SOLID Konferenz : Monika Rosen-Philipp: Was Zinsen, Krisen und Kapitalmärkte jetzt für die Bauwirtschaft bedeuten
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Am 8. Oktober 2026 bringt die SOLID Konferenz unter dem Motto „BAUEN IM UMBRUCH“ die wichtigsten Vertreter der Bauwirtschaft in Wien zusammen. Für Kurzentschlossene gibt es noch 15 % Rabatt auf das Konferenzticket mit dem Code special15@solid26
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Planungssicherheit ist für Bau- und Immobilienprojekte entscheidend. Genau die ist derzeit allerdings schwer zu bekommen. Innerhalb weniger Jahre folgten auf Pandemie und Lieferkettenprobleme ein Inflationsschub, stark steigende Zinsen und neue geopolitische Konflikte. Im September kam eine weitere Wendung hinzu: Die Europäische Zentralbank erhöhte ihre Leitzinsen wieder um 0,25 Prozentpunkte. Der Einlagenzins liegt seither bei 2,50 Prozent. Als Grund nennt die EZB anhaltenden Inflationsdruck infolge des Konflikts im Nahen Osten.
Für die Bauwirtschaft ist die Zinsentwicklung unmittelbar relevant. Steigende Finanzierungskosten können darüber entscheiden, ob ein Immobilienprojekt wirtschaftlich darstellbar bleibt, Investitionen verschoben werden oder öffentliche Auftraggeber ihre Prioritäten neu setzen müssen.
Mit diesen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beschäftigt sich Monika Rosen-Philipp bei ihrer Keynote auf der SOLID Konferenz 2026. Die Finanz- und Börsenexpertin war mehr als zwei Jahrzehnte Chefanalystin der UniCredit Bank Austria. Nach insgesamt 33 Jahren im Wertpapiergeschäft arbeitet sie seit 2022 selbstständig als Analystin und Vortragende. Zudem ist sie Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft.
Österreichs Wirtschaft kommt nur langsam in Fahrt
Auch die heimischen Konjunkturdaten liefern derzeit ein gemischtes Bild. Die Oesterreichische Nationalbank erwartet für Österreich 2026 lediglich 0,5 Prozent reales Wirtschaftswachstum. Für 2027 sieht die aktuelle September-Prognose eine Beschleunigung auf 1,3 Prozent. Die Inflation soll im Jahresdurchschnitt 2026 bei 3,0 Prozent liegen.
Im August betrug die österreichische Inflationsrate 3,2 Prozent. Gleichzeitig bleiben auch die Kosten auf den Baustellen hoch: Im Wohnhaus- und Siedlungsbau lagen die Baukosten im August 5,3 Prozent über dem Vorjahreswert, im Straßenbau sogar 8,2 Prozent und im Brückenbau 6,6 Prozent.
Damit treffen derzeit mehrere Entwicklungen aufeinander: Eine nur langsam wachsende Wirtschaft, weiterhin hohe Kosten und ein Zinsniveau, das Investitionen deutlich stärker belastet als noch vor wenigen Jahren.
Geopolitik wird zum Wirtschaftsfaktor
Hinzu kommt ein Faktor, der sich kaum in klassische Projektkalkulationen pressen lässt: Geopolitik. Konflikte können Energie- und Rohstoffpreise innerhalb kurzer Zeit verändern, Lieferketten beeinträchtigen und damit sowohl Inflation als auch Zinsen beeinflussen.
Wie groß die Bandbreite möglicher Auswirkungen sein kann, zeigt die aktuelle OeNB-Prognose. Neben ihrem Basisszenario hat die Nationalbank mehrere Varianten für eine weitere Verschärfung der geopolitischen Lage berechnet. Im schwersten Szenario würden stark steigende Öl-, Gas- und Lebensmittelpreise die österreichische Inflation 2027 auf 5,6 Prozent treiben, während das Wirtschaftswachstum auf 0,3 Prozent zurückfallen würde. Die OeNB betont allerdings ausdrücklich, dass es sich dabei um ein Risikoszenario und nicht um ihre Hauptprognose handelt.
Für Bauunternehmen, Projektentwickler und Auftraggeber ist die entscheidende Frage deshalb längst nicht mehr nur, wie sich die Baukonjunktur selbst entwickelt. Auch Kapitalmärkte, Energiepreise, Handelsbeziehungen und internationale Konflikte wirken zunehmend direkt auf Investitionsentscheidungen.
Risiko – oder auch neue Nachfrage?
Unsicherheit bedeutet für die Bauwirtschaft allerdings nicht zwangsläufig nur weniger Geschäft. Investitionen in Energieversorgung, Infrastruktur, Resilienz oder langfristig auch Wiederaufbau können zusätzliche Nachfrage schaffen. Gleichzeitig konkurrieren solche Programme mit angespannten öffentlichen Budgets und höheren Finanzierungskosten.
Genau dieses Spannungsfeld bildet den Ausgangspunkt der Keynote „Zwischen Geopolitik, Kapitalmärkten und Konjunktur: Die neuen Rahmenbedingungen für die Bauwirtschaft“. Rosen-Philipp wird dabei aktuelle Entwicklungen an Konjunktur, Inflation, Zinsen und Kapitalmärkten aus Finanzmarktperspektive einordnen.
Monika Rosen-Philipp live bei der SOLID Konferenz
Die Keynote findet am 8. Oktober 2026 von 9:10 bis 9:40 Uhr bei der SOLID Konferenz in Wien statt.
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