SOLID KONFERENZ 2026 : Über den Dächern Wiens, mitten im Umbruch: Das war die SOLID Konferenz 2026

SOLID Konferenz 2026 die Elefantenrunde zum Abschluss

Den krönenden Abschluss der SOLID Konferenz 2026 bildete die von Bettina Kreuter (ganz rechts) moderierte Elefantenrunde zur Zukunft der österreichischen Bauwirtschaft. Auf dem Podium diskutierten (v. l. n. r.) Hubert Wetschnig (HABAU GROUP), Hartwig Hufnagl (ASFINAG), Stefan Graf (Leyrer + Graf), Markus Engerth (STRABAG), Gerald Beck (BIG/ARE) und Wolfgang Litzlbauer (Umdasch Group).

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Unter dem Motto „Bauen im Umbruch: Bestand digitalisieren. Neubau neu denken.“ widmete sich die SOLID Konferenz am 8. Oktober den wirtschaftlichen und technischen Herausforderungen der Branche. Durch das Programm führte wie schon in den vergangenen Jahren Bettina Kreuter.

Rückblick auf die 11. SOLID Konferenz

Draußen lag Wien den Gästen zu Füßen, drinnen ging es um die Frage, wie sich die Branche in wirtschaftlich schwierigen Zeiten neu aufstellen kann. Zwischen den Vorträgen boten mehrere Pausen Gelegenheit für persönliche Gespräche, fachlichen Austausch und das Wiedersehen mit Branchenkollegen.

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Kapitalmarktexpertin Monika Rosen-Philipp beleuchtete in ihrer Keynote die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und deren Auswirkungen auf langfristige Investitionsentscheidungen.

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Zwischen Weltwirtschaft und Baukrise

Den Auftakt machte Kapitalmarktexpertin Monika Rosen-Philipp. Ihre Keynote über die neuen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen reichte weit über die heimische Bauwirtschaft hinaus. Anhand aktueller OECD-Prognosen zeigte sie, wie unterschiedlich sich die Weltwirtschaft entwickelt: Asiatische Volkswirtschaften wachsen kräftig, große Teile Europas fallen deutlich zurück.

Rosen-Philipp richtete den Blick auch auf die Kapitalmärkte. Die reale Konjunktur schwächelt vielerorts, die internationalen Aktienmärkte legen dagegen teils kräftig zu, getragen vor allem von den großen Technologiekonzernen. Geopolitische Risiken, hohe Staatsverschuldung und Unsicherheit über die Zinsentwicklung bleiben trotzdem bestehen. Die Botschaft für die Bauwirtschaft: Wer langfristig investiert, muss heute mit deutlich mehr Unsicherheit kalkulieren.

Andreas Kreutzer von BRANCHENRADAR zeichnete auf der SOLID Konferenz ein ernüchterndes Bild der Baukonjunktur: Auch 2027 rechnet er mit einem realen Rückgang der Bauproduktion.

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Wie zäh die Erholung in Österreich tatsächlich verläuft, zeigte anschließend Andreas Kreutzer von BRANCHENRADAR. Seine Prognosen bremsen jede Aufbruchstimmung: Für 2026 erwartet er einen realen Rückgang der gesamten Bauproduktion um 2,9 Prozent, für 2027 nochmals ein Minus von 0,7 Prozent. Die Wohnbaugenehmigungen sollen 2027 zwar um 8,6 Prozent zulegen, bei den tatsächlichen Baubeginnen rechnet er aber nur mit einem Plus von 0,9 Prozent. Die Trendwende kommt also, wenn überhaupt, nur langsam auf den Baustellen an.

Stefan Graf von Leyrer + Graf blickte aus unternehmerischer Sicht auf die Rahmenbedingungen der Branche. Sein Thema lautete „Regulierung vs. (Bau-)Unternehmertum”. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie viel Steuerung die Bauwirtschaft braucht und wie viel Freiraum: Braucht sie tatsächlich immer neue Förderungen und Vorgaben, oder sind vor allem verlässliche Regeln, Planungssicherheit und mehr unternehmerischer Handlungsspielraum gefragt?

Dario Gaudart von ODE – office for digital engineering demonstrierte am Beispiel eines Wiener Bestandsgebäudes den Weg vom Laserscan zum digitalen Gebäudemodell.

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Wenn aus alten Gebäuden neue Daten werden

Wie sich der Gebäudebestand mit digitalen Methoden weiterentwickeln lässt, zeigte Dario Gaudart von ODE – office for digital engineering. Am Beispiel des Gebäudes Friedrich-Schmidt-Platz 5 in Wien zeigte er den Weg vom Laserscan zum digitalen Bestandsmodell. Das rund 8.500 Quadratmeter große Haus wurde erfasst und in ein IFC-Modell überführt, das weit mehr leisten soll als eine dreidimensionale Darstellung.

Über eine digitale Plattform lassen sich Dokumente, Mängel und Bauteileigenschaften direkt mit dem Modell verknüpfen. So entsteht eine gemeinsame Informationsgrundlage für Planung, Sanierung und späteren Betrieb. Auch Künstliche Intelligenz kann die Erstellung solcher Modelle beschleunigen – prüfen müssen die Qualität aber weiterhin Fachleute.

Christoph Becker von Bluebeam zeigte, wie groß die Lücke zwischen digitaler Planung und Baustellenpraxis nach mehr als 20 Jahren BIM noch immer ist.

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Christoph Becker von Bluebeam warf in seinem Partnerimpuls einen kritischen Blick auf den Digitalisierungsalltag, genauer: auf die Lücke zwischen digitaler Planung und tatsächlicher Bauausführung. Denn selbst Jahrzehnte nach der Einführung von BIM wird auf Baustellen nach wie vor intensiv mit PDF-Plänen gearbeitet. Entscheidend sei daher nicht nur das perfekte digitale Modell, sondern eine möglichst einfache und durchgängige Zusammenarbeit aller Projektbeteiligten.

Wie sehr sich die technischen Möglichkeiten verändert haben, machte Alfred Hagenauer von A-NULL Bausoftware anschaulich. Sein Rückblick auf 15 Jahre Scan2BIM spannte den Bogen von klassischen Bestandsaufmaßen zu heutigen Laserscans und automatisierten Modellierungsverfahren. Dabei rückt eine Frage immer stärker in den Vordergrund: Wie detailliert muss ein digitales Gebäudemodell überhaupt sein, damit es in der Praxis echten Nutzen bringt?

Peter Stellnberger von der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien erläuterte, worauf Banken bei der Finanzierung von Immobilienprojekten achten und welche Rolle Nachhaltigkeitskriterien dabei spielen.

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Finanzierung, Kühlung und digitale Risiken

Ob ein Projekt gebaut wird, entscheidet letztlich auch die Finanzierung. Peter Stellnberger von der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien erläuterte, nach welchen Kriterien Banken Immobilienprojekte heute beurteilen. Neben Cashflow, Eigenkapital und Sicherheiten gewinnen Nachhaltigkeitskriterien und Klimarisiken zunehmend an Bedeutung. Energieeffiziente Gebäude können hier punkten: durch geringere Betriebskosten, bessere Marktgängigkeit und langfristige Werthaltigkeit.

Und was tun, wenn die Sommer immer heißer werden? Jürgen Silberknoll vom Verband Österreichischer Betonfertigteilwerke zeigte, wie sich Gebäude effizient kühlen lassen. Im Mittelpunkt stand die thermische Bauteilaktivierung: Betonbauteile tragen nicht nur, sie heizen, kühlen und speichern auch Energie. Ergebnisse aus 16 österreichischen Demonstrationsgebäuden zeigen eine hohe Akzeptanz. Rund 85 Prozent der Befragten waren mit Temperatur und Behaglichkeit sehr zufrieden.

Die Kehrseite der Digitalisierung beleuchtete Harald Neuberger von der Versicherungsberatungs-Gesellschaft. Cyberangriffe, Datenverlust und digitale Betrugsversuche können Bauunternehmen teuer zu stehen kommen. Ein von ihm vorgestellter Ransomware-Schadensfall verursachte Kosten von rund 700.000 Euro. Sein Beitrag machte klar, wie wichtig eine abgestimmte Absicherung gegen unterschiedliche digitale Risiken ist.

Wolfgang Holzhaider, Landesinnungsmeister der Bauwirtschaft Oberösterreich, widmete sich der Frage, wann eine Generalsanierung sinnvoll ist und wann ein Ersatzneubau die bessere Lösung darstellt.

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Alte Standorte, neue Perspektiven

Die Zukunft des Bauens liegt nicht ausschließlich auf der grünen Wiese. Das machten Marc Höhne und Ditia Edalati von DELTA deutlich. Sie widmeten sich der Frage, wie ehemalige Industrieareale zu zukunftsfähigen Standorten werden können. Am Beispiel Berndorf zeigten sie, wie sich Bestandserhalt, neue Nutzungen und gezielte bauliche Ergänzungen verbinden lassen.

Den Abschluss der Fachvorträge machte Wolfgang Holzhaider mit einer Frage, die bei steigenden Baukosten und wachsenden Nachhaltigkeitsanforderungen immer drängender wird: Generalsanierung oder Ersatzneubau? Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Es kommt auf den Zustand des Bestands an, auf die geplante Nutzung und vor allem auf eine gründliche Analyse, bevor die wirtschaftlichen Weichen gestellt werden.

Fachlicher Austausch mit Weitblick: Auf der Terrasse der Wolke 19 nutzten die Gäste der SOLID Konferenz 2026 die Pausen für Gespräche und Networking – mit Panoramablick über Wien.

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Gute Gespräche gehören dazu

So unterschiedlich die Perspektiven auf der Bühne waren, ein roter Faden zog sich durch den Tag: Die Bauwirtschaft muss wirtschaftlicher, digitaler und nachhaltiger werden – und zugleich neue Wege im Umgang mit dem Gebäudebestand finden.

Mindestens ebenso wichtig wie die Vorträge war dafür der persönliche Austausch. In den Pausen und beim Netzwerken zum Tagesausklang wurden Kontakte gepflegt, neue Bekanntschaften geschlossen und die Themen des Tages abseits des Vortragspults weiterdiskutiert.

Die Wolke 19 bot dafür den passenden Rahmen. Und auch wenn die wirtschaftlichen Aussichten derzeit nicht überall rosig sind: Zum gemeinsamen Nachdenken über neue Perspektiven gab es reichlich Gelegenheit.

Danke an unsere Partner

Die 11. SOLID Konferenz wurde durch die Unterstützung zahlreicher Unternehmen und Organisationen ermöglicht. Ein besonderer Dank gilt unserem Goldsponsor VBS Versicherungsberatungs-Ges.m.b.H. sowie STRABAG, NEVARIS, BLUEBEAM, ALLPLAN PERI, ECO PLUS, VÖB, Zeppelin Rental, Umdasch Group, WKOÖ & Unternehmensgruppe Holzhaider für ihre Partnerbeiträge.