„Partnerschaft mit Baupraxis“ : Tauerntunnel bis Fehmarnbelt: Neue Modelle für komplexe Bauprojekte
Bei der „Partnerschaft mit Baupraxis“ diskutieren Gudrun Senk, Andreas Fromm, Peter Krammer und Gerald Zwittnig über die Praxiserfahrungen mit Partnerschaftsmodellen.
- © ÖBVWie lassen sich Risiken bei komplexen Bauprojekten anders verteilen? Und was passiert, wenn Auftraggeber, Planer und ausführende Unternehmen nicht erst auf der Baustelle, sondern bereits wesentlich früher zusammenarbeiten?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich am 22. und 23. Oktober 2026 die mittlerweile siebente Ausgabe der „Partnerschaft mit Baupraxis“ im Tech Gate Vienna. Die gemeinsame Veranstaltung der Österreichischen Bautechnik Vereinigung (ÖBV) und Heid & Partner Rechtsanwälte steht heuer unter dem Titel „Partnerschaftliche Projektabwicklung mit IPA-, Allianz- & ECI-Modellen im D-A-CH-Raum“.
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Vom Tauerntunnel zur Regional-Stadtbahn
Im Mittelpunkt des ersten Veranstaltungstages stehen Erfahrungen aus konkreten Projekten. Christiane Schiavinato und Markus Höhndorf von der ÖBB Infrastruktur berichten gemeinsam mit Baurechtsexperte Daniel Deutschmann über die zweite Etappe der Modernisierung des Tauerntunnels. Dabei geht es um ein Allianzmodell mit gewerkeübergreifendem Incentivemodell.
Ein weiteres österreichisches Beispiel liefert die Regional-Stadtbahn Oberösterreich. Albert Greinmeister von Schiene OÖ und Daniel Deutschmann stellen die Umsetzung des Projekts mit einem partnerschaftlichen Vergabe- und Vertragsmodell vor.
Auch der Hochbau ist vertreten: Anhand der Bestandssanierung in der Vorderen Zollamtsstraße 3 zeigen Lucas Kluger von der BIG und Hannes Geiger von Pittel+Brausewetter Erfahrungen mit einem ECI-Modell. Beim Early Contractor Involvement wird das ausführende Unternehmen bereits in einer frühen Projektphase eingebunden.
Weitere Praxisbeispiele kommen unter anderem vom Ordensklinikum Linz, vom Verbund sowie vom Land Salzburg. Dort geht es um unterschiedliche Anwendungen partnerschaftlicher Modelle – vom Krankenhausumbau über einen Erkundungsstollen bis zum „Allianzvertrag light“ bei der Sanierung und dem Neubau des Flucht- und Rettungsstollens des Schmittentunnels.
Erfahrungen aus Deutschland und der Schweiz
Der Blick über Österreich hinaus ist ein weiterer Schwerpunkt der Veranstaltung. Die Deutsche Bahn bringt Erfahrungen aus der partnerschaftlichen Zusammenarbeit beim Ausbau der Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung ein. Aus Deutschland wird außerdem das „Partnerschaftsmodell Wasserstraße“ als modulares Umsetzungsmodell vorgestellt.
Ein Schweizer Beispiel liefert die Erweiterung der Abwasserreinigungsanlage Birs. Fabian Hug und Carina Schlabach berichten über die sogenannte Birs-Allianz und die Ermittlung des Referenzbausolls. Mit dem dritten Bauabschnitt der Universität Bielefeld steht zudem ein deutsches IPA-Projekt auf dem Programm.
Zum Abschluss des Vortragstages diskutieren Andreas Fromm (ASFINAG), Gerald Zwittnig (ÖBB Infrastruktur), Peter Krammer (Swietelsky) und Gudrun Senk (Wiener Linien) über Partnerschaftsmodelle in der Praxis.
Zweiter Tag für die Umsetzung
Am 23. Oktober wechselt die Veranstaltung von den Projektbeispielen stärker in die praktische Umsetzung. Vier Workshops beschäftigen sich mit Open-Book-Abrechnung und Kostencontrolling bei Allianzverträgen, Erfahrungen aus der Abwicklung von IPA-Verträgen sowie ECI-Modellen von der Beschaffung über die Partneringphase bis zur Projektabrechnung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der vergaberechtlichen Ausgestaltung von Allianzverträgen.
Die „Partnerschaft mit Baupraxis 2026“ findet am 22. und 23. Oktober im Tech Gate Vienna statt.
Factbox: Partnerschaft mit Baupraxis 2026
Wann: 22.–23. Oktober 2026
Wo: Tech Gate Vienna, Donau-City-Straße 1, 1220 Wien
Veranstalter: Österreichische Bautechnik Vereinigung (ÖBV) und Heid & Partner Rechtsanwälte
Schwerpunkt: IPA-, Allianz- und ECI-Modelle im D-A-CH-Raum
Programm & Anmeldung: allianzvertrag.at