mehr 26,2 kg CO₂-Äquivalent pro Tonne. Der Wert bedeutet eine Reduktion von mehr als 95 Prozent gegenüber traditionellem Zement.
Der Erteilung der ersten Bautechnischen Zulassung (BTZ) für den nachhaltigen Typ II Betonzusatzstoff cyment L100 A durch das Österreichische Institut für Bautechnik (OIB) gingen umfangreiche Überprüfungen voraus, die die technische Leistungsfähigkeit bestätigten.
„Diese Zulassung markiert einen wichtigen Meilenstein für unser Unternehmen, für die Dekarbonisierung der österreichischen Betonbranche und für klimafreundliches Bauen insgesamt“, sagt Reinhard Kandera, Geschäftsführer der cyment Austria GmbH mit Sitz in Ohlsdorf.
cyment L100 A wird im hochmodernen Produktionswerk in Mosonmagyaróvár (Ungarn) hergestellt. Das Werk verfügt über Europas modernste Mahltechnologie und sichert durch kontinuierliche Eigen- und Fremdüberwachung (TVFA TU Graz) gleichbleibend hohe Qualität.
Der Zusatzstoff besteht aus einem natürlichen Puzzolan und anderen klimafreundlichen Stoffen aus der Recycling- und Kreislaufwirtschaft, deren Zusammensetzung und Herkunft beim OIB hinterlegt sind und streng kontrolliert werden.
Optimierte Effizienz durch k-Wert-Ansatz
Besonders hervorzuheben ist die hohe chemische Beständigkeit des Materials, die den Einsatz in anspruchsvollen Umgebungen ermöglicht. Weitere bautechnische Zulassungen zur Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten von cyment wurden bereits beantragt.
Ein entscheidender Vorteil von cyment L100 A liegt in Nachhaltigkeit, technischer Performance und Wirtschaftlichkeit: Mit einem k-Wert von 0,8 gemäß BTZ ermöglicht der Zusatzstoff höhere Ersatzraten als übliche Typ II Betonzusatzstoffe in Österreich. Dies bedeutet, dass cyment L100 A effizienter auf den Zementgehalt angerechnet werden kann, was sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile für Betonhersteller bietet.
Bei einem Anteil von 15 Prozent am Gesamtbindemittelgehalt (in Kombination mit CEM II/B 42,5 oder höheren Festigkeitsklassen) werden 15,5 Prozent der cyment L100 A-Masse auf den anrechenbaren Bindemittelgehalt angerechnet – eine deutlich bessere Performance als bei herkömmlichen Zusatzstoffen.