Markus Grabka vom DIW meint, das Mietkaufmodell könnte für mehr neue Bauprojekte sorgen. Ein Mietendeckel hingegen kümmere sich nur um ein Symptom, den Mietanstieg, aber „ohne die grundlegenden Probleme auf dem Immobilienmarkt zu beseitigen“.
Negative Reaktionen kommen nicht nur von Brancheninsidern in Deutschland. Der Economist beruft sich auf mehrere Experten, die da warnen: Vermieter werden bei Sanierungen sparen oder überhaupt ihren Besitz verkaufen. So geschehen in Großbritannien, wo es bis zu den 1980ern Mietpreisdeckel gab. In San Francisco macht ein Deckel in den 1990ern die Wohnungsnot aufgrund Baumangels noch drastischer – viele noch intakte Wohngebäude wurden abgerissen und stattdessen neue, kostspielige gebaut. Da Neubau, waren sie von der Regulierung ausgenommen.
Soll das alles in Berlin unmöglich sein? „Deutsche Wohnen“ warnt bereits, es würden in den nächsten Jahren 50.000 weniger Wohnungen gebaut werden. Die Aktie des Konzerns sank am Montag übrigens gleich um drei Prozent. Bauprojekte wird es natürlich trotzdem geben – für Eigentumswohnungen oder Gewerbeobjekte. Dafür interessieren sich laut BFW schon 39 Prozent der Mitglieder als Alternative zur Mietwohnung.
Profitieren wird natürlich – zumindest fünf Jahre lang – trotzdem eine Gruppe – diejenigen, die bereits in der Wohnung ihrer Wahl leben. Das schließt zwar sehr viele gut verdienende Menschen in großen, tollen Wohnungen in beliebten, zentralen Lagen mit ein; aber sicher werden sich auch viele weniger vermögende darüber freuen, jetzt bei der Miete Geld zu sparen. In dem Sinne auch ganz zu recht. Bloß zu welchem Preis? In fünf Jahren könnte die Wohnungsnot in der deutschen Hauptstadt noch viel schlimmer aussehen als derzeit. Wenn das sozialer sein soll, dann gute Nacht, Berlin.
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