Ob es sich für Nevada ebenfalls auszahlen wird, eines der teuerste Stadien aller Zeiten zu bauen? Laut Roger Noll, Wirtschaftsforscher an der Stanford University und spezialisiert auf Bauförderungen im Sport, niemals. Bereits vor einigen Jahren rechnete er zusammen mit dem US-Ökonom Andrew Zimbalist vom Smith College vor: Ein Stadion hat 30 nützliche Jahre, in denen es Besucher anziehen und als standardgemäß bezeichnet werden kann. Kostet das Stadion auch nur 225 Millionen Dollar, verliert es in diesen Jahren 70 Millionen an Wert, also über zwei Millionen pro Jahr. Noll und Zimbalist gehen hier von einem Zinssatz von drei Prozent aus, um ein halbes Prozent höher als der status quo in den Staaten. Für die vergangenen 50 Jahre liegt der durchschnittliche Zinssatz allerdings bei über fünf Prozent. Verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage, wird also auch der Wertverlust der teuren Stadion weitaus höher sein als in dieser Rechnung.
Laut Noll habe noch nie ein Stadion einen so positiven Einfluss auf die lokale Wirtschaft gehabt, dass der Bau sich ausgezahlt hätte. Ja, es brauche Bauarbeiter, die Zuschauer geben Geld aus und mehr Besucher kämen in die Stadt – das als Argumente für einen teuren Bau anzuführen, sei aber eine falsche Schlussfolgerung und Übertreibung. „Ein Stadion zu bauen ist nur dann gut für die Wirtschaft, wenn das Stadion der absolut produktivste Weg ist, Investitionen zu tätigen und Jobs zu kreieren.” Und das sei einfach nie der Fall.
Chris Giunchigliani war im aktuellen Fall Las Vegas der einzige in der Clark County Commission, der gegen das neue Stadion stimmte. Er forderte alle, die vom wirtschaftlichen Vorteil sprachen, heraus: „Wenn es so gut fürs Geschäft ist, können ja Unternehmen dafür zahlen.“ Sein Argument ging unter.
https://youtu.be/BbOiOP4zD5s
Atlanta hat nun einen Super Bowl hinter sich. Das Dach ist einzigartig und der Bildschirm ein neuer Rekord. Wird in ein paar Jahren noch ein Hahn danach krähen? Wenn, dann hoffentlich ein Hahn, der 1,6 Milliarden Dollar wert ist.
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