Solidkonferenz Versicherungen : Risiken der Digitalisierung im Baubereich
Diverse Versicherungsgesellschaften veröffentlichen jährlich „Risk Reports“. Die Bedrohung durch Cyber-Risiken scheint dabei in den letzten Jahren schon fast traditionell in den ersten Rängen auf. Dabei wird von den befragten Managern in der Regel nicht unterschieden, ob es sich dabei um Thematiken rund um Cyber-Erpressung, Datenverlust, Vertrauensschäden o.ä. handelt.
Nicht zu vernachlässigen ist auch die Betriebsunterbrechungsthematik nach Cybervorfällen! Die sich daraus ergebene Zahl an möglichen, sinnvollen und notwendigen Maßnahmen ist durchaus beträchtlich. Fast immer sind Investitionen in Datensicherheit, Sicherungssysteme, Redundanzen usw. notwendig und verursachen nicht unbeträchtliche Kosten.
Versicherung richtig auswählen
Ein Teil der sinnvollen Maßnahmen liegt im Bereich der Risikoauslagerung auf Versicherungen. Doch welche ist die Richtige?
Gerade die Einschätzung der individuellen Risiken eines Unternehmen ist die elementare Grundlage für die Entscheidung des potentiellen Versicherungsnehmers, welche Versicherungen diese bestmöglich abdecken und was sie kosten sollen/dürfen. Denn Versicherungssparten sind zueinander abgegrenzt, sodass durchaus die Gefahr besteht, dass der Abschluss einer einzigen Versicherung (z.B. Cyber) Lücken offenlässt.
Dass die EDV oftmals nur mehr das Werkzeug der Kriminellen für einen daraus resultierenden Betrug ist (z.B. Rechnungsbetrug, Täuschung von Mitarbeitern…) macht die Sache nicht einfacher.
Manches lässt sich – zumindest teilweise – in einer EDV-Versicherung abdecken. Die derzeit populärste Versicherung dazu ist die Cyberversicherung, aber auch eine Vertrauensschadenversicherung und in letzter Konsequenz eine D&O-Versicherung sollten in die Überlegungen mit einbezogen werden. Und wer das ganze versicherungstechnisch noch abrunden möchte, der schließt in Verbindung damit auch noch eine Straf-Rechtsschutzversicherung ab.
Präventionsmaßnahmen gefordert
Nun bedeutet der Abschluss von Versicherungen naturgemäß eine Fixkostenposition, die zwar der Risikoauslagerung dient, mit der letztendlich aber einmal kein Geld verdient wird. Demgemäß sollten solche Entscheidungen gut geprüft und durchdacht sein!
Dies auch in Verbindung mit den nicht unbeträchtlichen dieses Risikofeld betreffenden Präventionskosten. Denn ohne entsprechende Präventionsmaßnahmen (z.B. Zwei-Faktor-Authentifizierung, Sicherungen, Notfallplan…) ist es oftmals gar nicht mehr möglich, entsprechende Versicherungen abzuschließen. Da stellt sich dann gar nicht mehr die Frage nach der Prämienhöhe, sondern ob Versicherungen überhaupt bereit sind, ein Angebot zu legen.
Strukturierten Prozess aufsetzen
Gerade Unternehmen, die in der Digitalisierung, EDV-gestützten Systemen, KI u.ä. wert- und sinnvolle Tools für die Zukunft sehen, ist anzuraten, hier einen strukturierten Prozess aufzusetzen. Kompetente und versierte EDV-Dienstleister bieten auf der technischen Seite mittlerweile ebenso gute Beratung an wie auf derartige Thematiken spezialisierte Berater in Versicherungsangelegenheiten und Versicherungsmakler. Sogar einige Versicherer bieten mittlerweile spezialisierte Tool und Schulungsprogramme für Versicherungsnehmer an.
Aber Achtung – bald jeder Anbieter aus den vorgenannten Bereichen behauptet, das zu können, aber nicht jeder kann es!