Es werden wohl vor allem Superreiche sein, die hier am Meer, geschützt von einer hochentwickelten Mauer leben werden. Bereits jetzt ist Baugrund an der Küste sehr viel begehrter als in anderen Teilen der Metropole und viele Ansässige sollen zugunsten großer Luxus-Wohnprojekte und teurer Strände vertrieben worden sein. Vor gut zwei Jahren etwa verloren über Nacht 30.000 Menschen ihr Zuhause an der Küste Lagos – die inoffizielle Siedlung war angezündet und schließlich abgerissen worden.
Und so gibt es auch genug Kritik am Projekt Eko Atlantic, es würde die Diskrepanz zwischen Arm und Reich in Nigeria bloß noch vergrößern. Auch wird kritisiert, die riesige Mauer schütze zwar das tiefgelegene, angrenzende Victoria Island – Wirtschaftszentrum und eines der teuersten Wohngebiete Lagos –, leite stürmische Wellengänge aber einfach nur um. Damit würden ungeschützte Regionen Lagos neben der Mauer umso schlimmer betroffen.
Die andere Seite wiederum argumentiert, durch die künstliche Lagune getriggerte Investitionen würden die Lebensbedingungen auch im Rest der Stadt verbessern, wie etwa ein sich im Bau befindliches Light rail-System. Ein weiteres Argument ist die Schaffung von Arbeitsplätzen durch Riesenprojekte wie Eko Atlantic. „Es besteht die Hoffnung, dass wir in den kommenden Jahren die Kluft zwischen Arm und Reich überbrückt sehen werden, weil mehr Jobs zur Verfügung stehen“, meint etwa der ProjektentwicklerPaul Onwuanibe. Allerdings – er glaubt auch an den Trickle-down-Effekt.
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