10. AUGUST 2020 – DAS MORNING BRIEFING AM MONTAG

Zwangsräumungen für 43 Prozent der mietenden Amerikaner? – Was den Immobilienkonzern LEG antreibt – Droht Immobilienblase in Schweiz? – Erweiterung bei Wienerberger – Neue Brücke in Genua

Zitat des Tages:

„Irrationale Preise sind etwas für unsere Seite der Insel, ihr Monster“,

schreibt Kolumnist und New Yorker Robert Armstrong in den Financial Times und bezieht sich damit auf steigende Immobilienpreise im Nachbar-Bundesstaat New Jersey. Laut Armstrong würden die Preise in den Vororten auch deswegen steigen, da in Zeiten von Corona immer mehr Menschen das Leben in Städten zu gesundheitsgefährdend wird.

Drohende Zwangsräumungen

Wegen der Coronakrise droht zwischen 30 und 40 Millionen Mietern in den USA in den kommenden Monaten eine Zwangsräumung. Damit könnten bis zu 43 Prozent aller Miethaushalte betroffen sein, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Studie. Es drohe die "womöglich schwerwiegendste Unterkunftskrise in der Geschichte" des Landes, warnten die Experten renommierter Einrichtungen wie dem Massachusetts Institute of Technology und der Universität Princeton. Ein vorübergehendes Verbot von Zwangsräumungen auf Bundesebene für bestimmte Immobilien lief Ende Juli aus. (apa/red)

Antriebskraft

Höhere Mieten und Zukäufe treiben den deutschen Immobilienkonzern LEG an. Im zweiten Quartal stieg der operative Gewinn aus dem laufenden Geschäft im Jahresvergleich um 16,6 Prozent auf 100,6 Millionen Euro. Vor allem in den Großstädten steigen die Mieten. Auf vergleichbarer Fläche stieg die Miete in LEG-Immobilien im zweiten Quartal um 2,6 Prozent auf im Schnitt 5,90 Euro je Quadratmeter. Ohne preisgebundene Wohnungen, die rund ein Viertel am LEG-Bestand ausmachten, legten die Mieten im Schnitt um 2,9 Prozent auf 6,27 Euro zu. (apa/red)

Blasenzone

Die Lage auf dem Schweizer Eigenheimmarkt verschärft sich weiter. Wegen der Coronakrise werde der Immobilienblasenindex der UBS im laufenden Quartal marginal in die Blasenzone springen. Zum deutlichen Anstieg tragen zwei Faktoren bei, wie die Schweizer Großbank am Donnerstag mitteilte. Die Immobilienspezialisten der Bank mahnen zur Vorsicht: "Die hohen Preise auf dem Schweizer Eigenheimmarkt sind nicht mit einem länger anhaltenden Krisenmodus der Wirtschaft vereinbar. Zudem sind anhaltende Preissteigerungen in der aktuellen Größenordnung angesichts sinkender Einkommen nicht nachhaltig." Bis Ende 2021 werde sich der Indexstand aber selbst ohne Korrektur der Eigenheimpreise wieder auf dem Vor-Coronaniveau einpendeln, schätzt die UBS: "Allerdings gilt dies insbesondere, wenn die folgenden drei Annahmen erfüllt werden: Das Einkommen pro Haushalt liegt Ende 2021 fast gleichauf mit dem Wert von Ende 2019. Die Steigerungsrate der Eigenheimpreise schwächt sich ab und die Mieten werden weiterhin leicht sinken. Und das Wachstum der Hypothekarvolumen schwächt sich gegenüber 2019 leicht ab." (apa/red)

Erweiterung

Ziegelproduzent Wienerberger hat seinen Vorstand von drei auf vier Führungskräfte erweitert: Harald Schwarzmayr ist nun Chief Operating Officer für die Wienerberger Piping Solution. Sein Mandat läuft bis Ende Juni 2023.

Neu ist immer besser

Nicht einmal zwei Jahre nach dem Einsturz der Morandi-Brücke in Genua – 43 Menschen kamen damals ums Leben – wurde ihre Nachfolgerin Genoa San Giorgio von Architekt Renzo Piano nun eingeweiht. Die Bemühungen, die Arbeiten trotz der Corona-Krise schnell fertigzustellen, waren hoch, 1.200 Bauarbeiter waren hier beschäftigt. Die Ermittlungen, ob Betreiber Autostrade per l’Italia für den Zusammensturz der alten Brücke verantwortlich zu machen ist, laufen noch.

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