Neugestaltung : So wird der Neubau des Wien Museums am Karlsplatz

In einem Hintergrundgespräch verkündete Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny am Dienstagabend die Standortentscheidung für das Wien Museum: "Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Wir errichten am Karlsplatz einen modernen und zukunftsweisenden Neubau unter Einbeziehung des Haerdtl-Gebäudes." Mit der Entscheidung für die Beibehaltung des bisherigen Standorts setze die Stadt Wien ein deutliches Signal in Richtung "Urban Renewal". Der öffentliche Raum um den Kunstplatz Karlsplatz soll mit der Generalsanierung und einer Erweiterung des Museums aufgewertet werden. Als nächste Schritte nach der Standortentscheidung folgen die Bestellung eines Projektmanagements sowie die Durchführung eines internationalen zweistufigen Architekturwettbewerbs. Der Direktor des Wien Museums, Wolfang Kos, zeigte sich von der Entscheidung begeistert: "Am Karlsplatz kann nun ein ausreichend großes, besser sichtbares und architektonisch attraktives Großstadtmuseum mit hohem Publikumspotenzial und internationaler Beachtung entstehen."

Eine Neugestaltung und Erweiterung des Wien Museums wurde bereits im Koalitionsprogramm der Wiener Stadtregierung festgehalten. Seitdem wurden über 70 Standorte geprüft. Zwei kamen in die Endauswahl: der bisherige Standort Karlsplatz und ein Areal am Hauptbahnhof. Wiens Kulturstadtrat betonte, die Entscheidung sei nicht gegen den Standort Hauptbahnhof ausgefallen, sondern für einen Neubau an der bestehenden Örtlichkeit. Für den Bereich am Hauptbahnhof sei auch künftig eine kulturelle Nutzung angedacht.

Das neue Wien Museum soll unter Einbeziehung des benachbarten Haerdtl-Baus erfolgen. Von dieser souveränen architektonischen Setzung erhoffen sich die Planer, die historische Achse der Karlskirche zu stärken. "Das Neue steigert die Wirkung des Alten und umgekehrt. Der Haerdtl-Bau ist quasi das erste Ausstellungstück", so Wilfried Kuehn vom Architekturbüro Kuehn Malvezzi.

Wie bei Projekten dieser Größenordnung üblich, wird die Stadt Wien ein Projektmanagement für die Abwicklung des Projektes "Wien Museum Neu" installieren. Dessen Aufgaben bestehen darin, die finanziellen, wirtschaftlichen, technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen auf die inhaltlichen Konzepte abzustimmen. "Auch Kostenschätzungen werden seriöserweise erst durch das Projektmanagement abgegeben", so Mailath-Pokorny. Vergleichbare Projekte hätten aber in etwa ein Kostenvolumen von 50-100 Millionen Euro gehabt. Für das neue Wien Museum wird es einen Architekturwettbewerb geben, der in zwei Stufen abgewickelt wird. Die erste Phase dient der breiten Ideenfindung unter Berücksichtigung von städtebaulichen Aspekten. In der zweiten Stufe geht es um einen konkreten architektonischen Entwurf. Der Architekturwettbewerb wird international ausgeschrieben und soll 2015 starten.

Der Vertrag von Wien Museum Direktor Wolfgang Kos endet im Herbst 2015. Daher wird zeitgerecht auch eine internationale Neuausschreibung der zukünftigen Leitung des Wien Museums durchgeführt. Zuständig für die Ausschreibung ist das Kuratorium des Wien Museums. Der neue Direktor wird Mitte 2014 zu bestellen sein. "Wolfgang Kos ist es gelungen, das Wien Museum als eine anerkannte Institution in dieser Stadt, als ein modernes Stadtmuseum zu verankern, wo spannende Ausstellungen von den WienerInnen gestürmt werden, wo gesellschaftliche, kulturelle und urbane Veränderungen thematisiert werden, wo Alltagsgeschichte in all ihren Facetten erzählt wird. Dieser Weg soll am neusanierten Standort ins 21. Jahrhundert weitergeführt werden", formulierte der Kulturstadtrat die künftige Zielsetzung.